Neue Rüsselsheimer Band

Fünf erobern sich die Bühnen

Die Rüsselsheimer Band Pentatonikum hat im Jägerhof ihr erfolgreiches Debüt gegeben. Im Porträt stellen wir die Gruppe vor, die sich dem Blues, Rock und Jazz verschrieben hat.

Von STELLA LORENZ

An musikalischem Talent mangelt es Rüsselsheim sicher nicht – jedenfalls hat die Stadt bisher schon einige erfolgreiche Bands hervorgebracht. Von den Lovedrunks über die IKS Big Band bis zu Daddy Longlegs, um nur einige zu nennen, ist stilistisch einiges geboten. Auf dem besten Weg ist in dieser Hinsicht auch Pentatonikum.

Die fünfköpfige Formation, bestehend aus vier Rüsselsheimern und einer Frankfurterin mit maltesischen Wurzeln, schloss sich offiziell im Juli 2015 zusammen und hat jüngst ihren ersten großen öffentlichen Gig im Jägerhof bestritten. Beim musikalischen Frühschoppen wurde dem begeisterten Publikum über zwei Stunden gutes Programm geboten. „Spitze!“, meint Veranstalter Ralf Hummel und ist absolut überzeugt von der Premiere. „Das war genial“, findet auch Akkordeonist und Keyboarder Hajo Rühl rückblickend im Gespräch im Jägerhof, wo nicht nur der erwähnte erste Auftritt stattfand, sondern Rühl im letzten Jahr auch sein „Vorstellungsgespräch“ bei der Band hatte.

Bei Pentatonikum spielt der Leiter des 1. Akkordeon Clubs 1933 Rüsselsheim jetzt gemeinsam mit Peter Platzer (Gitarre), Oliver Sandte (Bass) und Rainer Waldhaus (Drums). Die prägnante Stimme der Band ist Hilda Lateo. „Die Stimmung war toll, das Haus war voll – was will man mehr“, sagt Peter Platzer zufrieden. Musik machen alle Bandmitglieder schon seit Jahrzehnten, man sei musikalisch auf einem Niveau, so Rühl. Platzer schmunzelt und fügt dazu: „Wir haben zwar einen Hobby-Hintergrund, sind aber engagiert mit viel Erfahrung.“ So kannten sich Platzer, Sandte und Lateo schon durch das gemeinsame Engagement der Worfelder Funtime Big Band. Schlagzeuger Rainer Waldhaus, der auch schon semiprofessionelle Banderfahrung hat, kannte den Klavierlehrer von Hajo Rühl und konnte so den noch fehlenden Tasteninstrumentalisten mit ins Boot holen.

Der Stil der Band lässt sich nicht richtig fassen, aber einen Einschlag erkennt man schon: „Der Blues ist unser kleinster gemeinsamer Nenner“, erklärt Peter Platzer. „Wir spielen sonst aber quasi alles, außer Punk und Heavy Metal.“ Zeitlich legt man sich auch ungern fest, ab den 60er Jahren stößt man im Repertoire sowohl auf Amy Winehouse und die Dire Straits, als auch auf Herbie Hancock und ZZ Top. Die Song-Auswahl erfolgt ganz unkompliziert, was gefällt wird vorgeschlagen und – falls für passend befunden – umgesetzt. Alle zwei Wochen trifft sich das Quintett zur Probe, fünf bis sechs Konzerte pro Jahr sind geplant und machbar für die Hobbymusiker.

Für den Hörer ergibt sich am Ende ein sehr homogener Sound, der von präzisen Einsätzen, interessanten Arrangements und nicht zuletzt vom warmen Timbre in Hilda Lateos Stimme geprägt ist. „Wir haben schon unseren eigenen Stil und auch nicht den Anspruch, genauso zu klingen wie das Original“, betont Peter Platzer. Rühl kann ihm da nur zustimmen: „Pentatonikum spielt viele Titel, die nicht zum Mainstream gehören, sondern auch ganz gern Unbekanntes.“

Während die Musik – die ja auch das Wichtigste ist – schon auf ziemlich professionellem Level spielt, steckt das ganze Drumherum noch in den Kinderschuhen. Ein Web-Auftritt ist in Planung und auch eine CD soll in naher Zukunft produziert werden; für die Live-Auftritte ist der passende Tontechniker mit Steffen Zeise vom Hessischen Rundfunk bereits gefunden. Die Namensfindung war allerdings eher eine „schwere Geburt“, sagt Hajo Rühl und seufzt theatralisch. Erst hatte man an Tonikum gedacht, aber ein gleichnamiger Chor existiert schon in Bischofsheim. Daraus ergab sich dann schnell Pentatonikum, wie Peter Platzer erzählt: „Wir sind zu fünft und die Pentatonik ist eine klassische Tonleiter im Blues.“ Und eine weitere Parallele zur Band hat der Name außerdem: Er klingt ziemlich gut.

Der nächste Auftritt von Pentatonikum findet am 29. Juni 2016 um 20 Uhr im Rahmen des Kultursommers im kleinen Festungshof statt. Aktuelle Informationen gibt es unter . Für Buchungsanfragen ist die Band über Facebook und telefonisch unter der Rufnummer (06142) 2 30 99 70 erreichbar.

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