Buchhändlerin Sara Vazquez freut sich, im Kapitel 43 wieder mit ihren Kunden über Bücher reden zu können. foto: mawa
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Buchhändlerin Sara Vazquez freut sich, im Kapitel 43 wieder mit ihren Kunden über Bücher reden zu können.

Handel

Endlich wieder zwischen Büchern stöbern

  • vonMareike Stich
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Ein bisschen Normalität kehrt wieder in der Buchhandlung Kapitel 43 während der Corona-Zeit ein.

Rüsselsheim -Seit Anfang März dürfen in Hessen die Buchläden wieder öffnen. "Es ist schön, endlich wieder Menschen im Geschäft zu haben", sagt Sara Vazquez vom Kapitel 43. Ebenso wie Blumenläden und Baumärkte dürfen die Buchläden in Hessen ihre Waren wieder unter fast ganz normalen Bedingungen anbieten. Als Kunde braucht man keinen Termin und darf auch den Laden betreten, um in Ruhe zu stöbern und zu schmökern.

"Die Kunden müssen sich einen der vier Körbe im Eingangsbereich nehmen, bevor sie eintreten", erklärt Vazquez. Ist kein Korb mehr da, muss man draußen warten. So einfach ist das. Bislang habe sich der Kundenstrom gleichmäßig über die Öffnungszeiten verteilt, so dass es noch keine langen Schlangen gegeben habe.

Desinfektionsmittel und Plexiglasscheiben an Kasse und Bestell-Computer gehören ebenso zum Sicherheitspaket wie Klebestreifen, die am Boden im Abstand von jeweils 1,50 Metern aufgeklebt wurden. Natürlich muss auch jeder Mitarbeiter und Kunde im Geschäft eine Maske tragen. Dann steht dem Einkaufserlebnis nichts mehr im Weg. Die Kunden hielten sich sehr diszipliniert an die Regeln, sagt die Buchhändlerin, das sei jetzt ganz anders als vor dem Lockdown, wo die Maske auch schon mal vergessen worden sei.

"Das Persönliche macht es aus"

Endlich wieder über Bücher reden und im persönlichen Gespräch Literatur empfehlen zu können, sei herrlich. Auch die Kunden hätten sich sichtlich gefreut. "Das Persönliche macht es doch aus", findet Vazquez. Etwa 50 Prozent des üblichen Umsatzes habe man während des Lockdowns erwirtschaften können. "Lange hätten wir nicht mehr durchgehalten", verrät sie.

Dabei sei es dem Kapitel 43 noch vergleichsweise gut gegangen, denn sie hätten die ganze Zeit über immerhin noch irgendwie weiter Bücher verkaufen können - im ersten Lockdown auf Bestellung, im zweiten kam dann noch der Verkauf an der Ladentür hinzu.

Natürlich habe das Coronavirus auch einen Einfluss auf die Neuerscheinungen und das Kaufverhalten der Leserschaft, berichtet Vazquez. Neben ganz aktuellen Auseinandersetzungen mit der Krise, wie etwa dem Corona-Tagebuch "Als die Welt stehen blieb" der norwegischen Autorin Maja Lunde, seien auch Klassiker wie "Die Pest" von Albert Camus wieder in den Bestsellerlisten aufgetaucht.

Die Pandemie als Thema

Bücher von Virologen, ein Corona-Comic von Ralf König und ein Kindersachbuch einer Rüsselsheimer Autorin zum Thema sind nur eine Auswahl der Publikationen, welche die Pandemie thematisieren. Aber auch Publikationen zu den Themen Klimawandel, Nachhaltigkeit, Selbstversorgung aus dem Garten und Haltbarmachen von Lebensmitteln stünden hoch im Kurs.

In der Krise habe sie gemerkt, wie viele treue Kunden das Kapitel 43 habe, "viele waren regelmäßig da, um uns zu unterstützen". Überhaupt habe sie das Gefühl, dass die Leute versuchten, wieder mehr in der Innenstadt zu kaufen. Dort, wo das eben möglich sei. maraike stich

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