Familie: Neben Gabriela Höll ist auch Sohn Christian involviert.
+
Familie: Neben Gabriela Höll ist auch Sohn Christian involviert.

Boutique-Hotel und Restaurant

Endspurt auf der Höll-Baustelle in Rüsselsheim

  • vonRobin Göckes
    schließen

Auf der Baustelle der Familie Höll geht es mit Riesenschritten auf die Fertigstellung zu. In wenigen Wochen sollen das Boutique-Hotel und das Restaurant am Mainufer eröffnen. Zeit für das Mittagessen bleibt auf der Baustelle aber natürlich trotzdem.

Ein merkwürdiger Geruch liegt in der Luft. Nach Farbe und frischem Beton riecht es, nach Staub – eben so, wie es auf einer Baustelle immer riecht. Aber da ist noch etwas anderes, der Duft frischer Kräuter, von gebratenem Fleisch und von Bratkartoffeln. Untypisch. Auf der Baustelle der Familie Höll, die seit rund zwei Jahren die ehemalige Mainlust umbaut, ist das aber ganz normal. „Gleich gibt’s Mittagessen“, sagt Gabriela Höll und lässt mit einem Lächeln auf den Lippen den Blick über den Innenhof der ehemaligen Mainlust streichen.

Die Baustelle ist im Endspurt, in wenigen Wochen sollen das neue Boutique-Hotel samt Restaurant, Sauna, Weinkeller und Skybar öffnen. So erklärt sich auch der eher untypische Geruchsmix. Denn in Hölls privater Küche, gleich nebenan auf dem Nachbargrundstück, gehen schon zwei jener Köche ihrem Handwerk nach, die in wenigen Wochen die Gäste im Restaurant mit ihren Kreationen beglücken sollen. Sie bereiten gerade die Stärkung für die Familie Höll und die Bauarbeiter zu. Am Tisch einen Raum weiter, im Wohnzimmer, wird unterdessen an der Planung für eine Weihnachtsfeier gefeilt. „Bei den Buchungen, die schon eingegangen sind, können wir uns nicht beschweren. Das läuft alles sehr rund“, sagt Gabriela Höll.

Details machen das Projekt besonders

Vorher allerdings muss – zumindest gefühlt – noch an tausend Schrauben gedreht werden. Viele Arbeiten sind bereits erledigt, aber fast überall wird noch an den Details gefeilt. „In den kommenden Tagen werden die Lampen neben den Betten, die Lichtschalter und die Steckdosen montiert“, berichtet Höll während eines Rundgangs über die Baustelle.

Die Matratzen liegen schon auf den Betten, sind aber noch eingepackt, damit sie nicht schmutzig werden. „Schauen sie mal auf das Etikett“, sagt die Bauherrin. „Höll am Main“ steht da – das neue Hotel hat seine eigenen Matratzen – Konzipiert nach den Wünschen und Vorstellungen der Familie.

Jedes Zimmer im Boutique-Hotel bekommt ein eigenes Kunst-Konzept mit den passenden Werken jeweils eines Künstlers. Die Einrichtung aus Massivholz wirkt hochwertig, komplettiert wird sie durch gemütliche Sessel, die Farbe ins Konzept bringen.

In den Badezimmern dominiert schlichte Eleganz. Ein echter Hingucker: die großen Fließenplatten, die in den Duschen in einem Stück vom Boden bis zur Decke reichen.

Es sind die Details, die das Projekt der Familie Höll besonders machen – nicht alleine für Rüsselsheimer Verhältnisse. Und auf die Gabriela Höll stolz ist, das spürt man.

Elemente aus der alten „Mainlust“

Das gilt auch für die andere Seite der Baustelle, auf der Restaurant, weitere Zimmer, die Sauna und die Skybar entstehen. Viele Elemente aus der alten „Mainlust“ wurden nach deren Demontage nicht einfach entsorgt, sondern sicher eingelagert. Und nun kommen sie wieder zum Einsatz. So wie der mit Schnitzereien und dem Wappen der Stadt versehene Handlauf aus dem alten Lokal, welcher künftig den Eingang zum Weinkeller ziert. Oder wie die alten Sandsteine, aus denen die neue Zugangstreppe entstehen soll.

Auch für die in Rüsselsheim ansässige Architektin Heike Eberts-Schad, die den Um- und Anbau seit mehr als zwei Jahren begleitet, ist das „Höll am Main“ kein ganz alltägliches Projekt. „Spannend ist die Vielfalt“, sagt sie.

Vor allem der Umgang mit der Bestandsbebauung habe sie immer wieder vor Herausforderungen gestellt. „Wir hatten da unheimlich viele Höhenunterschiede drin, die wir irgendwie ausgleichen mussten.“ Alleine das Aufmaß zu Beginn der Planungen habe enorm viel Zeit gekostet. „Und dann haben wir die Pläne während der Arbeiten immer wieder angepasst und verändert“, berichtet sie. Viele Entscheidungen seien erst während der Bauarbeiten getroffen worden. „Das war und ist ein ständiger Prozess.“ Mit den Hölls hatte sie es mit Bauherren zu tun, die jeden Tag selbst auf der Baustelle zugegen sind. „Ich finde das richtig gut, dass sie so eng mit dabei sind. Sie haben ein Grundverständnis dafür, wie es auf einer Baustelle läuft.“

Nicht nur für die Architektin und natürlich für die Familie Höll, die künftig auch Restaurant und Boutique-Hotel betreiben wird, ist die Baustelle etwas besonderes. Auch manch einer der Handwerker hat das Projekt längst lieb gewonnen. „Fühlt sich wie Familie ein“, meint einer der Elektriker, der gerade letzte Hand an die Verkabelung in einem der Gästezimmer legt, ehe es zum Mittagessen geht. Die Profiköche in Gabriela Hölls Küche haben ihr Werk beendet und die Essensdüfte überlagern inzwischen verlockend den Geruch der Baustelle.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare