Innovationspreis

Fast wie ein Oscar

Das in Rüsselsheim ansässige Unternehmen Invenio hat mit einer Software den Deutschen Innovationspreis 2016 gewonnen. Die Ehre gebührt allerdings den Kollegen in München.

Von RALPH KEIM

Wer sich ein Auto der Gegenwart genauer anschaut, mag staunen, wie viele Einzelteile im Zusammenspiel ein Ganzes ergeben. Und dann erst ein Schiff oder ein Flugzeug. Damit schon bei der Entwicklung eines Autos, eines Schiffs oder eines Flugzeugs diese unzähligen Einzelteile virtuell präzise und fehlerfrei und vor allen Dingen zeitsparend zusammengefügt werden, dafür sorgen spezielle Computerprogramme.

Bereits 2010 haben sich findige Köpfe der Münchner Invenio Virtual Technologies GmbH, eine Tochter des Rüsselsheimer Entwicklungs- und Technologieunternehmens Invenio AG, darüber Gedanken gemacht und mit „VT-DMU“ eine Software konzipiert und in den Folgejahren stetig weiter entwickelt. Diese Software begeistert zum Beispiel Daimler und BMW, zwei namhafte Kunden aus der Automobilindustrie. Begeistert war auch die Jury des Deutschen Innovationspreises 2016, die „VT-DMU“ zum Sieger in der Kategorie Mittelstand gekürt hat. Der undotierte Preis, der auch als Oscar für die Wirtschaft bezeichnet wird, wurde Ende vergangener Woche in München von Frank Mastiaux, Vorsitzender des Vorstandes der EnBW Energie Baden-Württemberg AG, verliehen. Am gestrigen Mittwoch präsentierte ihn Kai F. Wißler, Vorstand der Invenio AG, in den Rüsselsheimer Geschäftsräumen.

„Diese Anerkennung von einer dritten, neutralen Stelle zu erfahren, hat noch einmal eine ganz besondere Qualität“, freute sich Wißler über die Auszeichnung. Wie er erläuterte, habe ein Team von einem guten Dutzend Mitarbeiter an der Software gearbeitet. „Wenngleich der Prozess der Optimierung ständig weitergeht.“ Dazu stehe Invenio in ständigem Kontakt mit den Kunden, die wiederum ihre Wünsche und Anforderungen einfließen lassen. Daher handele es sich stets um eine Maßanfertigung und nicht um ein Produkt von der Stange.

Wenn Invenio-Vorstand Wißler die Software erklärt, versteht der Laie schnell nur Bahnhof. Vereinfacht ausgedrückt, erspare „VT-DMU“ dem Mitarbeiter tagelange oder sogar wochenlange Kleinarbeit. Laut Invenio könne der Kunde 30 Prozent seiner Entwicklungskosten sparen und steigere dabei die Qualität seines Produkts. „Im Prinzip stellt sich jeder Kunde nach dem Baukasten-Prinzip die Module zusammen, damit die Software für ihn den größten Nutzen bringt“, erläuterte Wißler.

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