Herr der Ringe mit arabischem Flair

Fantasy-Autor Akram El-Bahay ist ein Kind zweier Welten: Ägypten und Deutschland

Zum ersten Mal liest Akram El-Bahay beim Fantasy-Festival am 30. Juni in der Villa Herrmann. Der Jungautor hat arabische Wurzeln. Den Zauber von 1001 Nacht weiß er, in seine Romane zu integrieren. Das Echo hat im Vorfeld einmal mit Akram El-Bahay gesprochen.

„Der Hobbit“, „Herr der Ringe“ und „1001 Nacht“ – dies sind die drei Werke, die ihn am meisten zu seinen Fantasy-Romanen inspiriert haben, zählt Akram El-Bahay auf. „Die meisten Fantasy-Fans lieben den Hobbit und Herr der Ringe. 1001 Nacht ist das arabische Gewürz, das ich zu meinem Roman hinzugebe, denn die arabische Kultur ist Teil meiner eigenen Biografie und hat mich schon als Kind sehr beeinflusst“, stellt der Jungautor fest.

So spielen die meisten Szenen seiner Romane im Orient. „Ich möchte den Lesern so die Gerüche, das Flair und die Lebensweise der arabischen Welt näherbringen.“ Die Handlung in den Geschichten sei aber westlich. El-Bahays Erstlingswerk war der Roman „Flammenwüste“, der 2014 für die erwachsene Leserschaft erschien. Mittlerweile hat er drei weitere Folgen der Erzählung verfasst. Und auch einen Jugendroman – „Henriette und der Traumdieb“ – hat der Vater dreier Söhne Anfang dieses Jahres veröffentlicht. Daraus wird er auf dem Fantasy-Festival in der Villa Herrmann vorlesen.

Akram El-Bahay ist Sohn eines Ägypters und einer Deutschen. „Mein Vater hat meine Mutter während seines Studiums in Mainz kennengelernt“, sagt El-Bahay. Eine Weile wohnte die Familie in Wiesbaden, aufgewachsen ist der 41-Jährige aber in Düsseldorf.

„In den Sommerferien haben wir die Familie väterlicherseits in Kairo besucht. So ist Ägypten zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden und wenn ich dort bin, fühle ich mich zu Hause“, erzählt El-Bahay. Wenn er allerdings dort Arabisch spricht, „bin ich für die Ägypter der Deutsche“. In Deutschland wiederum sei es oft so, dass sich die Leute wundern, dass El-Bahay so gut Deutsch spricht, „denn ich sehe arabisch aus“, sagt der Autor und lacht. Trotzdem schwingt ein wenig Bedauern in seiner Stimme mit.

Der Düsseldorfer ist zu einem Drittel Ägypter und zwei Dritteln Deutscher. Sein Vater ist Moslem und seine Mutter Christin. „Zwischen meinen Eltern gab es allerdings, was die Religion angeht, eine Patt-Situation. Deshalb gehöre ich keiner der beiden Glaubensrichtungen an.“ Er habe allerdings seine römisch-katholische Ehefrau kirchlich geheiratet und „weder mein Vater, noch meine arabischen Verwandten hatten damit ein Problem“.

Akram El-Bahay ist eigentlich Diplom-Biologe. „Ich habe jedoch schon während des Studiums gemerkt, dass die Laborarbeit nichts für mich ist. Ich wollte lieber über die Wissenschaft schreiben, als sie selbst zu machen“, erklärt er. So hat er nach einem Volontariat in der Pressestelle eines Unternehmens zunächst als Redakteur bei einem wissenschaftlichen Fachmagazin und im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit für verschiedene Unternehmen gearbeitet. Auch heute arbeitet er hauptberuflich für eine Umweltbehörde in NRW, allerdings redet El-Bahay darüber nicht so gerne, denn „ich möchte das Autorensein von meinem anderen Beruf trennen“, sagt er.

Der Düsseldorfer bemühte sich lange um einen Auftritt als Autor beim Fantasy-Festival in der Villa Herrmann in Gustavsburg. „Ich habe Herrn Jansen bereits ein paar Mal angesprochen, denn das Fantasy-Festival ist auch bei uns in NRW bekannt.“ Dieses Jahr hat er endlich eine Einladung erhalten. „Das wird für mich die Highlight-Lesung in diesem Jahr“, betont er. Er hofft, dadurch innerhalb der Fantasy-Fan-Gemeinde bekannter zu werden. El-Bahay wird mit seiner ganzen Familie anreisen, kündigt er an. „Ich freue mich sehr auf das Festival und kann es kaum mehr erwarten.“

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