Vernissage

Fantastische Fiedergetiere auf Papier

Doro Hofmann hat ein besonderes Faible für Gefiedertes und ganz besonders Eulen und Käuzchen. Zu sehen sind nun ornithologische Fantasien kombiniert mit der Visualisierung durch zwölf bekannte Künstlerinnen im Buschcafé. Mit der Vernissage am Freitag fand die Ausstellung mit dem Titel „Fiedergetiere“ im Nachbarschaftszentrum Dicker Busch nun einen weiteren Ausstellungsort.

Wer hat schon einmal vom Brombeerzwerghühnchen oder der Tasmanischen Goldfußeule gehört? Wer ist der Burgundereule, dem Nibelungenkauz oder der deutschen Mooseule begegnet? Bei der Ausstellung „Fiedergetiere“, die am Freitag eröffnet wurde und bis 2. März montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr in der Virchowstraße 23 besichtigt werden kann, sind sie alle zu finden. Doro Hofmann, die das Projekt initiierte, erzählt, ihr ehemaliger Biologielehrer sei bei einer Ausstellung gewesen und schien erstaunt darüber, wie gut sie sich mit den gefiederten Tieren auskenne. Doch noch mehr erstaunte es ihn dann, als er erfuhr, dass er einst ihr Lehrer war.

Zwölf Bilder in unterschiedlichen Maltechniken sind Teil der Ausstellung, zwölf Künstlerinnen haben die verschiedenen Eulen und Käuzchen gestaltet. Einzige Vorgabe für die visuelle Realisierung waren dabei die schriftlichen Vorgaben zu den einzelnen Tieren, wie sie Doro Hofmann verfasste. Texttafeln informieren über das Verbreitungsgebiet und Besonderheiten der Tiere. Und meist auch noch die liebevolle Beschreibung von Eigenschaften, wie sie dem nachtaktiven Vogel eigen sind.

Die wunderschöne Ausstellung hat nur einen einzigen Haken. Zumindest aus der Sicht eines Biologen. All diese zauberhaften Wesen existieren nicht wirklich. Sie sind reine Fantasiegebilde. Doro Hofmann, aus deren „Kopfkino“ all dies entstammt, sagt dazu: „Meine Fiedergetiere sind Fantasiewesen, die mit einem Augenzwinkern, immer einen lokalen Bezug haben und sich nahe an möglichen Wahrheiten entlanghangeln.“ Das Raunheimer Seekäuzchen, ist in der Nähe des Flughafens beheimatet und hat durch den Fluglärm sein Gehör eingebüßt. Umso besser sind seine Augen ausgeprägt. Der Text endet mit der Aussage: „Gelingt dem Vogel ein Beuteschlag, entfährt dem Kauz mitunter ein triumphierendes ,jü-he!’“ Die Darstellung des Kauzes mit Acryl auf Leinwand übernahm Sigrun Sulk. Weitere Künstlerinnen und Grafikerinnen, die den Gedankenwesen ein Aussehen verliehen, sind Karin Neumert-Marutschke, Heike Jäger, Ellen Ribbe, Astrid Ballweg, Steffi Stroh, Steffi Schönenbach, Gabi Sehn, Sigrid Roes, Claudia Hasler, Sabine Pillwitz-Schaum und Doro Hofmann selbst.

Um ihre Kreativität nicht zu beeinflussen durften die Künstlerinnen nicht im Internet recherchieren und auch nicht Brehms-Tierleben zu Hilfe nehmen, berichtete Hofmann am Freitag bei der Vernissage. Beim Königstädter Kunstkilometer, im Umweltbildungszentrum auf dem Kühkopf und in Schloss Dornberg waren die Fiedergetiere schon zu sehen. Mit der Ausstellung im Buschcafé endet die Reihe, die bei der Vernissage noch durch selbstgenähte Tiere von Hofmann ergänzt wurde. Passend zur Ausstellung gibt es auch einen Kalender mit allen Motiven. Am Mittwoch, 31. Januar, bieten Steffi Schönenbach und Doro Hofmann von 16 bis 18.30 Uhr einen kostenlosen Druckworkshop an, bei dem die Teilnehmenden ihr persönliches Fiedergetier kreieren können. Anmeldelisten liegen im Buschcafé aus.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare