Sie unterstützen die Patienten im GPR Klinikum: Trude Schardt, Renate Kupfer, Brigitte de Haas und Hannelore Luft (von links). foto: rüdiger koslowski
+
Sie unterstützen die Patienten im GPR Klinikum: Trude Schardt, Renate Kupfer, Brigitte de Haas und Hannelore Luft (von links).

Gesundheit

Ein großer Halt in der Pandemie

Vier Frauen sind manchmal die einzigen Besucher am Krankenbett in der GPR Klinik, wenn Angehörige nicht zu ihren Verwandten dürfen. Sie gehören zu den ehrenamtlichen Helfern. Während der Coronapandemie ist ihr Besuchsdienst besonders wichtig. Aber auch in anderen Abteilungen des Hauses leisten sie wertvolle Arbeit. Das ganze Jahr über.

Rüsselsheim -Trude Schardt muss nicht lange nachdenken, um die Frage zu beantworten, wie sie sich über die Monate im Krankenhaus gefühlt habe. "Ich habe mich immer sicher gefühlt", beteuert sie und man glaubt es ihr auf das Wort. Renate Kupfer setzt noch einen oben drauf. "Hier ist es sicherer als im Supermarkt", meint sie mit fester Stimme.

Die beiden Frauen sitzen in der Cafeteria des GPR Klinikums. Sie werden von Brigitte de Haas und Hannelore Luft begleitet. Gleich beginnt das Wochentreffen der ehrenamtlichen Helfergruppe der Klinik. 17 Frauen unterstützen die Gruppe derzeit. Schardt und Kupfer sind zwei der vier Frauen, die auch in den vergangenen Monaten trotz Corona in dem Krankenhaus die Patienten besuchten und unterstützten. Die anderen Frauen hatten Bedenken, weil sie wegen ihres Alters und aus gesundheitlichen Gründen der Risikogruppe zugehören.

Die Helferinnen sind zwischen 63 und 77 Jahre alt. Es ist also verständlich, dass nicht alle erpicht darauf sind, ihre Runden im Krankenhaus zu drehen, von Zimmer zu Zimmer zu gehen und die Patienten zu besuchen.

Die Helfergruppe gibt es bereits seit 38 Jahren, sie wurde von Emma Schummer ins Leben gerufen. Schardt unterstützt die Gruppe von Anfang an, ist zugleich auch die Letzte, die von Beginn an dabei ist und seit 30 Jahren ihre Leiterin.

Fast alle geimpft

Schardt berichtet, dass aus der Gruppe inzwischen fast alle Frauen ihre erste Impfung hinter sich brachten. Der zweite Termin stehe Anfang Juni an. Vier Frauen hätten sich indessen nicht impfen lassen wollen. Einige möchten nun relativ zeitnah wieder in den Dienst einsteigen. Andere wollen hingegen bis nach dem zweiten Impftermin warten.

Was macht die Helfergruppe in der Klinik? Sie begleitet die Patienten während ihres Aufenthalts. Sie führen mit ihnen Gespräche, hören sich ihre Sorgen und Nöte an. "Zuhören ist das Wichtigste", stellt Schardt fest. Bei den Unterhaltungen kommt den Frauen nicht selten auch die Krankheit zu Ohren. Besonders auf der Station für Onkologie sind die Gespräche auch herzzerreißend.

Früher nahmen die Helferinnen noch an Sprachseminaren teil. Heute würden sich die Seminare für die geringe Anzahl der Helferinnen nicht mehr lohnen, so Schardt. Man lerne mit der Zeit, mit den traurigen Schicksalen umzugehen. Einkäufe und Besorgungen würden ebenfalls auf dem Aufgabenzettel des Helferkreises stehen, berichtet de Haas, seit 15 Jahren dabei. Und die Frauen begleiten die Patienten auch mal innerhalb des Krankenhauses, wenn sie nicht wissen, wo genau sich ihr Ziel befindet, erzählt Hannelore Luft, die ebenfalls seit 15 Jahren dem Kreis angehört.

Ihr Besuchsdienst, ihre Hilfe erhielt nun während der Pandemie noch einmal eine ganz besondere Note. Während des ersten Lockdowns im Frühjahr des vergangenen Jahres durften sowohl die Angehörigen als auch die Helfergruppe nicht in die Klinik. Für die Angehörigen herrscht aktuell wieder Besuchsverbot. Die emsigen Frauen indessen dürfen auf die Stationen.

Seit 21 Jahren dabei

Die Patienten seien ungeheuer dankbar, sagt Renate Kupfer, bereits seit 21 Jahren Teil der Gruppe. Weil die Angehörigen der Besuch an den Betten der Patienten nicht gestattet ist, sei ihr Dienst umso wichtiger. Mal abgesehen von dem verbalen Zuspruch geht es manchmal nur um Kleinigkeit. Sei es, es werden Koffer der Angehörigen auf die Zimmer getragen und sich die Patienten über die Duschlotion freuen.

War die Helfergruppe vor Corona montags bis donnerstags unterwegs, sind es aktuell nur die ersten beiden Werktage, an denen sich die Patienten über ihren Besuch freuen dürfen. Klinik-Pressesprecher Joachim Haas sagt: "Die Helferinnen leisten das ganze Jahr eine tolle Arbeit. Selbst wenn die Angehörigen hier sein dürfen, sie können ja nicht den ganzen Tag am Bett sitzen". Sie würden mit ihrem Engagement auch die Schwestern entlasten. Die vier Frauen müssen freilich die Hygieneregeln einhalten. Das Tragen der medizinischen Maske und die Desinfektion der Hände sind die tragenden Elemente.

Auf der Onkologie ziehen sie sogar FFP2-Masken über. Im Zimmer halten sie so weit es geht Abstand. Wenn sie den Patienten direkt helfen und zum Beispiel Socken anziehen, sind Gummihandschuhe Pflicht. Trude Schardt hatte auch schon extra für den Helferdienst einen PCR-Test machen lassen. Jetzt lässt sie in der Apotheke kostenlose Schnelltests durchführen. rüdiger koslowski

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare