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Sie setzen sich für den Frieden ein: Metin und Fatma Yildiz (von links) vom Verein Friedenshaus, Oberbürgermeister Udo Bausch, stellvertrender DGB-Kreisvorsitzender Bernd Heyl, Christel Göttert vom Friedenstreff, Heinz-Jürgen Krug vom Netzwerk Attac.

Gedenken

Friedensaktivisten fordern am Hiroshima-Tag ein Ende der Gewalt in der Welt

Rüsselsheim soll eine Friedensschutzstadt werden, fordern Aktivisten. Oberbürgermeister Udo Bausch ist bereit für mehr Engagement.

„Komm, lass uns kämpfen in der ganzen Welt, dass sie nicht in Rauch und Asche fällt“, sang Fatima Yildiz, begleitet von ihrem Mann Metin auf dem Saiteninstrument Baglama. Andächtige Stille herrschte bei den Zuhörern, die sich am gestrigen Nachmittag auf dem Friedensplatz in Rüsselsheim versammelt hatten. Am Montag, 6. August 2018, jährte sich der Atombomenabwurf auf Hiroshima zum 73. Mal. Deshalb versammelten sich rund 25 Bürger am Gedenkstein, der an die Opfer in Japan 1945 erinnern soll.

Die Verlegerin Christel Göttert und Schwiegertochter des 2008 verstorbenen Willi Göttert, Mitbegründer der Rüsselsheimer Friedensinitiative der 70er und 80er Jahre, hatte zum Gedenken Blumen auf dem Stein abgelegt. Sie berichtete in ihrer Ansprache von weltweiten Bemühungen um den Frieden. „122 Länder haben den Atomwaffenverbotsvertrag verabschiedet, warum gehört Deutschland nicht dazu?“, fragte sie in die Runde. Deutschland müsse sich, gemäß den Worten auf dem Gedenkstein, „dem Krieg in den Weg stellen“ und nicht den Frieden blockieren.

Göttert forderte friedensfördernde Bildung an Schulen, um Menschen zu verantwortungsvollem Handeln zu erziehen. „In Rüsselsheim leben viele Kulturen, umso wichtiger ist es, dass wir uns engagieren.“

Dabei nahm sie den Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) in die Pflicht. „Er sollte dem Bündnis ,Mayors for Peace’ (Bürgermeister für den Frieden) beitreten, damit auch wir eine Friedensschutzstadt werden.“ Bausch erklärte kurz danach in wenigen Worten: „Ich bin bereit dafür.“ Eine Gesellschaft müsse sich aktiv für den Frieden einsetzen, damit sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholten, mahnte er. Abschließend rief der stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Bernd Heyl beherzt: „Nie wieder Krieg, abrüsten statt aufrüsten, Wehretat kürzen!“ in seiner Rede. Das Publikum applaudierte. dit

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