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Förderverein aus der Cramer-Klett-Siedlung will Geld für Denkmal gewinnen

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Die Interessengemeinschaft Cramer-Klett-Siedlung setzt sich für die historische Arbeitersiedlung in Gustavsburg ein. Sie will nun mit einem Denkmal an den Gründer der Gartenstadt erinnern. Noch fehlt das Geld.

Es ist ein hübsches Fleckchen Erde inmitten der Cramer-Klett-Siedlung in Gustavsburg – schattenspendende Bäume, ein Brunnen umgeben von Ruhebänken, bunte Wipptiere für die Kleinen und eine Tischtennisplatte für die Großen. Eingefasst wird der Cramer-Klett-Platz von Fachwerkhäusern, die im Baustil an englische Landhäuser erinnern. Tatsächlich plante der Darmstädter Architekt Karl Hofmann (1856 – 1933) die 136 Gebäude rund um den zentralen Platz.

Um den Erhalt der historischen Arbeitersiedlung kümmert sich der im September 2017 gegründete Förderverein Cramer-Klett-Siedlung Gustavsburg. In der als Gartenstadt bekannten, denkmalgeschützten Siedlung wohnt der Vorsitzende Matthias Welniak. Seit 23 Jahren hegt und pflegt er sein Häuschen und den Cramer-Klett-Platz vor seiner Tür. „Erst neulich haben wir Wildblumensaat in den Beeten ausgebracht“, berichtet er vom Engagement des Vereins. Einmal im Monat verabreden sich die Mitglieder zu Arbeitseinsätzen, um die Bodenplatten zu kehren, das Unkraut zu zupfen und – wenn der städtische Bauhof mit anpackt – die Holzbänke zu streichen.

Die Vereinsmitglieder lieben ihren Wohnort. „Ich habe mein Herz an die Siedlung verloren“, sagt Welniak, der seit 23 Jahren Teil der Siedlungs-Gemeinschaft ist. „Der Cramer-Klett-Platz ist ein Ort des Austauschs, hier trifft man sich.“ Damit die Siedlung so bleibt, wie sie ist, investieren die 45 Mitglieder nicht nur ihre Zeit, sondern auch Geld. Das reicht nicht für alle Projekte – und von denen gibt es viele.

Als nächstes möchte der Verein einen Gedenkstein an den Industriellen Freiherr Theodor von Cramer-Klett auf dem zentralen Platz aufstellen. „Mit unserem jüngsten Projekt möchten wir ein weiteres Zeichen setzten. Öffentlicher Raum geht uns alle an. Soziale Verantwortung wird bei uns groß geschrieben“, so Welniak. „Das Denkmal soll relativ schlicht aussehen. Ich stelle mir eine Granitsäule mit der Büste von Cramer-Klett vor“, überlegt er. Das koste insgesamt rund 4000 Euro. Etwa 2000 Euro möchte der Verein mit Klicks finanzieren.

Wie geht das? Ganz einfach. Der Förderverein nimmt an der diesjährigen Initiative der hessischen Sparda-Bank „Vereint für Deinen Verein!“ teil. Unter können Mitglieder, Freunde und Förderer bis zum 20. Juni für die teilnehmenden 30 Vereinsprojekte abstimmen. Um eine der 2000-Euro-Spenden zu gewinnen, muss das Projekt des Gustavsburger Fördervereins möglichst viele Stimmen sammeln. Die Vereine mit der höchsten Stimmenzahl bekommen die Spenden.

So funktioniert das Online-Voting: Der Verein ist mit dem Projekt auf www.sparda- vereint.de zu finden. Jedem Internetnutzer steht alle 24 Stunden eine Stimme zur Verfügung. „Wer also täglich eine Stimme abgibt, hilft am meisten“, erklärt Welniak. Der Teilnehmer muss nur seine E-Mail-Adresse angeben und diese nach Erhalt einer E-Mail bestätigen. Dann kann es los gehen. Bisher hat der Verein nur wenige Stimmen erhalten.

Deshalb appelliert der Vorsitzende an die Bürger, fleißig die Internetseite zu besuchen. Sollte es in diesem Jahr nicht klappen, will es der Verein weiter versuchen – bis 2021. Denn in diesem Jahr feiert die Siedlung ihren 125-jährigen Geburtstag. Ein Denkmal an den Begründer der Gustavsburger Gartenstadt wäre in dem Jahr die Krönung, träumt Welniak.

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