Kultur

Fotos von Frank Schindelbeck aus dem Jazzbereich im Stadttheater

Expressiv, kontrastreich, dynamisch, humorvoll – das sind nur ein paar der Attribute, die sich mit der Fotografie von Frank Schindelbeck in Verbindung bringen lassen. Jetzt sind seine Werke im Theaterfoyer zu sehen.

Die intelligent verfremdeten Saxofonklänge des Rüsselsheimer Musikers Oliver Leicht machten am Samstagabend gleich zu Beginn neugierig auf eine weitere schillernde Facette der Jazzstadt Rüsselsheim. Das Theaterfoyer war die Bühne für die Vernissage zu einer spannenden Ausstellung: „The Look of Jazz“. 80 Schwarzweißfotos des Fotografen Frank Schindelbeck hängen an den Wänden und zeigen, dass die Welt des Jazz auch optisch voller Ausdruckskraft und Dynamik ist.

Diese Praxis hat Tradition in Rüsselsheim, so gab es schon 1999 eine Fotoausstellung mit Bildern von Altmeister Klaus Mümpfer. Diesmal präsentierte Kurator Stephan Dudek die Werke von Frank Schindelbeck aus dem Rhein-Neckar-Raum, der einst zwar Geografie studierte, doch dann nach einem Konzert von Albert Mangelsdorff mit dem Jazzvirus infiziert wurde. Er zählt mittlerweile zu den bekanntesten und umtriebigsten Fotokünstlern im Jazzbereich. So arbeitet er nicht nur mit der Kamera, sondern ist auch Betreiber der Webseite „Jazzpages“, als Radiomoderator, Labelbetreiber und Webdesigner aktiv.

Karl-Heinz Becker, der Vorsitzende des Kunstvereins Rüsselsheim, zusammen mit Kultur123 und der Jazzfabrik Rüsselsheim federführend bei diesem Projekt, freute sich in seiner Laudatio: „Frank Schindelbeck gelingt es, einen lebendigen Eindruck eines Konzerts zu vermitteln, jedes Bild erzählt eine Geschichte“.

Der Rüsselsheimer Kulturpreisträger Bengt Foshag, der Linken-Politiker Karlheinz Schneckenberger und der Künstler Werner Neuwirth haben die Bilder gehängt. Der Betrachter wird auf eine kontrastreiche und reizvolle optische Tour eingeladen.

Frank Schindelbeck schafft es, in fast allen Bildern einen gewissen Twist hinein zu zaubern. Ein unübliches Spiel mit der Schärfentiefe, ein humorvoller Augenblick, eine nachdenkliche Pose oder ein Actionbild voller Dynamik, hier gibt’s nicht das übliche Abfotografieren des Bühnengeschehens. Expressiv ist hier die Hektik des jungen Schlagzeugers Christian Lillinger eingefangen, abgeklärt wie ein Indianerhäuptling der Guru-Guru-Chef Mani Neumeier, und weise wirkt der Bassist Reggie Workman.

Die arrangierten Porträtbilder sind ebenfalls klug komponiert und die monochromatische Eindringlichkeit der Schwarzweißbilder mit ihrer fast rauen Textur hat etwas Bezwingendes.

Im kurzweiligen Gespräch mit Kurator Stephan Dudek über Schwierigkeiten, Herangehensweise und etlichem mehr erklärte der Künstler: „Die Ausstellung könnte auch ,My Look of Jazz’ heißen, denn für mich steht gar nicht so sehr der bekannte Musiker, sondern einfach das gute Bild im Vordergrund. Mit dem Jazz kann es einem das ganze Leben nicht langweilig werden und man wächst bei der Jazzmusik wie bei der Fotografie mit den Aufgaben.“

Am 6. Dezember wird es in der Ausstellung eine weitere Gesprächsrunde mit Wolfram Knauer vom Jazzinstitut Darmstadt, Frank Schindelbeck, dem Drummer Erwin Ditzner und Stephan Dudek geben, um das Thema „Die Jazz-Szene. Wo fängt sie an ? Wo hört sie auf?“ zu vertiefen. Die Ausstellung selbst ist während der Theateröffnungszeiten zugänglich und läuft noch bis zum Jahresende.

So lebt der Jazz in Rüsselsheim auch an der Wand weiter.

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