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Einen hundertprozentigen Schutz vor Einbrechern gibt es nicht, sagen Experten. Doch man sollte es ihnen so schwer wie möglich machen.

Sicherheit

Einbrecher - Unliebsame Besucher in der Dunkelheit

Winterzeit ist Einbruchszeit. Wie können sich Hausbesitzer vor ungebetenen Gästen schützen? Hauptkommissarin Elke Schroth gibt Tipps.

Jetzt geht es wieder los: Die Sonne ist um 17 Uhr verschwunden und Einbrecherbanden ziehen ihre Runden, steigen durch Fenster und nehmen alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. „Stopp, ganz so einfach ist es nicht“, sagt Kriminalhauptkommissarin Elke Schroth vom Polizeipräsidium Südhessen. „Es stimmt schon, dass viele Einbrüche im Herbst und im Winter stattfinden, aber mit der Dunkelheit hat das nur bedingt zu tun.“ Tatsächlich seien die Täter in der Hauptsache tagsüber unterwegs. „Genau dann, wenn Sie und ich arbeiten, einkaufen oder mit dem Hund unterwegs sind.“

Etwa 15 Sekunden benötigen die Profi-Einbrecher, um ein normales Hausfenster aufzuhebeln, und auch der Besuch im Haus dauert in der Regel nicht besonders lange: „Ein durchschnittlicher Einbruch dauert in der Regel fünf Minuten. Das geht ratzfatz“, sagt Elke Schroth. In dieser Zeit nehmen die Diebe mit, was sie in die Finger bekommen können. „Es geht um Geld und um Schmuck. Kunstgegenstände oder etwa Fernsehgeräte sind in der Regel nicht so begehrt.“ Die lassen sich schließlich nicht so schnell aus dem Haus schaffen, Kunst ist schwierig zu verkaufen. „Schmuck kann hingegen ohne großen Aufwand eingeschmolzen werden“, sagt Schroth.

Im Kreis Groß-Gerau sind hauptsächlich reisende Tätergruppen unterwegs, gut organisiert, teils gar mit Kindern im Schlepptau, die sich durch schmale Kellerfenster zwängen. „Will man sich vor diesen Banden wappnen, dann muss man ihnen so viele Steine wie möglich in den Weg legen“, sagt Elke Schroth. „Es geht darum, den Einbrechern das Einsteigen so schwer wie möglich zu machen.“ Das geht schon bei den Gartenmöbeln los: „Achten Sie darauf, dass niemand über einen Gartenstuhl, einen Tisch oder über die Mülltonne an ein Fenster oder auf den Balkon gelangen kann.“

Das Allerwichtigste aber ist, dass Fenster und Türen entsprechend gesichert sind: Die Spezialistin sagt, dass abschließbare Fenstergriffe alleine nicht ausreichen, weil sie keinen Schutz gegen das Aufhebeln der Fensterflügel bieten. „Ihre Anwendung ist nur in Verbindung mit einem einbruchhemmenden Fensterbeschlag sinnvoll“, so Elke Schroth. Sie gibt zu bedenken: „Der Einbruchschutz für Fenster und Fenstertüren kann im Nachhinein immer noch deutlich verbessert werden.“ Eine Nachrüstung mit geprüften Zusatzsicherungen, zum Beispiel mit Zusatzkastenschlössern, Fensterstangenschlössern und Bändersicherungen, sei fast immer möglich. „Darüber hinaus sollte die griffseitige Zusatzsicherung stets abschließbar sein“, sagt die Polizistin.

Ein weiterer Tipp: Einbruchhemmende Rollläden. „Sie leisten Widerstand, sich gewaltsam Zutritt zu den zu schützenden Bereichen zu schaffen.“ Mit einer automatischen Steuerung kann dem Einbrecher vorgegaukelt werden, dass jemand zu Hause ist: „Wichtig ist, stets ein signifikantes Licht im Haus brennen zu lassen.“ Den Diebesbanden geht es darum, möglichst schnell und anonym in ein Haus einzusteigen. „Wenn sie sehen, dass im Haus Licht brennt, dann stehen die Chancen gut, dass die Bande davon ausgeht, dass jemand zu Hause ist.“ Elke Schroth rät zudem zu leistungsstarken Bewegungsmeldern, die einen engen Korridor am Haus ausleuchten.

Doch, und das gehört leider auch zur Wahrheit hinzu: „Einen hundertprozentigen Schutz vor Einbrechern gibt es leider nicht.“ Und immer gilt der Tipp: „Fällt Ihnen etwas Verdächtiges auf, melden Sie sich bei der Polizei.“ Doch was ist verdächtig? „Das kann eine unbekannte ältere Dame sein, die mit einem Kinderwagen durch eine Straße spaziert und Häuser ausspioniert. Das kann ein Lieferwagen sein, der mehrfach durch die Straße fährt. Das kann auch jemand sein, der Häuser mit dem Handy fotografiert. Wenn Sie sich unsicher sind, dann wählen Sie die 110“, sagt Elke Schroth. Und sollte man nach Hause kommen und die Wohnung durchwühlt und durchsucht vorfinden, so solle man bloß nichts anfassen: „Das ist ein Tatort. Die Polizei muss hier die Spuren aufnehmen.“

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