Pläne liegen vor

Eselswiese in Bauschheim: Aus Äckern soll Bauland werden

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Rüsselsheim wächst und wächst. Die „Eselswiese“ im Stadtteil Bauschheim soll Platz für tausende Menschen bieten. Jetzt ist bekannt geworden, wo dort voraussichtlich Wohnraum entsteht und welches Gebiet für Gewerbe vorbehalten ist.

Es ist die letzte große Freifläche, auf der in Rüsselsheim gebaut werden kann. Angesichts der rasant wachsenden Bevölkerung im Rhein-Main-Gebiet macht sie das umso wertvoller.

Die Rede ist von der sogenannten Eselswiese im Stadtteil Bauschheim. 3000 bis 4000 Menschen sollen dort, wo sich heute noch überwiegend Ackerland befindet, in den nächsten zehn Jahren ein neues Zuhause finden.

Die Entwicklung des Geländes soll die Nassauische Heimstätte Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft treuhänderisch für die Stadt übernehmen. Was den Bau von Wohnungen angeht, geht es um ein gut 30 Hektar großes Gebiet. Dazu kommen knapp fünf Hektar gemischte Baufläche, auf der sowohl Wohnungen als auch Geschäfte angesiedelt werden können, und gut 13 Hektar gewerbliche Baufläche. Zwischen Wohn- und Gewerbegebiet ist ein rund zehn Hektar großer Grünstreifen vorgesehen.

Die Pläne, deren Umsetzung zwischen 80 und 100 Millionen Euro kosten würde, sollen, so will es der Magistrat, in einem Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Entwicklung der „Eselswiese“ verabschiedet werden. Konkret geht es darum, die voraussichtlich für die Baulandentwicklung „Eselswiese“ anfallenden Planungs-, Umlegungs-, Erschließungs- und Folgekosten zu ermitteln und ein für die Stadt kostenneutrales Gesamtkonzept für die Verteilung dieser Kosten vorzulegen. Anschließend würden dann städtebauliche Verträge mit den Grundstückseigentümern geschlossen.

Sollten die Pläne umgesetzt werden, dürfte das die ungefähr 50 Eigentümer der Flächen freuen, obwohl die Kosten für die Erschließung auf sie umgelegt würden. Denn ihre Grundstücke wären als Bauland um einiges wertvoller. Aufgrund der voraussichtlich deutlich höheren Quadratmeterpreise gilt das für die Teile, auf denen Wohnungen entstehen sollen, noch mehr als für diejenigen, für die eine gewerbliche Nutzung vorgesehen ist. Allerdings wären für die Eigentümer der Wohnbaufläche auch die Erschließungskosten deutlich höher. Müssten sie doch auch den Bau der für ein Wohngebiet notwendigen Infrastruktur mitfinanzieren.

Auch die Eigentümer der dazwischen liegenden Grünfläche dürften sich über eine Wertsteigerung freuen, da ihre Grundstücke für das gesamte Vorhaben unentbehrlich sind. Von den zehn Hektar werden gut 70 Prozent der Wohnbaufläche zugerechnet und knapp 30 Prozent der gewerblichen Baufläche.

Damit dort, wo bisher Äcker sind, in zehn Jahren – wie es der Zeitplan vorsieht – wirklich tausende Menschen wohnen und arbeiten können, müssen die Grundstücke in einem sogenannten Umlegungsverfahren zunächst neu geordnet werden. Die Umlegung hat die Stadtverordnetenversammlung bereits 2015 angeordnet.

Per Grundstückstausch, Kauf beziehungsweise Verkauf sollen die Flächen neuen Eigentümern zugeordnet werden, so dass zweckmäßige Grundstücke entstehen. Bei einem Tausch bekommen alle Eigentümer gleichwertiges Land zurück.

Baudezernent Nils Kraft (SPD) zufolge werde die Fläche der Grundstücke zwar kleiner, doch je mehr sie erschlossen würden, desto wertvoller würden sie aber auch. „Das ist wie mit Traubensaft. Der vergärt erst zu Wein, später lässt sich daraus noch Grappa brennen“, versucht Kraft sich an einem Vergleich. Dass von der Umsetzung der Pläne manche Grundstückseigentümer mehr profitieren würden und andere weniger, verteidigt Kraft. Schließlich werde alles von einem demokratischen Prozess begleitet. „Gerechter geht es nicht“, gibt Kraft zu bedenken.

Verläuft alles reibungslos, soll das Umlegungsverfahren 2021 abgeschlossen sein und im Jahr darauf bereits die Bagger rollen.

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