Freizeithaus

Im Feriencamp sind Mädchen zwei Tage lang mal ganz unter sich

Pizza backen, Film schauen, Modenschau und Shoppen im Loop: Mädchen im Alter von zehn bis 14 Jahren machen beim Mädchencamp der Jugendförderung einfach das, worauf sie Lust haben. Langweilig wird es jedenfalls nie.

Geschickt schneidet Maria Basile Paprika in Streifen und dann in Würfel. Die Streifen sind für die Rohkostvorspeise, die Würfel für den Belag der Pizza. „Soll ich die einmal in der Mitte schneiden“, fragt Anne Steiner, die Karotten vor sich liegend. „Du schneidest sie einmal so und einmal so“, erklärt Anne Kratz von der Jugendförderung dem zehnjährigen Mädchen.

Maria, Anne, ihre Schwester Clara und Magdalena Al-Osta stehen in der Küche. Sie sind die ersten, die ihre Pizza vorbereiten und schneiden dazu noch das Gemüse für die Vorspeise. Das macht den vier Mädchen viel Spaß. Sie kochen auch zu Hause ab und an Spaghetti und backen Pizza, erzählen die zehnjährige Clara und die 13 Jahre alte Maria. Gleich belegen sie ihre Pizza, jeweils zwei Mädchen teilen sich ein Blech.

Das Abendessen im Freizeithaus Dicker Busch ist der Auftakt zum Abschluss des dritten Mädchencamps der Jugendförderung. Ein Film und eine Modenschau stehen noch auf dem Programm.

Dann sollen sich die 16 Mädchen in ihre Schlafsäcke kuscheln. Weit haben sie es nicht mehr. Denn sie übernachten an diesem Tag im Freizeithaus. Kuscheltiere haben Clara, Anne, Maria und Magdalena (11 Jahre) nicht dabei, erzählen sie lachend. Aber ihre Lieblingskissen haben sie eingepackt. Wie spät es werden wird? Die Kinder zucken mit den Schultern. Kratz lacht. So um 23 Uhr, vielleicht eine halbe Stunde später soll dann endgültig Schluss sein.

Die beiden Tage waren für die zehn- bis 14-jährigen Mädchen sehr aufregend, wie Clara, Anne und Maria berichten. Im Stadt- und Industriemuseum nähten sie aus den alten Hessentagsfahnen Herzen und Handy-hüllen.

Clara und Anne saßen schon mal zu Hause an einer Nähmaschine. Maria machte es Spaß, mal etwas Neues zu machen. Am Dienstag fuhren die Mädchen in den Kletterpark nach Bensheim. Auch hier sind Clara und Anne alte Hasen, sind sie doch Mitglied bei den Naturfreunden Groß-Gerau wo Bergsport betrieben wird.

Die beiden sind das erste Mal beim Mädchencamp dabei, weil ihre Mutter das vorgeschlagen hatte. Hier hat Marie die Nase vorne, macht sie doch schon zum zweiten Mal mit. „Das macht mir Spaß und ich lerne neue Freundinnen kennen“, sagt sie.

Jungen müssen beim Mädchencamp draußen bleiben und das ist für Marie auch in Ordnung so. Clara und Anne können sich indessen auch gut Jungen bei dem Camp vorstellen.

„Das ist ein Angebot für Mädchen“, betont Kratz gleichwohl.

Die Jugendförderung will die Mädchen in den Ferien beschäftigten, ihnen aber auch ein Stückweit Bildung mit auf den Weg geben.

Der Bildungsanspruch wurde dieses Mal mit dem Besuch der Mitmachausstellung „Gib Stoff“ im Stadt- und Industriemuseum abgehakt. Die Kinder erfuhren, aus welchen Materialen Stoff gewonnen wird und konnten dann selbst an der Nähmaschine Stoff verarbeiten. Richtig spannend und sportlich wurde es im Kletterpark. Anschließend durften die Mädchen im Loop 5 in Weiterstadt shoppen.

Mit 16 Mädchen war das Camp ausgebucht. Es sei durchaus möglich, dass einige Mädchen an dem Programm teilnahmen, weil beide Eltern berufstätig sind, vermutet Kratz. Die Betreuungsproblematik der Eltern in den Ferien stehe aber bei dem Mädchencamp nicht im Vordergrund, betont sie.

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