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Eine neue Heimat für die „Trewwerer“

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Norbert Becker von den ?Mir Trewwerer? ist auf vielen der alten Bilder im Vereinsheim des TSV am Roten Sand zu sehen.
Norbert Becker von den ?Mir Trewwerer? ist auf vielen der alten Bilder im Vereinsheim des TSV am Roten Sand zu sehen. © (Maraike Stich)

Im Mai mussten die „Mir Trewwerer“ ihren Raum im Alten Rathaus verlassen. Jetzt hat die Dorfverschönerungsgruppe eine neue Heimat bei den Fußballern des TSV. Deren Gastfreundschaft ist nicht ganz ohne Hintergedanken.

Hans Kolb vom Turn- und Sportverein (TSV) redet nicht lange um den heißen Brei: „Es ist eine große Hilfe für uns, dass sie da sind. Zusammen können wir das Haus erhalten und vielleicht sogar noch etwas ausbauen.“ Kolb träumt schon von zukünftigen Feiern im renovierten Clubhaus am Roten Sand.

Der TSV gewährt dort der im Mai heimatlos gewordenen Gruppe „Mir Trewwerer“ seit kurzem Asyl. „Wir haben ein neues Zuhause gefunden“, freut sich Norbert Becker und ergänzt: „Und seit gestern läuft auch die Heizung.“

Deshalb können die Männer der Dorfverschönerungsgruppe ihre Versammlung heute im Warmen abhalten. Nach dem Rausschmiss waren sie zuerst in der Scheune des Heimatvereins untergekommen, da ist es jedoch mittlerweile zu kalt. Arbeiten werden sie dort nach wie vor, aber ihre vormittäglichen Versammlungen mittwochs und donnerstags werden sie künftig am neuen Ort abhalten. Der verfügt neben dem großen Clubraum auch über eine Küche und Duschen. „Die brauchen wir nicht, kurz bevor wir schwitzen, hören wir auf zu arbeiten“, scherzt Becker.

Per Handschlag

Bei einem Arbeitseinsatz waren sich die Männer vom TSV und die rührigen Senioren näher gekommen. Gemeinsam hatten sie den verwitterten Zaun an der Ostseite des Geländes zurückgebaut. Vielleicht wurde da die Idee geboren, jedenfalls kam danach das Angebot an die „Trewwerer“. Kurz darauf wurde die Sache spruchreif, ganz ohne Vertrag. „Unter Fußballern einigt man sich mit Handschlag“, erklärt Becker, der auch schon 63 Jahre Mitglied beim TSV ist. „Klasse dass ich noch mal an die alte Wirkungsstätte zurück kann.“

Im Flur hängen viele alte Schwarz-Weiß-Aufnahmen, die Zeugnis von seiner fußballerischen Karriere ablegen. „Hier in dem Raum wurden wir früher nach den Spielen massiert“, erzählt er seinen Mitstreitern.

Der Deal ist für beide Seiten ein Gewinn. Während die „Trewwerer“ ein neues Zuhause suchten, brauchen die Fußballer Unterstützung beim Erhalt von Haus und Gelände. Der alte Fußballplatz wird heute eigentlich nur noch von Hobbymannschaften – unter anderem einem Krickett-Team der Flüchtlinge – genutzt. Derzeit aber trainieren alle Mannschaften des TSV hier, da am neuen Platz die Flutlichtanlage schon mehrere Wochen nicht funktioniert.

„Jeder will, dass die Rote Erde erhalten bleibt“ sagt einer, und alle stimmen zu. Es gebe vonseiten der Gemeinde durchaus Begehrlichkeiten. Vor einigen Jahren habe es schon einmal konkretere Pläne gegeben, dort Gewerbe anzusiedeln. Daraus wurde jedoch nichts. „Wir möchten die letzten grünen Oasen im Ort erhalten“ sagt Becker, der mit Sorge beobachtet, wie der Ort nach und nach immer weiter zugebaut wird.

Erste Reparaturen

Die Fußballer konnten derweil schon vom handwerklichen Geschick ihrer neuen Mitbewohner profitieren. Eine Bank, die bei einer nächtlichen Aktion – wahrscheinlich von Jugendlichen – durchgesägt worden war, verfügt wieder über neue Planken. Auch defekte Rollladen wurden repariert und die Küche in Ordnung gebracht. Nächstes Projekt wird die Spielfeldumrandung sein, die hier und dort auseinanderfällt. „Wir sind hier so ein bisschen die Hausmeister“, meint Horst Limmer von den „Trewwerern“. „Was Besseres konnte uns nicht passieren“, freut sich Kolb vom TSV.

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