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Wie ein Flüchtlingsprojekt ganz Rüsselsheim begeistert

Bunte Stand Up Paddel Boote auf dem Wasser des Waldschwimmbads, fröhliche Menschen beim Kanufahren oder beim Boule. Die vierte Veranstaltung des Projekts „Flüchtlinge und Sport“ brachte am Sonntag trotz kräftiger Regenschauer viel Spaß.

Manfred Schmitt von den Naturfreunden Rüsselsheim freut sich. „Wir sind zum ersten Mal bei einer Veranstaltung des Projekts ,Flüchtlinge und Sport’ dabei. Und es gefällt uns gut.

Schmitt war gemeinsam mit vier weiteren Mitgliedern der Walking-Einheit der Naturfreunde ins Waldschwimmbad gekommen und sieht sich zufrieden das Spektakel an, das sich vor ihm im Wasser bietet. „Unsere Wassersportgruppe ist dort unten am See. Wir verleihen unsere Kanus an interessierte Schwimmbadbesucher“, berichtet Schmitt.

Für die Kanu-Gruppe der Naturfreunde ist Jürgen Schaffner-Möller verantwortlich. „Unser Angebot kommt gut an. Auch einige Besucher mit Migrationshintergrund haben sich bereits ins Kanu gesetzt. Alle haben sichtlich viel Spaß“, stellt der Leiter der Kanu-Gruppe zufrieden fest.

Ursprünglich sei das Projekt „Flüchtlinge und Sport“ ins Leben gerufen worden, um die Integration der Asylsuchenden zu fördern, erinnert sich Brigitte Herrberger vom Bereich Asyl der Stadtverwaltung. „So war es bei der ersten Veranstaltung. Aber spätestens seit dem zweiten Mal wollen wir damit alle Rüsselsheimer ansprechen. Die Veranstaltungen des Projekts, die immer an einem anderen Standort stattfinden, bieten den Vereinen der Stadt auch die Möglichkeit, sich vorzustellen und neue Mitglieder zu gewinnen.

Genauso wie die Naturfreunde ist auch der Verein „Disbu“ am Sonntag im Waldschwimmbad zum ersten Mal bei „Flüchtlinge und Sport“ mit dabei. Vereinsmitglieder haben sich an den Tischtennisplatten und am Bouleplatz positioniert. Die Nachfrage sei mäßig, berichten sie. „Wassersportarten wie Kanu oder Stand Up Paddling sind hier im Schwimmbad eben interessanter“, meinen sie.

Trotzdem lassen sich Simone Meiberth, Renate Hippe und Roland Hippe den Spaß an einer Partie Boule nicht nehmen. Auch als es gegen 15 Uhr plötzlich anfängt, wie aus Kübeln zu schütten, bleiben die Drei bei den metallenen Bällen.

Neben den Naturfreunden und dem Verein Disbu bieten die Sportcoaches der Stadt ein Fußballangebot. Das Spielmobil der TG ist zugegen, genauso wie die Sportbundjugend mit einem Volleyball-Angebot. Die Undine bietet Stand Up Paddling, die Segeltaucher Schnorcheln und der Leichtathletik Club einen Lauftreff.

Anette Tettenborn, Leiterin der Bäderverwaltung in Rüsselsheim, vermutet: „Es sind heute etwa 1500 Menschen im Waldschwimmbad. Etwa 30 bis 50 von ihnen sind wahrscheinlich Flüchtlinge.“

Man könne nicht genau sagen, wie viele der Besucher Asylsuchende seien, meint Brigitte Herrberger, denn „sie haben ja kein Schild umhängen.“ Und das sei gut so. Es gehe ja um den Spaß für alle Rüsselsheimer, so Herrberger weiter. Und wenn dabei ein wenig Integration stattfände und ein paar Vereine neue Mitglieder bekämen, sei das der positive Nebeneffekt der Veranstaltung.

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