Die Einschulung ist ein wichtiger Tag für die Abc-Schützen. Neben der Schultüte gehört leider auch im zweiten Corona-Jahr eine Mund-Nase-Bedeckung zur Ausstattung. FOTO: dpa
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Die Einschulung ist ein wichtiger Tag für die Abc-Schützen. Neben der Schultüte gehört leider auch im zweiten Corona-Jahr eine Mund-Nase-Bedeckung zur Ausstattung.

Bildung und Corona

Einschulung nur in Etappen

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
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Das neue Schuljahr beginnt mit einer Masken- und Testpflicht

Rüsselsheim -Während die Schüler in Hessen noch eine Sommerferienwochen genießen, laufen die Planungen hinter den Kulissen - im hessischen Kultusministerium, im Staatlichen Schulamt und in den Schulen - auf Hochtouren. Die Entwicklungen durch die Corona-Pandemie sind zwar nicht mehr so unberechenbar, wie sie noch vor einem halben Jahr waren. Dennoch bleiben die Behörden in Habachtstellung.

"Natürlich wird die weitere pandemische Situation zu beobachten sein. Darauf wäre dann gegebenenfalls noch kurzfristig zu reagieren", mahnt Birgitta Hedde, die Leiterin des Staatlichen Schulamtes für den Landkreis Groß-Gerau und den Main-Taunus-Kreis, zur Vorsicht.

Etwas Planungssicherheit gibt jedoch das Schreiben von Kultusminister Alexander Lorz (CDU). Seit dem 12. Juli wissen sowohl die Eltern als auch die Schulen, wie die grobe Planung für das Schuljahr 2021/22 aussieht. "Es ist fantastisch, dass das Kultusministerium uns so früh informiert hat", ist der Vorsitzende des Stadtelternbeirates Rüsselsheim, Roland Lobenstein, erfreut. "Ich erinnere mich noch daran, als wir am Freitag erfahren haben, wie es am Montag weitergeht. Das war pulstreibend."

Das Kultusministerium sieht einen "regulären Schulbetrieb bei gleichzeitig hohen Sicherheitsstandards" vor. Im Detail bedeutet dies, dass das neue Schuljahr landesweit mit täglichem Präsenzunterricht beginnt. Um das Infektionsrisiko einzudämmen, insbesondere mit Blick auf Reiserückkehrer, führt das Ministerium zwei "Präventionswochen", vom 30. August bis 10. September, ein. Das bedeutet für die Schüler eine erneute Maskenpflicht am Arbeitsplatz sowie drei- statt zweimal pro Woche einen negativen Testnachweis, der in der Schule erbracht werden kann.

Seit dem heutigen Samstag ist aufgrund der neuen Allgemeinverfügung des Kreises Groß-Gerau und angesichts einer Sieben-Tages-Inzidenz von 53 (Stand: 20. August) bei Veranstaltungen in geschlossenen Räumen der Zutritt nur noch mit Negativtest möglich, im Freien sind ohne Test bis zu 500 Personen erlaubt (siehe Bericht links).

Wichtiger Tag für die Kinder

Bereits zuvor waren die Schulen vorsichtig, wenn es um die Einschulungsfeiern geht. Die Sophie-Opel-Schule etwa lädt die Klassen gestaffelt zur Einschulungsfeier ein. Mit jeweils zehn Minuten Zeitunterschied beginnen und enden die Feiern für die sechs fünften Klassen. "Bringen Sie bitte die Einwilligungserklärung zur Durchführung der Antigen-Selbsttests unterschrieben mit", richten Schulleiter Jens-Peter Krämer und Förderstufenleiter Benjamin Fleiner-Kuhlmann ihre Bitte an die Eltern. An anderen Schulen müssen die Einwilligungserklärungen für das neue Schuljahr ebenfalls erneuert werden.

Die Eichgrundschule feiert die Einschulung der drei ersten Klassen ebenfalls zu unterschiedlichen Zeiten. Die Gäste müssen sich anmelden und bekommen einen Sitzplatz im Freien auf dem Schulhof zugewiesen, wo die Feiern stattfinden. Ein Negativtest sei nicht notwendig, werde aber empfohlen, informiert die Schule. Die Grundschule Königstädten wiederum weist die Eltern darauf hin, am ersten Schultag einen Negativtest mitzubringen.

Die Einschulungsfeiern wegen der Corona-Pandemie abzusagen, kommt für den Vorsitzenden des Stadtelternbeirats nicht infrage. "Die Einschulung soll gefeiert werden. Es ist ein wichtiger Tag für die Kinder. Nun beginnt der Ernst des Lebens", sagt Roland Lobenstein.

Er bleibt ob der steigenden Inzidenzen gelassen. Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren führten längst nicht mehr die Statistik der Infizierten im Kreis Groß-Gerau an. Am gestrigen Freitag verzeichnete die "Altersgruppen-Ampel", die der Kreiselternbeirat Groß-Gerau erstellt hat und auf seiner Webseite regelmäßig aktualisiert, 24 Infizierte. Die Altersgruppe 15 bis 34 liegt hingegen bei 159 Infizierten. Bei den 35- bis 59-Jährigen waren es 112.

Besseres Lernklima

Und auch die Zahl der Reiserückkehrer aus sogenannten Risikoländern halte sich in Grenzen. "Die Tendenz geht eher dahin, dass Familien mit schulpflichtigen Kindern im Nahbereich bleiben", so Lobenstein. Denn für Reisende in Risikogebieten wird eine zehntägige Quarantäne angeordnet, die wenn falsch geplant, zeitlich ins Schuljahr fallen könnte. "Bitte informieren Sie sich unbedingt, ob Ihr Reiseland oder Ihre Reiseregion zum Zeitpunkt der Rückkehr zu einem Risikogebiet gehört", appelliert beispielsweise Petra Löhr, Schulleiterin an der Grundschule Hasengrund, an die Eltern.

Quarantäne, Maskenpflicht und Negativtests hin oder her. Für Lobenstein steht fest: "Die Schüler freuen sich auf ihr gewohntes soziales Umfeld." Sollte der Wechselunterricht aufgrund hoher Inzidenzen wieder eingeführt werden, sei auch dies nicht per se schlecht. Während des Schuljahres habe man nämlich festgestellt, dass der Wechselunterricht in kleineren Gruppen - insbesondere in der Grundschule und Mittelstufe - für ein besseres Lernklima gesorgt hatte. "Es gab weniger Unruhe und Konflikte in den Gruppen", sagt Lobenstein. Der Stadtelternbeirat werde bei einer öffentlichen Sitzung des Gremiums im Oktober genauer auf die Erfahrungen des vergangenen Schuljahrs eingehen, kündigt er an. dit

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