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Im Topf sind 500 Euro: Herbert Haas (rechts) und Armin Kleditz vom Verein Soziale Hilfsdienste freuen sich über die Spende der Damen vom Lions Club, Gerda Hottum, Ute Weber, Ingeborg Göpfert und Birgit Singhoff (von links).

Soziale Hilfsdienste

Im Einsatz für mehr als 100 Menschen

Der Verein Soziale Hilfsdienste bietet älteren und hilfsbedürftigen Menschen Leistungen zu geringen Gebühren an. Deshalb ist er auf Spenden angewiesen. Die Damen des Rüsselsheimer Lions Clubs sind nun aktiv geworden.

Das Tontöpfchen war nettes Beiwerk, viel wichtiger war der Inhalt: ein Brief, in den sinnbildlich ein Geldbetrag eingetragen worden war. Herbert Haas, der Vorsitzende des Vereins Soziale Hilfsdienste, und sein Stellvertreter Armin Kleditz nahmen diesen von vier Frauen des Lions Clubs Rüsselsheim entgegen. Den Betrag von 500 Euro haben sie schon auf das Konto des Vereins buchen lassen, versicherten Gerda Hottum, Ute Weber, Ingeborg Göpfert und Birgit Singhoff.

Das Geld ist ein Teil des Erlöses des Flohmarktes der Lions Club-Damen im vergangenen Oktober in der Rüsselsheimer Grundschule Innenstadt. Weitere 1000 Euro erhielt die Grundschule, die übrigen 200 Euro stockten die Damen noch einmal um 300 Euro auf und spendeten sie der Patientenbegleitung des Gesundheits- und Pflegezentrums Rüsselsheim, deren Schirmherren sie sind.

Der Flohmarkt der Damen war bis vor vier Jahren noch im Foyer des alten Stadtzentrumsgebäudes in Raunheim. Weil in der Grundschule eine viel größere Turnhalle und eine Küche zur Verfügung stehen, zogen sie mit ihrem Trödelmarkt um. Die Lions Club-Damen unterstützten auch schon Raunheimer Kindertagesstätten und wollten jetzt wieder an eine soziale Einrichtung in Raunheim spenden. Über die Patientenbegleitung erfuhren sie von dem Verein Soziale Hilfsdienste.

Der Verein ist 2006 aus dem Förderverein Sozialstation hervorgegangen und nahm 2007 seine Arbeit auf. Er bietet kostenpflichtige Besuchs- und Begleitdienste, Hilfe im Haushalt, Fahrdienste und Gartenarbeiten an. Beim Start zählte er rund 230 Mitglieder. Diese Zahl sei in etwa konstant geblieben, informierte Herbert Haas die vier Damen. Der Verein finanziert sich über die Mitgliedergebühren – einem Jahresmindestbeitrag von zwölf Euro – und über Spenden. Die Gebühren für die Leistungen seien nicht kostendeckend, „schließlich sollen sie doch bezahlbar bleiben“, sagte Herbert Haas. Benzin oder die Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Helfer sowie für die Koordinatorin der Helfer und Kunden verursachen Kosten.

Jetzt will der Verein eine neue Spendenkampagne bei Unternehmen starten. Der Flughafenbetreiber Fraport werde ebenfalls Ziel sein, setze der Flughafen doch der Bevölkerung zu, kündigte Haas an. Mit der Neuausrichtung im Jahr 2006 besteht der Verein nun zehn Jahre. Der runde Geburtstag soll aber nicht gefeiert werden. Herbert Haas möchte die Ressourcen lieber für die Vereinszwecke verwenden.

Derzeit betreuen 22 ehrenamtliche Helfer bis zu 100 Einzelpersonen und Familien. „Die Menschen können sich zu einhundertprozent auf das Personal verlassen“, betonte Herbert Haas. Er hob zudem die personelle Kontinuität der Betreuung hervor. „Es kommt immer die gleiche Person“, unterstrich der Vereinsvorsitzende. Wegen der verstärkten Nachfrage für die Gartenarbeit und der Hilfe im Haushalt würde sich der Verein über neue ehrenamtliche Helfer freuen.

Der Verein betreut ausschließlich Bewohner aus Raunheim, obgleich viele Anfragen aus Rüsselsheim vorliegen. Dort gebe es allerdings mit der Patientenbegleitung, dem kirchlichen Angebot und der Generationenhilfe genügend Möglichkeiten der Unterstützung. Der Verein biete keine Patientenbegleitung wie das GPR-Klinikum an. Der administrative Aufwand würde sich dafür noch weiter erhöhen, außerdem müsste der Kreis der ehrenamtlichen Helfer noch weiter ausgebaut werden, erklärte Herbert Haas.

Der Verein sieht sich häufig mit Beratungsanfragen konfrontiert. Die Helfer befänden sich nicht selten im Zwiespalt und müssten eine Grenze ziehen, zumal die eigentlichen Leistungen eben ohnehin bereits nicht kostendeckend angeboten werden.

Der Verein Soziale Hilfsdienste arbeite aber eng mit dem Kreis Groß-Gerau zusammen, der eine professionelle Hilfe anböte, so Herbert Haas. Der Verein verweist auch an die Stadt, die mit dem Senioren- und Beratungszentrum Haus unter der Linde bessere Möglichkeiten für die Beratung habe. rko

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