"Wir wollen nicht gegen alles sein, sondern miteinander arbeiten": Die Mitglieder des Runden Tisches Haßloch. FOTO: Privat
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"Wir wollen nicht gegen alles sein, sondern miteinander arbeiten": Die Mitglieder des Runden Tisches Haßloch.

Versammlung

Ein "bunter Haufen" für Haßloch

Runder Tisch will sich Problemen und drängenden Themen im Ortsteil annehmen

Haßloch -"Wir haben tausend Ideen", sagt Sylvia Ballmert vom Runden Tisch Haßloch, dessen Mitglieder sich am Mittwochabend mit Vertretern der Politik treffen wollten. Doch nicht einmal die Hälfte der Mitglieder der Parteien, die ihr Kommen zugesagt hatten, waren erschienen. Das liege wohl an anderen Sitzungen, meinte Holger Kresse vom Runden Tisch.

Der Schildbürgerstreich mit Halteverbotsschildern in der Straße "Am Borngraben", die, kurz nachdem sie aufgestellt waren, vom Oberbürgermeister höchstpersönlich mit blauen Müllsäcken verhüllt und so wieder außer Betrieb genommen worden waren, bildete die Initialzündung für den Runden Tisch, wie Kresse erläutert. Man habe sich mit einigen Leuten zusammengesetzt und eine provisorische Satzung erarbeitet, doch dann kamen Corona und erst mal eine Zwangspause.

Die ist nun vorbei. Im Juli hat sich der Runde Tisch offiziell gegründet. Man sei "ein bunt zusammengewürfelter Haufen Haßlocher", so die Initiatoren. Vom Rechtsanwalt bis zum Kerwevadder seien viele Alt-Haßlocher dabei, die mithelfen wollten, ihren Stadtteil lebenswert und attraktiv zu halten.

Ärger im Keim ersticken

Damit jeder sich an den Runden Tisch wenden kann, wird demnächst "An der Wied" ein Briefkasten aufgestellt. Wer ein Anliegen hat, kann dort einen Brief einwerfen. "Wir streben eine produktive Kommunikation mit der Politik und der Verwaltung an", erklärt Kresse. Vielleicht könne dann so mancher Ärger schon im Keim erstickt werden. "Wir wollen nicht gegen alles sein, sondern miteinander arbeiten".

Oberbürgermeister Udo Bausch würdigte das Engagement des Runden Tisches. Alt-Haßloch habe sich eine große Verbundenheit der Einwohner bewahrt. Das solle man stärken und auch junge Menschen mit einbinden. Die anwesenden Vertreter der Politik sicherten dem Runden Tisch ihre Unterstützung zu, bevor Mitglied Sylvia Ballmert auflistete, wo überall der Schuh drückt.

Eines der großen Themen ist das Parken in Alt-Haßloch, vor allem auf dem Platz vor der Kirche, der auch am Mittwochabend wieder komplett zugeparkt war. Rettungsdienste und Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr würden dort im Ernstfall nicht durchkommen. Wer donnerstags am Abend in den Gottesdienst wolle, komme manchmal nicht mal die Treppe zur Kirche hoch, weil auch die zugeparkt sei.

Illegales Parken und Vermüllung

E-Roller blockierten die ohnehin schmalen Bürgersteige, nahe der Friedenseiche gebe es einen Zebrastreifen, den die Kinder auf ihrem Schulweg überqueren müssten, der aber schlecht einsehbar sei. Rund um den Kindergarten komme es morgens und nachmittags zu einem Verkehrschaos, weil viele Eltern ihren Nachwuchs mit dem Auto brächten und abholten. Vermüllung rund um die Horlache und illegales Parken von Lastwagen waren weitere Themen, die Ballmert ansprach.

Noch immer ein Aufreger ist die illegale Fällung eines als Naturdenkmal ausgewiesenen alten Nussbaums, wobei Oberbürgermeister Bausch zusagte, hier ein Exempel zu statuieren und für eine ordentliche Bestrafung zu sorgen, damit klar werde, dass die Stadt so etwas nicht dulde.

Ein Vertreter der Kirchengemeinde berichtete, die langjährige Mieterin des früheren Schwesternwohnhauses sei ausgezogen, die Gemeinde nehme nun bis zu 40 000 Euro in die Hand, um das etwa im Jahr 1740 erbaute und unter Denkmalschutz stehende Gebäude zu sanieren und wieder zu vermieten. Bei Radio Rüsselsheim werde am kommenden Sonntag, 3. Oktober, von 12 Uhr an im Beisein eines Historikers über dieses Projekt informiert.

Mindestens zweimal pro Jahr will sich der Runde Tisch nun treffen und dazu dann auch Bürger einladen. Vorerst sei die Arbeit auf Alt-Haßloch beschränkt. Später werde vielleicht auch Haßloch-Nord einbezogen, so Holger Kresse. Hans Dieter Erlenbach

Das Parkchaos auf dem Platz vor der Kirche ist ein Thema, das der Runde Tisch angehen will.

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