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Ab der zehnten Klasse werden die Schüler des Neuen Gymnasiums auch mit Tablets ausgestattet.

Schneller, einfacher, besser

Elektronische Tafeln sind für Neues Gymnasium eine Bereicherung

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Hier wird die Tafel zum Computer und die Finger zur Maus. Viele Schulen im Kreis haben elektronische Tafeln im Einsatz. Das Neue Gymnasium ist schon komplett mit den Klassenräumen der Zukunft ausgestattet.

Die großen grünen Tafeln, auf denen die Lehrer oft mit Kreideresten schrieben, sind in vielen Schulen nicht mehr auffindbar. Auch Overhead-Projektoren und CD-Player stehen höchstens noch verstaubt in einem Abstellraum. Ersetzt wurden diese Geräte durch multimediale und interaktive Tafeln. Dazu gehören elektronische Whiteboards (EWB) – elektronische Weißwandtafeln, die über einen Computer mit einem Beamer verbunden sind. Der projiziert den Bildschirm auf eine große, weiße Wand. Die modernere Variante sind interaktive Displays, die direkt mit dem Rechner verbunden sind und keinen Beamer zur Übertragung des Signals brauchen. „Von den insgesamt an den Schulen in Rüsselsheimer Schulträgerschaft vorhandenen 145 interaktiven Tafeln, sind 91 die modernere Variante des interaktiven Displays“, sagt eine Sprecherin der Stadt.

In den Schulen des Kreises Groß-Gerau gibt es derzeit 532 dieser Systeme, 229 davon in Gesamtschulen und 174 in Gymnasien. Alle weiterführenden Schulen des Kreises haben elektronische Tafeln im Einsatz, ein Teil der Grundschulen ist noch nicht ausgestattet.

Unter den Schulen, die in den vergangenen zehn Jahren komplett vom Kreis mit solchen Systemen ausgestattet wurden, ist auch das Neue Gymnasium in Rüsselsheim. Hier steht in jedem Klassenraum solch ein System. Die Schüler der Klasse 10 b des Neuen Gymnasiums kennen normale Tafeln nur noch aus der Grundschule. Auf ihrem elektronischen Whiteboard schreiben sie nicht mehr nur ab oder lösen Aufgaben, damit werden auch interaktive Präsentationen vorgetragen, Filme, Videos und Audiodateien in den Unterricht eingebunden.

Das Board verbindet sich problemlos mit dem Handy, Tablet oder USB-Stick. Lehrer Benjamin Seelisch (39) kann so ganz einfach über sein Tablet etwas an die elektronische Tafel schreiben, ohne seine Schüler aus dem Blick zu lassen. Über eine Dokumentenkamera ist es außerdem möglich, Notizen oder Aufgaben der Schüler direkt auf dem Board zu zeigen. Ähnlich wie bei einem Overhead-Projektor, nur viel schneller und unkomplizierter.

„Als ich an die Schule kam, war das natürlich neu für mich, aber ich habe mich sehr schnell daran gewöhnt“, sagt die 15-jährige Schülerin Lilli. „Und keiner muss mehr die Tafel abwischen“, fügt sie hinzu. Ihre Mitschülerin Sirin ergänzt: „Wir können auch alles, was wir auf das Board schreiben, abspeichern und uns später wieder anschauen. “ Die Materialien, Abschriften und Aufgaben können die Lehrer zudem auf dem schulinternen Netzwerk für die Schüler zur Verfügung stellen.

Die interaktive Tafel verbessert jedoch nicht nur den Schulalltag der Schüler, sondern auch den der Lehrer, findet Seelisch. „Die Vorteile sind ganz klar die Langlebigkeit der Daten und die Spontanität im Unterricht. Wenn ich etwas brauche, ist es nach einem Klick da“, sagt er. Er müsse keine großen Geräte mehr in den Klassenraum schleppen, sondern kann alles mit dem Board umsetzen. Auch die Vorbereitung des Unterrichts werde vereinfacht und gehe schneller.

Bei der Ausstattung der elektronischen Tafeln habe es zwar anfangs noch einige technische Problem gegeben, aber seit längerem funktioniere alles problemlos. Dafür trage auch die schnelle Internetverbindung bei, die auch die gesamte Schule mit WLAN versorgt.

Nachteile gebe es laut Seelisch nicht viele. „Der Unterricht war anfangs etwas zu sehr nach vorne zu dem Medium zentriert“, sagt er. Das habe sich jedoch mit der Zeit gelegt. Auch die Lesbarkeit bei hellem Licht sei teilweise schwierig. Das könne jedoch durch das Schließen der Rollläden verbessert werden. Generell halte er die Boards für eine Bereicherung für Schüler und Lehrer, diese müssten sich nur darauf einlassen. Die Lehrer des Gymnasium erhalten regelmäßig Schuljahresschulungen, bei denen ihnen die Handhabung mit der Technik und dem Programm gezeigt werde.

Dass die elektronischen Tafeln eine große Umstellung für Lehrer der älteren Generationen sein könnten, findet Benjamin Seelisch nicht. Wenn das Interesse vorhanden ist, sei es mit keinem großen Arbeitsaufwand verbunden.

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