Gemeinsam: Die Träger des Integrationspreises nehmen die Auszeichnung am Freitagabend entgegen.
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Gemeinsam: Die Träger des Integrationspreises nehmen die Auszeichnung am Freitagabend entgegen.

Ehrung

Fünf Preisträger für die Integration

Der Integrationspreis 2015 der Stadt geht an Barbara Zahn. Auch die Initiative „Gemeinsam im Quartier“ sowie die Vereine Undine Rüsselsheim, „Royal Battle“ und der SC Opel wurden bedacht.

Von RALPH KEIM

Seit Beginn des Jahres engagiert sich Barbara Zahn für Flüchtlinge und Asylsuchende. Die Übersetzerin führt Männer, Frauen, Kinder und Jugendliche durch die Stadt und erläutert ihnen dabei wichtige Anlaufstellen. Sie begleitet sie zu Ärzten und Behörden. Kürzlich lud sie Flüchtlinge sogar zum Hessentag nach Hofgeismar ein. Dieses Engagement hat die Jury des Integrationspreises beeindruckt und überzeugt. Sie sprach Barbara Zahn den Integrationspreis 2015 zu, der in diesem Jahr mit 1000 Euro dotiert ist.

In diesem Jahr spaltete die Jury den eigentlich höher dotierten Preis jedoch auf und vergab zudem 700 Euro an die Initiative „Gemeinsam im Quartier“. Die Initiative fördere in der Böllenseesiedlung aktive Nachbarschaftshilfe und stärke das Gemeinschaftsgefühl, heißt es in der Begründung. 300 Euro gehen an den Wassersportverein Undine. Der Verein hat die Wohnung in seinem Bootshaus an eine fünfköpfige Flüchtlingsfamilie aus Syrien vermietet, die rege am Vereinsleben teilnimmt.

Jeweils 250 Euro gehen außerdem an den Fußballverein SC Opel und den Verein „Royal Battle“, der jedes Jahr in Rüsselsheim einen internationalen Breakdance-Wettbewerb organisiert. Fußball, so die Begründung der Jury, sei für wirksame Integration geradezu prädestiniert. Der SC Opel wiederum sei dafür beispielhaft. Beim SC Opel und seinen 270 Kindern und Jugendlichen in mehr als zehn Mannschaften spiegele sich zudem die Rüsselsheimer Gesellschaft.

Der Verein „Royal Battle“ biete Jugendliche eine Möglichkeit, Energien freizusetzen und damit Aggressionen abzubauen. Keine Gewalt, keine Drogen und kein Rassismus seien die Maximen des Vereins, der Respekt vor anderen Menschen und sich selbst vermittele. Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) und Stadträtin Heide Böttler (SPD) vergaben die Preise am Freitagabend im Rahmen einer Feierstunde im Ratssaal.

Stadträtin Böttler, die der siebenköpfigen Jury vorstand, bezeichnete die Bewältigung des Zustroms an Flüchtlingen und Asylsuchenden als Herkulesaufgabe. Wichtig sei dabei das Ehrenamt. „Ich empfinde es als wichtige Pflicht, dieses Engagement mit dem Integrationspreis zu würdigen“, bekräftigte die Stadträtin. Ausdrücklichen Dank zollte Heide Böttler all den Menschen, die sich engagieren, bislang aber noch nicht gewürdigt worden sind.

Burghardt unterstrich die Bedeutung des Integrationspreises, besonders in der heutigen Zeit. „Der 2. Oktober ist der Tag des Flüchtlings. Und das ist ein Thema, welches uns alle beschäftigt.“ In Rüsselsheim herrsche eine sehr positive Willkommenskultur, besonders in Bauschheim, wo vor wenigen Wochen eine neue Flüchtlingsunterkunft eröffnet wurde. „Und die Bauschheimer Kerb hat eindrucksvoll gezeigt, wie die Bevölkerung diese Menschen willkommen heißt.“ Burghardt erinnerte daran, dass die Stadt innerhalb von zwei Jahren insgesamt acht Flüchtlingsunterkünfte bauen werde. Burghardt ließ auch die jüngst in einigen bundesdeutschen Einrichtungen aufgetretenen „Lagerkoller“ in seiner Ansprache nicht unerwähnt. „Aber das ist kein Thema für Rüsselsheim.“ Allerdings sei der Zustrom an Flüchtlingen und Asylsuchenden ein Thema, das die Bevölkerung noch lange beschäftigen werde.

Preisträgerin Zahn kümmert sich zurzeit ein- bis zweimal in der Woche um Flüchtlinge. Bei den Betroffenen wie auch bei den ehrenamtlich Engagierten herrsche noch immer eine sehr positive Stimmung. „Man muss sich als Ehrenamtler aber auch selbst einmal eine Auszeit gönnen, sonst ist man irgendwann fertig“, erzählte sie.

Mit den 1000 Euro will sie einen Kochabend organisieren, an dem Flüchtlinge Einheimische kulinarisch verwöhnen und umgekehrt. Die Rezepte sollen dann anschließend in einem eigenen interkulturellen Kochbuch veröffentlicht werden.

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