Abi in Corona-Zeiten: Mit Maske und Abstand schreiben die Schüler derzeit ihre Prüfungen. Foto: dpa
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Abi in Corona-Zeiten: Mit Maske und Abstand schreiben die Schüler derzeit ihre Prüfungen.

Schule und Corona

Eine ganz besondere Reifeprüfung

  • vonDr. Daniela Hamann
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Das Abitur zu Corona-Zeiten: Wie ist es in Rüsselsheim angelaufen?

Rüsselsheim -Nach einigen Diskussionen darüber, ob die Abiturprüfungen in diesem Jahr stattfinden sollen oder nicht, entschied sich die Politik schließlich doch dafür, die Prüfungen abzuhalten. Lehrer, Eltern und Schüler sind darüber sehr erleichtert, wie der Rüsselsheimer Stadtelternvertreter Roland Lobenstein berichtet.

In umfangreichen digitalen Meetings mit dem Schulamt hat sich Lobenstein vergangene Woche darüber informiert, wie die Umsetzung der Abiturprüfungen angesichts der Corona-Pandemie erfolgen soll. "Alles ist sehr gut geregelt. Viele der Abiturienten lassen sich regelmäßig testen. Ich bin mit den Maßnahmen sehr zufrieden. Sie sind eine vernünftige Antwort auf die aktuelle Situation", sagt Lobenstein.

Gleichwohl bleibe es ein Abitur unter besonderen Bedingungen. "Die Prüfungen jedoch ganz abzusagen, wäre für den Abschlussjahrgang fatal gewesen. Denn es hätte die Jugendlichen indirekt stigmatisiert und ihre Leistungen geschmälert."

Am Neuen Gymnasium Rüsselsheim hat das schriftliche Abitur am Mittwoch begonnen. Das erzählt Schulleiterin Maja Wechselberger. Noch vor dem Beginn und am Montag nach den Osterferien war ein Abiturient der Schule positiv auf das Coronavirus getestet worden. "Glücklicherweise war er aber noch zu Hause und noch nicht mit anderen Schülern in Kontakt gekommen, so dass die Prüfungen ohne Probleme starten konnten", berichtet Wechselberger erleichtert.

In die Sporthalle verlegt

Die Schule hat die Abiturprüfungen extra in die große Sporthalle des Gymnasiums verlegt, um den sonstigen Schulbetrieb nicht zu unterbrechen. Außerdem können die Schüler dort mit einem Abstand von drei bis vier Metern weit auseinander sitzen. Darüber hinaus gibt es in dem großen Gebäude "eine super Lüftung", wie die Schulleiterin betont.

Die Abiturienten testen sich regelmäßig auf das Virus. Dennoch behalten die meisten während der Abschlussarbeiten ihre Maske an, obwohl sogar einige Maskenpausen - bei Leistungsfächern sind es 30 Minuten, bei Grundfächern 20 Minuten - vorgesehen sind.

"Das Gesundheitsamt hat uns mitgeteilt, dass, selbst wenn es einen positiven Fall in einem Kurs gibt, die Masken jedoch die ganze Zeit getragen wurden, je nach Sachlage nicht die komplette Gruppe in Quarantäne gehen muss."

Es herrsche für die Schüler des Abschlussjahrgangs angesichts der Situation schon ein wenig mehr Druck. Denn niemand wolle gerne nachschreiben und dabei dann alleine in einem Klassenraum sitzen. "Auch beim Abitur gilt der Leitspruch: Geteiltes Leid ist halbes Leid", sagt Wechselberger. Obwohl unabhängig von Corona immer Nachschreibetermine für die Prüfungen vorgesehen seien. Der Schüler, der kurz nach den Osterferien positiv getestet wurde, müsse wohl oder übel davon Gebrauch machen. Allerdings gehe seine Gesundheit aktuell erst einmal vor. Denn ihm gehe es noch nicht so gut.

Nach den schriftlichen kommen bekanntlich die mündlichen Prüfungen. Auch hier sieht Maja Wechselberger keine Probleme: "Es sind drei Lehrer anwesend. Davon ist einer der Prüfer. Die Regelungen sind hier klar und verändern sich durch die Pandemie nicht."

Wenn Aussprache wichtig ist

Lediglich Gäste sind zu den mündlichen Prüfungen nicht zugelassen. Handelt es sich bei dem Fach um eine Fremdsprache, bei der die Aussprache wichtig ist, könne der Prüfling bei einem vorher erfolgten negativen Test die Maske kurzzeitig abnehmen. Zudem würden ohnehin große Räume für die Prüfungen gewählt, so dass der Abstand auch immer gewahrt sei.

"Natürlich bibbern wir, dass alles gut geht und wir keine positiven Testergebnisse haben und ganze Jahrgänge in Quarantäne schicken müssen", räumt die Schulleiterin ein. "Aber wir versuchen auch optimistisch zu bleiben. Das ist eine besondere Situation. Und dem sind sich alle Beteiligten sehr wohl bewusst." Daniela Hamann

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