Wiebke Friedrich und rund 70 Sänger beim Proben die Bachkantate.
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Wiebke Friedrich und rund 70 Sänger beim Proben die Bachkantate.

Mitmach-Chor

Festliche Bachkantate zum Advent

Eine Bachkantate erklang am 1. Advent in der Stadtkirche: Sie wurde gesungen von einem Projektchor unter der Leitung von Kantorin Wiebke Friedrich.

Von CHARLOTTE MARTIN

Mit einem feierlichen, musikalischen Kantatengottesdienst ist die evangelische Stadtkirchengemeinde in den Advent gestartet, der zugleich mit dem Warten auf die Weihnacht und Jesu Geburt den Beginn des neuen Kirchenjahres markiert.

Dekanatskantorin Wiebke Friedrich absolvierte zuvor vier intensive Probentage mit 70 Sängern allen Alters aus dem gesamten Kreisgebiet, die sich zum Projektchor zusammengefunden haben. Am Sonntag bildeten sie den Abschluss des Gottesdienst mit ergreifendem Jubelgesang, der vielstimmig und beseelend die Adventszeit eröffnete. Die evangelische Stadtkirchengemeinde zeigte sich sehr erfreut über das volle Gotteshaus. Mehr als 200 Menschen kamen zu der Andacht.

Dabei stöhnte manch Neuling bei den Proben noch: „Puh, ganz schön schwierig“, und stimmte noch etwas zaghaft ins vielstimmige Singen ein, während die Kantorin Mut machte: „Das klingt schon sehr gut.“

Die berühmte Kantate 62 von Johann Sebastian Bach – „Nun komm, der Heiden Heiland“ – wurde in der Kirche schließlich von den Musikern der Kammerphilharmonie Mannheim sowie einem vierköpfigen Solistenensemble (darunter Jane Ingenkamp und Friederike Tampe) begleitet. „Zudem finden auch mehrere adventliche Chorsätze Gehör“, sagte Friedrich. Pfarrer Helmut Bernhard ging in seiner Predigt am Sonntag für die Gottesdienstbesucher auch inhaltlich auf die Bachkantate ein. Denn die Musik sei hier, wie schon oft in der Stadtkirche, gesungenes Gotteslob, erklärte Kantorin Friedrich hinzu.

Wie bereits in den Vorjahren hatte das evangelische Dekanat im Vorfeld musikliebende Menschen, unabhängig von ihrer Sangeserfahrung, zum Chorworkshop eingeladen. Die Resonanz war erneut groß. „Das Chorprojekt ist immer eine gute Gelegenheit für diejenigen, die gerne singen, aber nicht die Zeit haben, regelmäßig in einem Chor mitzuwirken, die Freude des langsam reifenden Werks in der Gemeinschaft mitzuerleben“, sagte Friedrich.

Das Werk von Johann Sebastian Bach sei den meisten zwar vom Hören bekannt, doch die Erarbeitung des Chorgesangs bedeute auch eine inhaltliche Vertiefung, die beglückend sei, führt Friedrich aus. „Die Sängerinnen und Sänger erhielten während der Proben Zusatz- und Hintergrundinformationen über das Werk und den Komponisten. Neben dem Erarbeiten des Notentextes spielte natürlich auch eine ausführliche, den Anforderungen des Werkes entsprechende Stimmbildung eine große Rolle.“

Natürlich sei es auch schön gewesen, in solch einem Chorprojekt viele Menschen kennenzulernen, indem sie gemeinsam intensiv an der großartigen, sakralen Musik gearbeitet hätten, so Wiebke Friedrich.

Die Proben wurden erst am Samstagabend abgeschlossen. Die Sänger konnten Text und Ton quasi über Nacht mit in ihre Träume nehmen. Am Adventssonntag erschallte der Gesang dann aus 70 Kehlen, flankiert von den brillanten Philharmonikern. Und wahrlich: Die Mühe des vielen Probens war es wert.

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