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Preise sinken bis zu 0,4 Prozent

Essen ist billiger

Wirtschaftsexperten staunen: Bei den rund 800 Einzelhändlern im Kreis Groß-Gerau sind viele Waren billiger geworden. So kosten Molkereiprodukte und Fleisch deutlich weniger als im April 2015. Die Preise sanken auf breiter Front um 0,1 bis 0,4 Prozent.

Die Inflationsrate hat sich – gemessen am Verbraucherpreisindex – nach einem leichten Anstieg im Vormonat wieder abgeschwächt. Eine negative Inflationsrate hatte es zuletzt im Januar 2015 mit einem Minus von 0,3 Prozent gegeben. Im Vergleich zum März 2016 sank der Verbraucherpreisindex im April sogar um 0,4 Prozent. Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt damit seine kürzlich veröffentlichten Ergebnisse.

Die Einzelhändler – vom Hofladen bis zum Supermarkt – reagieren, so die Experten, damit auf verändertes Kaufverhalten der Kunden. Ein Supermarktleiter, der namentlich nicht genannt werden will, erklärte, der Kunde sei kritischer geworden. So werde zum Beispiel bei Butter nicht nur auf den Preis gesehen, sondern auch auf die Herkunft. „Wenn ein Stück Butter als No-Name-Produkt nur 77 Cent kostet und in derselben Kontrollstelle untersucht wurde, wie auch die höherpreisige Butter direkt nebendran, greift der Kunde natürlich zu dem billigeren Produkt.“

Zu Recht, ergänzt der Händler, gehe der Kunde davon aus, dass beide Waren, wenn auch noch das Verfallsdatum dasselbe ist, aus derselben Molkerei und derselben Gegend stammen.

Ausreißer sei in diesem Jahr der Spargelpreis. Er halte sich gegenwärtig noch immer auf hohem Niveau. Wie hier der Trend ist, kann noch nicht abgeschätzt werden, so die Statistiker. Allerdings seien Obst um ein Prozent billiger und Gemüse um zwei Prozent teurer geworden.

Die Statistiker wissen aber, dass der Preisrückgang vom April sich nicht in dem Maße fortsetzen wird. Denn obwohl Öl auf dem Weltmarkt noch immer günstig zu kaufen ist, haben die Konzerne bei Heizöl und Benzin in diesem Monat wieder kräftig an der Preisschraube gedreht. Diesel ist an keiner südhessischen Zapfsäule mehr unter einem Euro pro Liter zu haben.

Das hatte im April noch ganz anders ausgesehen. Da waren der Preis für Heizöl um 28,6 Prozent, der für Kraftstoffe an den Zapfsäulen bundesweit um bis zu 12,9 Prozent gesunken. sc

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