Nass, aber glücklich: Den Teilnehmern der Ferienspiele macht das Schmuddelwetter nichts aus.
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Nass, aber glücklich: Den Teilnehmern der Ferienspiele macht das Schmuddelwetter nichts aus.

Ferienspiele

Auf Entdeckungstour durch den Wald

„Was der Winterwald uns zeigt“, so lautet das Motto der Ferienspiele der Schulkindbetreuung in Trebur. Der Wald ist kein Problem, der Winter schon. Zumindest am ersten Tag waren Gummistiefel statt Schneeschuhe angesagt.

Von RALPH KEIM

 „Das ist ja gar kein Vogel drin!“ Die sechsjährige Clara war schon ziemlich überrascht, als sie den Nistkasten öffnete. Aus der engen Behausung schaute ihr kein Vogel, sondern eine Haselmaus entgegen. Der Nager hatte es sich in dem Nistkasten gemütlich gemacht, nicht ahnend, dass er am Montagvormittag von Menschenhand vertrieben werden würde.

„Aber die kommt bald wieder, denn die Haselmaus fühlt sich in so einem Nistkasten richtig wohl“, erläuterte Hans-Lorenz Heck vom Astheimer Naturschutzbund (Nabu), der zusammen mit zwei weiteren Vereinskollegen die mehr als 20 Jungen und Mädchen durch Astheimer Gemarkung führte.

Das Reinigen der Nistkästen gehört seit vielen Jahren zum ersten Tag des Winterferienprogramms der Treburer Schulkindbetreuung. 26 Jungen und Mädchen der ersten bis vierten Klasse aus allen drei Ortsteilen nehmen in diesem Jahr daran teil. „16 Nistkästen haben wir heute Vormittag sauber gemacht“, berichtete Hans-Lorenz Heck, der die ganze Woche als ehrenamtlicher Betreuer an dem Programm teilnimmt.

Mit Jacken und Gummistiefeln

Das Motto der Ferienspiele heißt diesmal „Was der Winterwald uns zeigt“. Doch – wie im Rhein-Main-Gebiet mittlerweile fast schon üblich – macht sich das Winterwetter mit viel Schnee und klarer Luft auch in diesem Jahr rar. Am ersten Tag der Ferienspiele erinnerte das Wetter eher an einen schmuddeligen Herbsttag. Immer wieder regnete es, was den mit Mützen, wasserfesten Jacken und Gummistiefeln ausstaffierten Kindern allerdings nicht viel ausmachte. Im Gegenteil: „Das hat richtig Spaß gemacht“, freute sich nicht nur Clara nach dem Nistkastenreinigen auf das Mittagessen.

Danach war in der Sporthalle der Astheimer Grundschule kreatives Spielen angesagt. Den Rest der Woche verbringen die Treburer Grundschüler nach dem Frühstück in Astheim im Rüsselsheimer Naturfreundehaus. „Im Wald dort werden wir Tipis bauen, auf dem Waldspielplatz toben, die Wildschweine füttern und auch sonst die Geheimnisse des Waldes erkunden“, kündigte Monika Weitzel von der Treburer Schulkindbetreuung an. Am frühen Nachmittag geht es dann wieder zurück nach Astheim, wo die Jungen und Mädchen von ihren Eltern abgeholt werden. Am Freitagnachmittag sind die Eltern eingeladen, im Naturfreundehaus zusammen mit ihren Kindern das Ende des Ferienprogramms zu feiern.

„Das Wetter müssen wir nun einmal so nehmen, wie es kommt“, zeigte sich Monika Weitzel am Montag ebenfalls nicht unbedingt enttäuscht vom Ausbleiben des Winters. Und so gilt auch für das Treburer Winterferienprogramm: Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern höchstens unpassende Kleidung.

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