Für besondere Verdienste um das Gemeinwohl: Rainer Hepp bekommt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann gratuliert. FOTO: hmdj
+
Für besondere Verdienste um das Gemeinwohl: Rainer Hepp bekommt das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Staatsministerin Eva Kühne-Hörmann gratuliert.

Ehrung in Wiesbaden

"Eine beeindruckende Vita"

Rainer Hepp erhält das Bundesverdienstkreuz für sein großes Engagement

Wiesbaden/Rüsselsheim -Rainer Hepp ist ein Mann der Gerechtigkeit. Viele Jahre war er der stellvertretende Leiter des Verwaltungsgerichts in Darmstadt. Doch darüber hinaus hat er sich auch viele Jahrzehnte ehrenamtlich engagiert. Dafür wurde er am Mittwoch in Wiesbaden mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet, die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

In jungen Jahren hat Rainer Hepp in Rüsselsheim gewohnt. Doch damals, als junger Referendar, so erinnert er sich im Gespräch mit dem Echo, habe er in Rüsselsheim mit seiner Frau keine bezahlbare Wohnung gefunden. Die fand er dann in Groß-Gerau-Dornheim, wo er bis heute lebt. Da er aber schon als Jugendlicher beim TV Königstädten aktiv war, hat er dem Verein bis heute die Treue gehalten.

Geboren 1954 in Rosenheim, absolvierte er nach dem Abitur am Max-Planck-Gymnasium in Rüsselsheim 1975 zunächst seinen Wehrdienst bei einer Fernmeldeausbildungskompanie. Im Anschluss nahm er 1976 sein Studium der Rechtswissenschaften an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz auf.

Fast 42 Jahre im Dienst

Fast 42 Dienstjahre hat der Vater von zwei erwachsenen Kindern absolviert. 1988 wurde Hepp zum Richter auf Lebenszeit am Verwaltungsgericht Darmstadt ernannt. Nach Zwischenstationen in Kassel und Frankfurt war er von 2001 bis 2009 als Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Darmstadt tätig. 2009 wurde er dort zum Vizepräsidenten ernannt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2019 inne. 25 Jahre war er in der Bundesvereinigung der Verwaltungsrichter, davon 14 Jahre stellvertretender Vorsitzender. Da habe er viele Kontakte zu seinen Kolleginnen und Kollegen aus ganz Europa bekommen. "Ich war dadurch immer im Brennpunkt des Geschehens."

Dass es sich bei einem Verwaltungsrichter um eine trockene Materie handele, weist Hepp prompt zurück. Er sei viel draußen gewesen, oft auf Baustellen, wenn es um Entscheidungen für oder gegen Baumaßnahmen ging. Da habe er viele Menschen kennengelernt. "Das war alles andere als trocken", bilanziert er heute. In seiner Freizeit war Hepp immer ein begeisterter Handballer. 30 Jahre habe er diesen Sport beim TV Königstädten ausgeübt. Er bedauert, dass die Vereinsarbeit derzeit wegen Corona ziemlich brach liegt.

Regelmäßig an der Startlinie

Drei Jahrzehnte lang stand er dem Verein in verschiedenen Funktionen zu Verfügung: als Abteilungsleiter, stellvertretender Abteilungsleiter und als Vorstandsmitglied der Handballabteilung und darüber hinaus als Vorstandsmitglied des Turnvereins. Zudem habe er sich auch noch in der Jugendarbeit der Johannisgemeinde engagiert und Freizeiten organisiert, erzählt er.

Sport treibt er heute noch. Er macht regelmäßiges Lauftraining, nimmt auch mal an einem Triathlon teil, wurde mehrmals Kreismeister in seiner Altersklasse in der Leichtathletik. Beim Stadtlauf in Groß-Gerau war er regelmäßig am Start. Zu seinen Tätigkeiten zählt auch sein Engagement als Elternbeirat im Prälat-Diehl-Gymnasium in Groß-Gerau. Er war neun Jahre Handballschiedsrichter und sechs Jahre lang Lehrbeauftragter an der Uni in Speyer.

Auch im Richterrat habe er sich auf Landesebene 23 Jahre lang für die Belange seiner Kolleginnen und Kollegen eingesetzt. Das alles führte schließlich zu der Entscheidung, ihn für das Bundesverdienstkreuz vorzuschlagen.

Eine "beeindruckende Vita", wie Hessens Justizministerin Kühne-Hörmann gestern in ihrer Laudatio sagte. Die große Bandbreite und die Dauer Ihrer Engagements zeige, "dass Sie in verschiedensten Kreisen als integrer, hoch engagierter, verlässlicher, leistungsbereiter und offener hochgeschätzt und anerkannt waren. Sie genießen zu Recht höchstes Ansehen." Die Ministerin fügte hinzu: "Ich bin stolz darauf, einen Juristen in unseren Reihen gehabt zu haben, der auf so vielfältige Weise ehrenamtliche Betätigung als Selbstverständlichkeit verstand." ha/ok

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare