Dreck-weg-Tag

Fast zehn Kubikmeter Müll

Die einen schmeißen ihren Müll einfach in die Hecken, die anderen holen ihn wieder heraus. Beim Dreck-weg-Tag der Pestalozzischule und der Anne-Frank-Schule säubern Kinder die Umwelt.

Schüler ziehen mit roten Müllsäcken durch die Straßen der Stadt. Ihre Route führt sie durch das Ringstraßengebiet, am Drachenspielplatz vorbei, rund um die Pestalozzischule und die Anne-Frank-Schule, am Gewerbegebiet Airport Garden, am Waldspielplatz, am Sportplatz sowie am Schnelser Weg.

Sie bücken sich, lugen in die Hecken und in die Büsche, packen an und greifen zu. Es ist Dreck-weg-Tag. Die Schüler der Grundschule und der Anne-Frank-Schule suchen nach Abfall, der von unachtsamen Menschen einfach in der Umwelt entsorgt wurde.

Peer aus der Klasse 3g der Pestalozzischule schaut in seinen roten Sack und zieht allerlei Müll heraus. Eine Flasche, ein Netz, ein Handtuch, eine Socke, ein Teil einer Kette und eine Creme-Dose zieht er stolz hervor. Mit Klassenkameradin Paula kann er allerdings nicht mithalten. Sie präsentiert einen Teil einer Satellitenschüssel. „Ich bin die Müllsammlerin“, sagt sie lachend. Auf der einen Seite findet Paula den Dreck-weg-Tag „cool“, weil sie viele Sachen entdeckt. Sie findet es zugleich aber doof, dass die Leute ihren Abfall einfach in die Hecken werfen. Klassenkameradin Lara pflichtet ihr bei: „Die Tiere sterben, wenn sie den Müll fressen“.

Rebecca Glenz, die vom Beratungs- und Förderzentrum die Klasse 3g begleitet, lobt den Dreck-weg-Tag. „Wir finden jedes Jahr immer eine Menge Müll“, stellt sie fest. Es sei aber nicht nur Zweck, den Müll aufzusammeln, sondern für die Kinder ein Gefühl zu schaffen, dass sich jemand um den Abfall kümmern muss.

Sie findet allerdings, dass die Kinder besser ausgestattet werden müssten. Mit den Einweghandschuhen, die der Städteservice als Organisator zur Verfügung stellt, werde wiederum Müll produziert, sie würden zudem ständig reißen. Einige Eltern gaben ihren Kindern Greifzangen mit, weil sie die Handschuhe für zu gefährlich halten.

André Priebe, der für den Städteservice den Dreck-weg-Tag in Raunheim auf die Beine stellt, betont, dass die Aktion nur mit den Handschuhen durchführbar sei. Es sei zu kostenaufwendig, für rund 800 Schüler Greifzangen zur Verfügung zu stellen. „Der Dreck-weg-Tag mit den Schulen ist Teil der Umwelterziehung“, informiert Priebe. Einmal im Jahr würden die Schüler mit offenen Augen durch die Straßen laufen und für die Ordnung sensibilisiert werden.

Der Städteservice stellte sechs Mitarbeiter für den Vormittag ab. Sie fahren mit einem Pritschenwagen die Strecke ab und sammeln die Säcke ein, die die Schüler nicht selbst zum Bauhof bringen. Abfallberater Abdelmonaim Akachar bereitet unterdessen am Bauhof mit dem marokkanischen Freundschaftskreis die Würstchen für die Kinder vor. Er selbst hatte als Schüler der Pestalozzischule den Dreck-weg-Tag erlebt. „Das ist eine super Aktion“, betont er. Die Kinder würden zu einem sorgsamen Umgang mit dem Abfall erzogen werden. Er spielt mit dem Gedanken, einen solchen Tag auch mit Erwachsenen durchzuführen.

Die städtische Umweltpädagogin Karin Jechimer berichtet, dass der Dreck-weg-Tag im Unterricht vor- und nachbereitet werde. Sie weiß, dass manche Schüler sinnvolle Müllentsorgung nicht praktizieren, auch weil sie im Elternhaus nicht vorgelebt werde. Andere Schüler gingen vorbildlich mit dem Thema Abfall um und würden sich ärgern, wenn sie Müll auf dem Boden finden.

Insgesamt trugen die Schüler fast zehn Kubikmeter Müll zusammen. Als besonderes Fundstück nennt Priebe eine Motorhaube, die an der Freisportanlage gefunden wurde und zahlreiche Altreifen, die am Waldrand lagen.

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