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Umgeben von Literatur fühlt sie sich wohl: Förderstipendiatin Rania Daoudi, hier mit Bürgermeister Dennis Grieser in der Stadtbücherei.

Kultur

Rania Daoudi ist Expertin für gute Geschichten

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Preise und Auszeichnungen sind kein Neuland für die Rüsselsheimer Autorin Rania Daoudi. Jetzt hat die junge Schriftstellerin das Förder- stipendium der Stadt erhalten.

Wenn Rania Daoudi anfängt, über das Schreiben zu sprechen, leuchten ihre Augen. Sie erzählt lebhaft, illustriert mit Worten. Ihre Begeisterung ist authentisch, ihr Talent auch: Mit 20 Jahren hat sie schon an zahlreichen regionalen und überregionalen Wettbewerben teilgenommen, Preise gewonnen und vor großem

Publikum gelesen. Jetzt ist die junge Rüsselsheimer Autorin mit dem diesjährigen Förderstipendium der Stadt ausgezeichnet worden.

Gesunder Ehrgeiz

„Ich schreibe schon immer“, sagt sie. Sie beginnt mit Kurzgeschichten in der Unterstufe an der Max-Planck-Schule, schreibt immer öfter auch für sich – und will besser werden. „Ich wollte überregionale Wettbewerbe bestreiten“, sagt sie. Dieser gesunde Ehrgeiz hat ihr 2015 einen Platz beim „Treffen Junger Autor*innen“ in Berlin eingebracht – „ein Highlight“.

Dass ihr nicht alles zufliegt, will sie gleich klarstellen: „Ich habe mehr Ablehnungen als Preise“, erzählt sie. Auch für das literarische Forum in Berlin sei sie oft abgelehnt worden. „Die Ablehnungsbriefe habe ich alle noch, und sie sind sogar unzerknittert!“, meint sie schmunzelnd. „Ich wollte aber unbedingt weitermachen.“

Auch die Rüsselsheimer konnten sich schon von ihrem Können überzeugen: 2015 textete und spielte sie für die Kooperationsproduktion „Hoffnung“ des Jungen Ensembles und der Theatergruppe Sechzig90, 2018 gab sie

ihre erste Lesung in der Alten Mühle im Verna-Park.

In der Stadt vernetzt

Irgendwie komme sie immer wieder nach Rüsselsheim zurück, so inspirierend die junge Literaturszene anderswo auch sein mag. Letztlich sei sie immer noch stark vernetzt mit den hiesigen Kulturschaffenden wie Karin Krömer von Kultur123, Eva Süßmilch von der Stadtbücherei oder Holger Kraft vom Ensemble Sechzig90.

Thematisch widmet sich Daoudi in ihrer Prosa dem zwischenmenschlichen Kleinkosmos, oft in den Gefühlswelten von Jugendlichen. „Ich brauche nicht viele Protagonisten“, sagt sie. In der Bücherei finden sich auch Daoudis Texte, einen Verlag für ihr 200-seitiges Buch sucht sie derzeit noch.

Zeit braucht sie allerdings gerade für ihr Studium in Frankfurt: Dort studiert Rania Daoudi Jura – nicht Literaturwissenschaften oder Germanistik. „Meine Leidenschaft zum Beruf zu machen, würde mir das Magische daran nehmen“, sagt sie nachdenklich. Aber warum Jura? Sie lacht. „Jeder hat mir davon abgeraten – deshalb hab ich’s gemacht“, sagt sie.

Ungewöhnlich habe die Kombination aus Jura und Schrifstellerei auch die Jury für die Stipendienvergabe gefunden, erzählt Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne). Aber mit Rania Daoudi habe man ein junges Gesicht, das mehr als qualifiziert dafür sei. „Hinter ihren Texten ist eine Linie zu erkennen“, sagt er. Literatur sei schon lange nicht mehr unter den Kunstformen der ausgezeichneten Stipendiaten gewesen. „Das freut mich besonders“, so Grieser.

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