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Domenik Urban versichert: Gekappte Bäume wie dieser können noch bis zu sieben Jahre gefahrlos ihren Dienst im Kletterpark tun.

Kletterpark in Rüsselsheim

Entwarnung: Am Hochseilgarten sind keine gravierenden Schäden zu verzeichnen

Für den Wald in und um Rüsselsheim war es ein stressiges Jahr. Stürme, Trockenheit und zuletzt die Borkenkäfer setzten den Bäumen mancherorts stark zu. Der Kletterpark jedoch scheint weitestgehend verschont geblieben zu sein.

Rüsselsheim - Kreischende Motorsägen, krachend splitterndes Holz – im Rüsselsheimer Ostpark wird aufgeräumt. Der Waldboden ist bedeckt von reichlich Totholz, noch mehr Morsches wird vorsorglich entfernt.

Mittendrin im Ostpark befindet sich der Kletterpark. Domenik Urban ist nach seinem Urlaub vorbeigekommen, um die Lage an Ort und Stelle zu begutachten. Der Chef des Kletterparks ist guter Dinge. „Von unserer Seite her ist alles super“, freut er sich. Nicht nur Sturm und Trockenheit des vergangenen Jahres hätten kaum Spuren hinterlassen, das habe die offizielle Begehung ergeben. Auch von Vandalismus sei nichts zu sehen.

Noch ist der Hochseilgarten geschlossen. Bevor es im März wieder losgeht, werde ein Baumgutachter die gesamte Anlage noch einmal, den speziellen Erfordernissen entsprechend, kontrollieren. „Das wird jedes Jahr vor Saisonbeginn gemacht“, erklärt Domenik Urban.

Dann könne es auch schon mal vorkommen, dass ein Baum gefällt werden müsse. Meist bleibe es aber bei Putzarbeiten in der Baumkrone, also beim Herausschneiden von morschen Ästen, hin und wieder müsse ein Baum in einigen Metern Höhe gekappt werden.

Saisoneröffnung im März

Die größte Gefahr seien nicht umstürzende Bäume, sondern herabfallende Äste. Vergangenes Jahr habe man drei Kronen putzen und zwei Bäume kappen müssen. Die gekappten Bäume könnten dann immer noch für bis zu sieben Jahre Bestandteil des Kletterparks bleiben, sagt Urban und zeigt auf einen solchen nackten Stamm.

Ein anderer, deutlich älterer gekappter Baum steht einsam auf der anderen Seite des Weges. Er ist nicht mehr stabil genug, um für den Parcours genutzt zu werden, dennoch darf er stehenbleiben. „Da sind die Spechte drin, deshalb haben wir ihn gelassen“, erläutert Parkchef Urban.

Am Freitag, 15. März, werde sein Team die Saison eröffnen. Je nach Wetterlage werde dann auch gleich für Besucher geöffnet oder erst einmal nur aufgeräumt und repariert werden. Spätestens von den Osterferien an könnten dann die Kletterfreunde wieder zwischen den Baumwipfeln des Ostparks spazieren gehen.

Neuer Parcours

Damit auch regelmäßige Besucher immer weder neue Herausforderungen vorfinden, gebe es einen neuen Parcours. „Der Spiderman-Parcours wurde Ende vergangener Saison fertig“, berichtet der Parkchef und zeigt auf das namengebende Spinnennetz aus Tauen, das in die Strecke mit eingebaut ist. Eine weitere Neuheit sei das Snowboard, auf dem sich die Besucher – das Gleichgewicht haltend – von einem Baum zum nächsten ziehen müssten.

Geplant sei, kündigt Urban an, in nächster Zeit allen Kletterstrecken neue Namen zu geben. Dabei wolle man sich an den Helden der Marvel-Comics orientieren. So werde aus dem Anfängerparcours der Hulk-Parcours.

Apropos Vandalismus: Gewisse „halbstarke Gruppierungen“ haben dann doch deutliche Spuren im Kletterpark hinterlassen. Große Flächen im Areal sind von Wildschweinen aufgewühlt. „Das ist immer so“, sagt Domenik Urban mit einem Lächeln. Das Erdreich werde zur Eröffnung wieder verdichtet sein, versichert er. Wenn mit den steigenden Temperaturen wieder mehr Leben im Ostpark herrsche, würden die tierischen Mitbürger dann auch nicht mehr auf dem Gelände vorbeischauen.

von MARAIKE STICH

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