Hallo? Nur so kleine Kugeln? Nur fürs Foto. Eismanufakteur Michael Breitwieser setzt grundsätzlich aber auf Qualität statt Quantität - vor allem bei den Zutaten für seine Eissorten.
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Hallo? Nur so kleine Kugeln? Nur fürs Foto. Eismanufakteur Michael Breitwieser setzt grundsätzlich aber auf Qualität statt Quantität - vor allem bei den Zutaten für seine Eissorten.

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Ein Königreich für die perfekte Kugel

  • Stella Lorenz
    vonStella Lorenz
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Michael Breitwieser liebt Eis. So sehr, dass er es in seiner Manufaktur jetzt selbst herstellt. Seine Geheimnis für die Rezepte: "Drin iss, was druff steht".

Rüsselsheim -Michael Breitwieser lächelt verschmitzt. Er hat allen Grund dazu. Vor ihm stehen fein säuberlich aufgereiht und gestapelt schlichte, elegante packpapierbraune Becher. Farbige Verschlussstreifen zeigen an, was sich darin verbirgt: Alphonso-Mango, Geriebene Tonkabohne, "Himbeer'n", oder Edelkakao-"Schokolaaade" zum Beispiel - und das sind nur vier der insgesamt acht Eissorten, die Breitwieser herstellt. Der 27-Jährige hat sich mit seiner eigenen Eismanufaktur einen Traum erfüllt und produziert nach monatelangem Tüfteln nun für Eis-Enthusiasten aus der Region.

"Ich liebe Eis, schon immer. Als kleines Kind habe ich mich auch mal auf den Boden geworfen, wenn meine Mutter mit mir am Eissalon vorbeigelaufen ist, ohne ein Eis zu kaufen", erzählt er lachend. Nach dem Abitur an der Immanuel-Kant-Schule studiert er Elektrotechnik, mittlerweile ist er im Master-Studium. "Aber Eis hat mich nie losgelassen", sagt er. Nach einem ersten Versuchsjahr, das nur auf Catering und Events ausgelegt war, ist ihm klar, dass er das Ganze professionell und größer aufziehen möchte. Über ein Jahr lang experimentiert er mit der Eismaschine, probiert Rezepte aus, verfeinert Konsistenzen und feilt am Geschmack. "Wer das beste Eis will, muss beste Zutaten nehmen", weiß er. Deshalb habe er auch keine Ruhe gegeben, bis er die perfekte Haselnuss aus dem Piemont gefunden hat. "Die schmeckte, wie ich es mir vorgestellt habe", sagt er glücklich.

Mit Büffelmilch aus Deutschland

In Riedstadt hat er schließlich eine passende Räumlichkeit für sein Eislabor gefunden. Hier entstehen auf hohem Niveau die acht Sorten, die Breitwieser immer im Angebot hat, aber auch mal Besonderes. Gerade hat er eine kleine Charge Büffelmilcheis hergestellt, mit Büffelmilch aus Deutschland.

Die Suche nach guten Lieferanten macht ihm Spaß und schlägt sich letztlich auch in der Qualität nieder. Will man die zahlreichen Geschmacksnuancen auf einen gemeinsamen Nenner bringen, so wäre es die Intensität.

Das Eis von Michael Breitwieser hat eine geschmackliche Durchschlagskraft, ohne aufdringlich zu sein, ist cremig in der Konsistenz und fein im Nachgang. Darauf ist der "Eiswieser", wie er sich manchmal selbst nennt, zu Recht stolz.

Die inneren Werte seiner Produkte sind ihm wichtig. "Drin iss, was druff steht", lautet das Motto für sein Eis und das bedeutet im Klartext: keine Fertigprodukte, keine Pasten, keine künstlichen Aromen. Er setzt, so weit möglich, auf regionale Produkte. Milch und Zucker kommen aus Hessen und Baden-Württemberg. Im Stracciatella-Eis ist außerdem Honig aus Königstädten enthalten. Alle anderen Zutaten, die nicht in Deutschland angebaut werden, prüft er auf Herz und Nieren.

Regionale Vernetzung

Regionale Vernetzung ist für Breitwieser so oder so essenziell. Künftig möchte er gerne mit ortsansässigen Partnern kooperieren, aber auch der direkte Kontakt mit Eisliebhabern ist ihm wichtig. Bisher kann man die 650-Milliliter-Becher auf Breitwiesers Website bestellen und direkt vor Ort an der Horlache abholen. 7,90 Euro kostet ein Becher.

Unterstützung hat der Unternehmer von der Familie und von Freunden. Den Schritt zur Gründung zu wagen, sei der richtige gewesen. "Ich wusste: Ich will das machen. Entweder jetzt oder nie wieder", sagt er. Gerade in der heutigen Zeit ergriffen viele Menschen die Gelegenheit und täten das, was ihnen wirklich Freude macht. "Warum nicht also das Eis so machen, wie ich es will?" Natürlich habe es Zweifel gegeben. "Aber wenn ich es jetzt nicht versuche, werde ich es bereuen", ist sich Breitwieser sicher. Eine Lieblingssorte hat er übrigens nicht. "Ich mag eher Milcheis, aber das ist tagesformabhängig", sagt er. Regelmäßig steht er nun in Riedstadt hinter den stählernen Tischen, rührt, schneidet, passiert, mahlt, füllt ab und freut sich. Ein Traumjob, findet er. "Nur das Putzen danach ist leider sehr nervig", sagt er lachend. Aber für die perfekte Kugel Eis ist es das allemal wert. Stella Lorenz

Bestellen und abholen Auf https://breitwieser- eismanufaktur.de erhalten Interessierte einen Überblick über alle verfügbaren Sorten und können direkt online zum Abholen an der Horlache bestellen. Weitere Infos gibt es auch telefonisch unter (0 61 42) 40 83 64 und an post@breitwieser-eismanufaktur.de.

Acht Sorten gehören bei der Eismanufaktur zum Sortiment - fürs Foto fehlte noch Stracciatella, weil die Sorte gerade erst fertig wird.

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