Feiertag

Ein Festmahl zum Tag der Arbeit

Das Familienfest der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) Rüsselsheim ist eine von vielen traditionellen Veranstaltungen, die jährlich begangen werden. Bis heute unterstützt und berät die KAB Arbeitnehmer in verschiedenen Belangen.

Trotz des wetterbedingten Ortswechsels gab es beim Familienfest der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) in der Pfarrgemeinde St. Josef keine Stimmungstrübung: Nach dem gemeinsamen Gottesdienst gab es, statt draußen auf dem Pfarrgelände, im Saal des Pfarrheims Gegrilltes und andere Leckereien für alle Anwesenden zur Feier des Tages der Arbeit.

Am 1. Mai 1964 wurde die KAB in der Pfarrgemeinde St. Josef als Selbsthilfegruppe für katholische Arbeitnehmer gegründet. Viele Katholiken waren damals nicht in der Gewerkschaft, benötigten aber Rechtsberatung bei Arbeitsstreitigkeiten.

Zu der Möglichkeit, professionelle Unterstützung in Rechtsangelegenheiten zu bekommen, kamen viele gesellige Veranstaltungen wie Bibelkreise, Spieleabende oder Filmvorführungen.

In Zeiten, wo ein Fernseher im eigenen Wohnzimmer noch die Ausnahme war, waren gerade die Filmvorführungen sehr beliebt. Eine wichtige Zielsetzung bestand darin, die Gemeinschaft zu pflegen. Dass die KAB sich in der B-Siedlung gründete, hing damit zusammen, dass sich dort eine typische Arbeitersiedlung befand. „Wir als Ortsverein wollen lokal tätig sein“, erklärt Harald Gesswein, der 2004 den Vorsitz übernahm. Neben arbeitsrechtlichen und gesellschaftlichen Themen hat der christliche Aspekt bis heute einen hohen Stellenwert. Die Vorgabe, Katholik zu sein, um der KAB beizutreten, wird jedoch nicht mehr ganz so streng genommen. Mittlerweile gehören auch Protestanten zu den rund 60 Mitgliedern, so Gesswein.

Ein Problem des Vereins sei die Überalterung. Denn die meisten Mitglieder seien bereits 70 bis 80 Jahre alt. Daher werde im Verein darüber diskutiert, was den jungen Leuten geboten werden könne, um sie als Mitglieder zu gewinnen. Doch das Problem der Überalterung bestünde auch bei vielen anderen Vereinen. Der Grund dafür sei, so nimmt Gesswein an, dass Jugendliche grundsätzlich nicht mehr Mitglied in einem Verein werden wollen.

Viele der älteren KAB-Mitglieder hätten auch ein besonderes Verhältnis zur Pfarrei St. Josef – dem Sitz der KAB – da sie in den 50er Jahren beim Aufbau der Kirche mithalfen. „Das schweißt zusammen“, bringt Gesswein die Sache auf den Punkt. Der Gemeinschaftsgedanke und die Unterstützung durch Beratung seien wichtige Faktoren, um KAB-Mitglied zu werden.

Ein Thema, das aktuell im Fokus steht, sei das Thema Altersarmut, so Gesswein. Die Zahl der Menschen, die in Rente gehen und deren Rente unterhalb der Armutsgrenze liegt, nehme stetig zu. Der KAB-Bundesverband versuche daher, auf die Politik einzuwirken und eine Rentenreform in die Wege zu leiten, mit der ein gewisser Lebensstandard im Alter gesichert ist. Die KAB Rüsselsheim bietet Rentenberatung für Mitglieder an.

Neben dem Familientag gehört auch das Hungeressen an einem der Fastensonntage zu den traditionellen Veranstaltungen der KAB. Die Erlöse der Veranstaltung fließen in soziale Projekte.

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