Neubau

Der Entwurf der FFM Architekten für das ehemalige Karstadt-Areal gibt klare Linien vor

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Die Anforderungen für den Neubau auf dem ehemaligen Karstadt-Areal sind komplex. Das Frankfurter Büro FFM Architekten hat einen Vorschlag eingereicht. Wir stellen den Entwurf vor – schon bald soll darüber entschieden werden, welcher Plan am Ende umgesetzt wird.

Das Kapitel Kaufhaus an der Frankfurter Straße ist beendet. Was folgt, wird den „Schandfleck“ vermutlich bald vergessen machen. „Ein Abriss ist immer eine Niederlage“, sagt Hendrik Tovar, Inhaber von FFM Architekten aus Frankfurt. Aus seinem Haus stammt ein Entwurf, der für dieses Areal sicherlich aber ein Gewinn wäre, und dafür zurecht – ebenso wie der zweite Siegerentwurf – einen ersten Preis im Wettbewerb für einen Neubau an dieser prominenten Stelle gewonnen hat. Tovar und seinen Mitarbeitern gelang ein gelungenes, weil durchdachtes Zusammenspiel der drei Komponenten Wohnen, Büro und Gewerbe in diesem Komplex, der sich gut in das umgebende Stadtbild einfügt ohne seinen eigenen Charakter zu verlieren, zugleich in seinen klaren Strukturen besticht und extrem flexibel in der Nutzung sein soll, um sich immer wieder den jeweiligen Bedürfnissen anpassen zu können.

Der Plan sieht zwei zentrale Tordurchgänge von der Frankfurter Straße aus vor, die als große Fugen die Blockrandbebauung auflockern und den Komplex in drei einzelne Gebäude gliedern. Diese kommen mit wenigen Personenaufzügen aus und lassen keine toten Ecken zu. Treppenhäuser werden vermieden. Statt dessen sind die Wohnungen vom Innenhof aus über Laubengänge zu erreichen. Gewerbe, Gastronomie und das Bürgerbüro werden wie üblich über die Außenseite erschlossen.

Helle Fassade

Äußerst flexibel hat man bei den Planern auf die Anmerkungen der Wettbewerbsjury reagiert: Die Gestaltung der Außenfassade wurde in den vergangenen Wochen noch einmal überarbeitet. Der Klinkerstein ist nun in einem helleren Ton gehalten als in der ersten Version. Das Bürgerbüro der Stadt rückte hingegen vom Friedensplatz an die Ecke der Löwenstraße – auch dieser Änderungswunsch war ohne großes Murren für die Architekten aus Frankfurt problemlos in aller Kürze umsetzbar. Während die Fassade zur Frankfurter Straße und zum Friedensplatz hin – dem repräsentativen Charakter für ein Gebäude an dieser exponierten Stelle der Stadt angemessen – hochwertig erscheinen soll, kann es laut Planern zum Innenhof hin auch eine Putzfassade sein.

„Frankfurter Plätzchen“

Zentrale Bedeutung kommt dem Hofgebäude zu. Dieses soll für eine Belebung des Areals sorgen. Gastronomie könnte hier auf dem Erdgeschoss einziehen und dem kleinen Platz davor, von den FFM Architekten im Arbeitstitel „Frankfurter Plätzchen“ getauft, die Bewohner, aber auch vorbeikommende Spaziergänger zum Verweilen einladen. „Wir können als Architekten immer nur Angebote machen“, so Tovar.

Das Kapitel Kaufhaus würde zuguterletzt nicht ganz aus der Stadt verschwinden. Wunschgemäß hat man bei den FFM Architekten eine Variante für den Abriss auf dem ehemaligen Karstadt-Areal entwickelt, die das alte Fundament für den Neubau erhält. Das würde Zeit und vor allem Geld sparen. Es wäre auch eine steinerne, weitgehend unsichtbare Reminiszenz an eine Zeit, bevor das Kaufhausgebäude einst in die Bedeutungslosigkeit abglitt. „Das hat doch was, wenn etwas von Karstadt bleibt“, meint Hendrik Tovar.

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