Thomas Will bedankt sich für das eindeutige Nominierungsergebnis beim Unterbezirksparteitag in der Rüsselsheimer Festung. FOTO: hans-dieter erlenbach
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Thomas Will bedankt sich für das eindeutige Nominierungsergebnis beim Unterbezirksparteitag in der Rüsselsheimer Festung.

Politik

Er will es noch einmal wissen

Einstimmig nominiert: Große Unterstützung von der SPD für Thomas Will im Landratswahlkampf

Rüsselsheim -Einstimmig wurde Thomas Will (SPD) am Samstag bei einem außerordentlichen Unterbezirksparteitag seiner Partei im Hof der Rüsselsheimer Festung zum Landratskandidaten nominiert und damit für eine Wiederwahl vorgeschlagen. "Ich habe Riesenspaß an dem Job", sagte Will und versprach: "Ich habe noch jede Menge Ideen".

Wegen des Verkehrschaos infolge der vielen Baustellen in der Stadt begann der Unterbezirksparteitag allerdings mit deutlicher Verspätung, denn viele Delegierte steckten zuerst einmal im Stau und hatten den direkten Weg in die Innenstadt nicht gefunden.

Derweil wuselten vor allem junge Menschen mit roten T-Shirts mit der Aufschrift "Wir für Thomas" durch den Festungshof, um die letzten Vorbereitungen für einen etwas ungewöhnlichen Auftritt zu treffen.

So war Thomas Will zunächst einmal auf zwei großen Bildschirmen zu sehen. Er warb dort für die Wahl von Melanie Wegling, die das Direktmandat für den Bundestag gegen Stefan Sauer von der CDU erringen soll. Und danach stürze man sich in den Landratswahlkampf, der zudem noch um einem Bürgermeisterwahlkampf in Ginsheim-Gustavsburg erweitert werde, wo die SPD den Bürgermeistersessel zurückgewinnen will. Landrats- und Bürgermeisterwahl fallen mit dem 5. Dezember auf den gleichen Termin.

Ausgangslage denkbar günstig

"Ich habe Riesenspaß an dem Job", verkündete Will und forderte zu viel Engagement im Wahlkampf auf. "Nichts kommt von selbst". Die Ausgangsposition für den Amtsinhaber, der vor 19 Jahren zuerst zum Ersten Kreisbeigeordneten und vor zwölf Jahren zum Landrat gewählt wurde, ist denkbar günstig, denn er wird von den Grünen und der Linkspartei als Koalitionspartner im Kreistag unterstützt. Beide Parteien haben darauf verzichtet, eigene Kandidaten ins Rennen zu schicken, weshalb Will sich nur gegen den CDU-Bewerber Thies Puttnins-von Trotha aus Ginsheim-Gustavsburg behaupten muss.

Der amtierende Landrat verwies auf die Leistungen der vergangenen Jahre nicht nur in der Schulbausanierung. Er habe für den Erhalt der Kreiskliniken gekämpft, deren Schließung andere Fraktionen wegen des hohen Defizits gefordert hatten. Gerade in der Pandemie habe sich gezeigt, wie wichtig eine Krankenhausversorgung vor Ort sei.

Eine der größten Herausforderungen in den kommenden Jahren sieht Will angesichts ständig steigender Einwohnerzahlen im Neubau von Schulen. Dafür habe er bis 2030 rund 500 Millionen Euro eingeplant, die auf jeden Fall notwendig seien, auch wenn der Kreis wegen der Folgen der Pandemie in den kommenden Jahren finanziell kürzertreten müsse.

Will kritisierte die von der Bundesregierung beschlossene Schließung der Impfzentren zum Ende des Monats, was auch die mobilen Impfteams betreffe. Er werde dafür sorgen, dass solche Teams auch nach diesem Termin noch im Kreis unterwegs sein könnten, denn der bisherige Erfolg zeige, dass dadurch viele Menschen zu einer Impfung bewegt werden könnten.

Der Kreis habe mit seinen Maßnahmen die Pandemie bisher gut bewältigt. Über Deutschland hinaus habe der erste Impf-Drive-In Beachtung gefunden, der Kreis habe sehr schnell das Schulbusangebot aufgestockt und mehr Fahrten angeboten, um Gedränge in den Bussen zu vermeiden. "Das werden wir auch in Zukunft beibehalten", versprach Will.

Wasserstoffantrieb für alle Busse

Chancengleichheit im Bildungssektor, im Gesundheitssystem und im täglichen Leben sieht Will für einen Kreis mit einer multinationalen Bevölkerung als unabdingbar an. Kritik übte Will an der Bundesregierung, weil die Förderung von Wasserstoffproduktion noch immer stocke. Will hätte im Kreis gerne eine Wasserstoffproduktion und will dafür sorgen, dass bis 2030 alle Busse, die im Kreisgebiet unterwegs sind, mit diesem Kraftstoff angetrieben werden.

Will bekam für seine Rede viel Applaus und auch Lob für seine Arbeit. "Du bist kein Schwätzer, sondern ein Macher", hieß es da unter anderem. Sichtlich bewegt von dem eindeutigen Ergebnis sagte Will, er habe jetzt "richtig Bock" auf den Job und nicht die Absicht, nach zwölf Jahren aufzuhören. Damit er sich auch in den kommenden Jahren beim Joggen fit halten kann, schenkte ihm der Unterbezirk ein paar rote Turnschuhe. hans-dieter erlenbach

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