In einer Festschrift zum 75. Jubiläum lässt die SKG Bauschheim ihre Vereinsgeschichte Revue passieren. FOTO: Hans Dieter ERlenbach
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In einer Festschrift zum 75. Jubiläum lässt die SKG Bauschheim ihre Vereinsgeschichte Revue passieren.

Vereine

Festschrift statt Jubiläumsfeier

Die SKG Bauschheim blickt auf ihre 75-jährige Geschichte zurück

Bauschheim -Die Sport- und Kulturgemeinde (SKG) Bauschheim wird 75 Jahre alt, aber ein Fest gibt es nicht. Corona hat den Verantwortlichen des Vereins einen Strich durch die Rechnung gemacht, wie Vorsitzender Manfred Wilhelm bedauert. So müssen sich die Mitglieder mit der jetzt von der SKG herausgegebenen Festschrift begnügen, in der die Geschichte des Vereins ausführlich beschrieben wird.

Im Vorfeld des Jubiläums hatte der Vorstand verschiedene Pläne geschmiedet, wie das Jubiläum begangen werden könnte. Erst hatte man Ostern abgewartet, dann Pfingsten und danach fiel die Entscheidung: Es wird dieses Jahr keine Feier geben. Das zweitägige Sommerfest auf dem Vereinsgelände, das eigentlich geplant war, wurdet zu den Akten gelegt. Vielleicht wird es im kommenden Jahr nachgeholt. "Wir hatten keine Planungssicherheit", begründet der Vorsitzende den Verzicht auf ein Fest.

Rudolf Kowallik, der ansonsten regelmäßig für die Vereinszeitschrift "SKG-Spiegel" verantwortlich zeichnet, hat die 106. Ausgabe zur Jubiläumsausgabe mit mehr als 90 Seiten ausgearbeitet. Die Geschichte der SKG beginnt mit der Zwangsgründung unter der amerikanischen Besatzungsmacht. Die hatte gefordert, dass sich alle Bauschheimer Vereine unter einem Dach zusammenfinden müssen. Das zog sich bis 1952 hin, als die Bauschheimer Turner als letzte Gruppe zur SKG kamen.

Hilfe vom Gründungsmitglied

Der Vereinsvorsitzende hebt die Harmonie zwischen den Bauschheimer Vereinen und innerhalb der Bevölkerung hervor. Jeder Fünfte der rund 7500 Bauschheimer gehöre der SKG an. Auch mit den anderen Vereinen gebe es ein gutes Einvernehmen. "Da ist jeder bei jedem". Parteipolitik habe nie eine Rolle gespielt.

Als Rudolf Kowallik die Geschichte der SKG zusammenstellte, waren ihm nicht nur die Vereinsunterlagen eine große Hilfe, sondern auch das letzte noch lebende Gründungsmitglied Wilhelm Reitz. Dieser ist inzwischen 93 Jahre alt, geistig nach wie vor fit und regelmäßig bei den Handballspielen des Vereins zugegen. Reitz war selbst früher aktiver Handballer.

Die SKG hat heute neun Abteilungen und deckt das gesamte Spektrum der traditionellen Sportarten ab, vom Fußball über Handball bis hin zum Tanzen. Für die Zukunft kann sich der Vorstand durchaus weitere Abteilungen vorstellen. Vor allem dann, wenn das Baugebiet Eselswiese besiedelt ist. Bis zu 3000 Neubürger werden dort erwartet, ein Teil davon werde sicher Mitglied bei der SKG werden. Dabei sei der Verein auch offen für neue Ideen, so Manfred Wilhelm, der aber auch sorgenvoll in die Zukunft blickt, denn immer weniger Mitglieder seien bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Die Last der Vereinsführung ruhe auf nur wenigen Schultern.

1400 Exemplare gedruckt

Der Verein hatte deshalb schon einmal eine Kommission gebildet, die sich mit dieser Situation befasste. Ein hauptamtlicher Geschäftsführer war im Gespräch, doch die Idee wurde wieder verworfen. "Ehrenamt ist Ehrenamt", war man sich im Vorstand einig. Deshalb sollte keine hauptamtliche Kraft diese Aufgaben übernehmen.

Wenn der Verein aber durch das Baugebiet Eselswiese noch mehr Mitglieder bekomme, werde dieses Thema sicher wieder aktuell, so der Vorsitzende.

Der SKG-Vorstand ist froh, trotz aller Einschränkungen die Pandemie recht gut überstanden zu haben. Obwohl einige Abteilung monatelang nicht üben oder trainieren konnten, seien fast keine Mitglieder aus dem Verein ausgetreten. "Das zeigt die Treue zur SGK".

Der "SKG-Spiegel", der als Festschrift um rund ein Drittel umfangreicher ausfällt als die sonst üblichen Ausgaben, wird an alle Mitglieder verteilt sowie in örtlichen Geschäften und Banken ausgelegt. Die Auflage liegt sonst bei knapp 1000 Exemplaren, zum Jubiläum wurden 1400 Ausgaben gedruckt. Wer Interesse an der Festschrift hat, kann die Geschichte der SKG auch auf der Internetseite des Vereins nachlesen. Hans Dieter Erlenbach

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