Der neue Vorstand des RRK besteht aus zweitem Vorsitzenden Wilfried Schwanke, der Vorsitzenden Bianca Heinz und Kassierer Paul Anagnostou (von links). FOTO: Rüdiger Koslowski
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Der neue Vorstand des RRK besteht aus zweitem Vorsitzenden Wilfried Schwanke, der Vorsitzenden Bianca Heinz und Kassierer Paul Anagnostou (von links).

Jahreshauptversammlung

Eine Kapitänin ist jetzt am Ruder des RRK

Langjähriges Mitglied und einst erfolgreiche Spielerin: Bianca Heinz ist zur neuen Vorsitzende gewählt worden.

Rüsselsheim -Der Rüsselsheimer Ruder-Klub hat eine neue Vorsitzende. Bianca Heinz wurde während der Jahreshauptversammlung von den 64 anwesenden und stimmberechtigten Mitgliedern bei acht Enthaltungen einhellig gewählt.

Die 53-jährige Mutter der Olympiateilnehmerin Pauline Heinz übernimmt das Zepter von Fritz Schmidt junior. Er mochte nach viereinhalb Jahren im Amt nicht mehr kandidieren. Der Vorsitz sei eine Herausforderung gewesen. Dafür habe er andere Dinge vernachlässigt, so Schmidt junior.

Der Vorstand hatte im Vorfeld bei Heinz angefragt. Sie habe lange überlegt, ob sie den Vorsitz übernehmen wolle, räumte sie in ihrer Antrittsrede ein. Denn sie stehe noch dem Verein Mainkinderkram vor und habe eine große Familie.

Heinz ist seit 1978 Vereinsmitglied und war viele Jahre aktive Hockeyspielerin. Sie war Hessenmeisterin und Deutsche Meisterin. Sie spielte in allen Liegen und war mindestens einmal Meisterin in jeder Liga. Nur zum Ende ihrer Karriere musste sie sportlich absteigen.

"Ich sehe mich als Kapitän für einen großen Verein", beschrieb Heinz ihre Aufgabe als Vorsitzende. Sie fühle sich als Ansprechpartnerin. Weil sie es nicht mag, dass Kritik über E-Mails geäußert werde und das persönliche Gespräch vorziehe, bietet sie jeden ersten Donnerstag im Monat eine Sprechstunde an.

Pächter für Gaststätte gesucht

Auch der bisherige zweite Vorsitzende, Jürgen Kaul, mochte aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidieren. Sein Nachfolger ist Wilfried Schwanke. Der 61-Jährige ist bereits seit 1973 Vereinsmitglied. Er wurde bei einer Enthaltung einstimmig gewählt. Auf dem Posten des Kassierers gibt es keine Veränderung. Paul Anagnostou wurde bei fünf Enthaltungen einstimmig wiedergewählt.

Der RRK suche noch einen Pächter für die Gaststätte des frisch renovierten Bootshauses, informierte Schmidt junior. Der Gastronomiebereich werde aktuell für Veranstaltungen vermietet. In den vergangenen Wochen seien diesbezüglich einige interessante Gespräche geführt worden. Er hoffe, dass diese fortgesetzt werden, bis zum Frühjahr könnte der Verein einen Wirt haben. "Das sieht alles recht gut aus", stellte er fest.

Werde die Gaststätte nicht verpachtet, könne es im kommenden Jahr zu Problemen kommen, erklärte Anagnostou im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Verein sei dringend auf die Einnahmen aus der Verpachtung angewiesen - die Wohnungen seien übrigens bereits vermietet. Der Verein sei zudem abhängig von Spenden. Der Kassierer betonte indessen, dass sich der RRK noch in den schwarzen Zahlen befinde.

Nach zweieinhalb Stunden kam bei der Sitzung noch ein Antrag auf den Tisch, der kontrovers und mitunter heftig diskutiert wurde. Der Antrag sei in dieser Form allerdings nicht beschlussfähig, wurde aus dem Kreis der Versammlung festgestellt. Deshalb wurde er auf unbestimmte Zeit vertagt.

Den Antrag hatten 43 Mitglieder aus der Ruderabteilung unterschrieben. Der Ruderausschuss habe sich mit dem Thema Geld beschäftigt, erläuterte Ragnar Otto den Hintergrund des Antrags. Es klemme an vielen Stellen beim Verhältnis zwischen Einnahmen und Ausgaben. Er sprach im Zusammenhang mit der Haushaltsführung von Intransparenz hinsichtlich strategischer Überlegungen.

Grundbetrag und Sportbeitrag

Deshalb sollten am Anfang des neuen Jahres fünf separate Kostenstellen eingerichtet werden, die transparent voneinander abgegrenzt werden. Ausgaben sollten so genau wie möglich auf diese Kostenstellen gebucht werden.

Die Mitglieder sollten zu gleichen Teilen mit einem noch zu bestimmenden Grundbetrag die Gemeinkosten des RRK abdecken. Die Mitglieder der Sportabteilungen sollten mit einem Sportbeitrag alle Kosten der jeweiligen Abteilung tragen, heißt es in dem Antrag. Ferner sollten Verluste und Überschüsse aus der Immobilienbewirtschaftung proportional auf alle Mitglieder verteilt werden. Die Sportabteilungen sollten ihre Budgets und die Höhe der Mitgliedsbeiträge (Sportbeiträge) unabhängig festlegen.

Die neue Vorsitzende empfindet die bisherige Praxis indessen als transparent. "Müssen wir etwas Grundlegendes ändern?", fragte Heinz.

Schmidt junior machte darauf aufmerksam, dass zu den Forderungen bereits ein Gespräch vorgeschlagen worden sei, was jedoch nicht stattgefunden habe. Auf einer Mitgliederversammlung kämen aber solche Themen auf den Tisch, mahnte ein Teilnehmer der Versammlung an. Oder es werde weiter gemauschelt, echauffierte er sich. Diesen Vorwurf empfand Anagnostou als Unverschämtheit. Gleichwohl sollte sich der Verein über den Antrag unterhalten. Rüdiger Koslowski

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