Freut sich über die ersten Rückmeldungen:  Christian Kunz ist vom Konzept der Koffer überzeugt.
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Freut sich über die ersten Rückmeldungen: Christian Kunz ist vom Konzept der Koffer überzeugt.

Bildung

Feuer und Flamme für die Geschichte

  • VonRobin Göckes
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Das Stadt- und Industriemuseum gibt es jetzt auch in Koffern. Fünf Exemplare bringen die Exponate des Museums in die Schulklassen der Region.

Die ersten Versuche waren gleich ein Erfolg. „Das Angebot kommt super an, die Kinder waren begeistert“, berichtet Museumspädagoge Christian Kunz von seinen ersten Eindrücken mit dem Prototyp des „Museumskoffers“ zu den Themen Feuer, Wasser und Licht. In der zurückliegenden Woche probierten Kinder während einer Ferienbetreuung das neue Angebot aus und fanden Gefallen daran.

Spezielles Angebot für Grundschul-Klassen

Ein guter Start für den „Museumskoffer“, der etwa 100 Gegenstände umfasst und künftig dafür sorgen soll, dass noch mehr Schulklassen das Stadt- und Industriemuseum Rüsselsheim in der Festung besuchen. Grundschulen sind schon seit rund fünf Jahren als Zielgruppe des Museums in den Fokus der Bemühungen gerückt, nun werden die Bestrebungen, mehr Kinder für die Geschichte der Stadt zu begeistern, weiter intensiviert. „Wir können hier im Museum gut mit Schülern der siebten bis neunten Klassen etwa arbeiten. Für Grundschüler ist es dagegen sinnvoll, einen thematischen Schwerpunkt zu setzen“, erklärt Museumsleiterin Bärbel Maul.

An dem Konzept der „Museumskoffer“ wird schon seit einem knappen Jahr gearbeitet. „Ein mobiles Museum auf Reisen soll das sein. Und ein Lasso, mit dem wir die Kinder zu uns in das Museum ziehen können“, erklärt Maul. Finanziert wird das zusätzliche Angebot mit Hilfe einer Förderung des hessischen Museumsverbands. Fünf Koffer sollen es am Ende sein, von denen jeweils ein Teil an Schulklassen ausgeliehen wird. Im Unterricht kann mit den Gegenständen im Koffer experimentiert werden. „Uns war es wichtig, den Kindern etwas in die Hand geben zu können, möglichst viele Sinne anzusprechen“, erklärt Kunz.

Die Dampfmaschine als Anschauungsobjekt

Während die Kinder mit einem Teil des Koffers also unter Anleitung ihrer Lehrer in den Klassen experimentieren können, bleibt ein zweiter Teil des Koffers im Museum. Er kann dann genutzt werden, wenn die Kinder mit ihrer Klasse die Rüsselsheimer Festung besuchen. Dann erfahren sie etwa, was die Unterschiede zwischen einer modernen LED-Lampe und einer alten Petroleum-Laterne sind. Oder wie eine Dampfmaschine funktioniert. Eine Miniatur davon findet sich im Koffer, in Groß sehen die Kinder die Technik dann im Museum.

Die roten Fäden, die sich durch die Ausstellung im Museum ziehen, finden sich auch in den Koffern wieder. Jener für das Themengebiet Feuer, Wasser, Licht ist schon fertig, an anderen wird noch gearbeitet. Abgedeckt werden sollen am Ende die Themen „Essen in alten Zeiten“, die Festung selbst, Holz- und Metallverarbeitung sowie „Mensch und Maschine“. Einzelne Probleme gilt es noch zu lösen, ehe alle Koffer zur kostenlosen Ausleihe bereit stehen. „Bei dem Themenkoffer zu ,Essen in alten Zeiten‘ haben wir etwa noch eine logistische Schwierigkeit. Der Sauerkrauttopf, mit dem die Kinder im Unterricht Sauerkraut zubereiten sollen, ist einfach zu groß, um in den Koffer zu passen“, berichtet Kunz.

Losgehen mit der Ausleihe der ersten Koffer soll es schon nach den Herbstferien. „Wir wollen mit den Koffern ein Rundum-Sorglos-Paket für die Lehrer schnüren“, erklären Maul und Kunz. So ließen sich die einzelnen Themenfelder und Schwerpunkte der Koffer mühelos in den Lehrplan integrieren.

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