Englischer Erstligist

Fußballtrainer David Wagner zurück in der Heimat

  • Sven Westbrock
    vonSven Westbrock
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Für David Wagner schließt sich der Kreis: Der Fußballtrainer spielt heute mit seiner Mannschaft in Rüsselsheim und trifft auf alte Bekannte.

Wenn Huddersfield Town heute Abend (18.30 Uhr) am Sommerdamm auf Dynamo Dresden trifft, ist es für David Wagner eine Rückkehr in die Heimat. Denn nur wenige Kilometer entfernt, in Geinsheim, ist der Trainer des englischen Erstligisten aufgewachsen. Im dortigen Sportverein begann Wagner mit dem Fußball und reifte zum Jugendnationalspieler.

Einer, der in Geinsheim mit Wagner auf dem Platz stand, ist Heiko Engel (48). Der technische Sachbearbeiter bei Opel ist zwar zwei Jahre älter als Wagner, aber dieser habe wegen seines „außergewöhnlichen Talents“ während seiner Zeit als Jugendspieler Mitte der achtziger Jahre eine Altersklasse höher gespielt. Bevor Engel von Trebur nach Geinsheim wechselte, standen sie sich auch einige Male als Gegner gegenüber. Wenn es gegen den SV Geinsheim mit Wagner in der Mannschaft ging, sei das immer etwas Besonderes gewesen, blickt Engel zurück. „David verfügte für sein Alter über eine herausragende Technik, war schnell, torgefährlich und konnte mit beiden Füßen abschließen. Ihn kaltzustellen, hat meistens nicht funktioniert“, berichtet Engel.

Die Karriere von Wagner, der als Profi für Eintracht Frankfurt und den FSV Mainz aktiv war sowie mit dem FC Schalke sogar den Uefa-Pokal gewann, verfolgte Engel anschließend zwar, doch der Kontakt riss ab. Das änderte sich erst, als Wagner mit Huddersfield im vergangenen Jahr zu einem Testspiel nach Sandhausen kam. „Als er unsere Gruppe gesehen hat, kam er ganz locker über den Platz gelaufen“, erzählt Engel. Anschließend habe man Telefonnummern und E-Mail-Adressen ausgetauscht. Im März besuchten Engel und eine Handvoll weiterer ehemaliger Weggefährten aus Geinsheim Wagner in England. Mehr als drei Stunden nahm Wagner sich nach dem 0:0 gegen Swansea City für die Geinsheimer Zeit. „Er hat sich erkundigt, was wir mittlerweile machen und danach gefragt, was aus anderen Bekannten von damals geworden ist“, schildert Engel die Begegnung.

Dabei habe Wagner weder abgehoben noch unnahbar gewirkt. Das sei schon bemerkenswert. Seine einzige Bitte sei gewesen, dass das Treffen bei einem Spiel gegen eine Mannschaft aus der unteren Tabellenhälfte stattfindet. „Sonst wäre es für ihn vielleicht schwierig gewesen, uns Karten zu besorgen. Schließlich war es für seine Mannschaft das erste Jahr in der Premier League“, gibt Engel zu bedenken. Huddersfield war der Sensationsaufsteiger der vergangenen Saison in der Premier League. Erst zwei Monate nach Engels Besuch schaffte die Mannschaft den Klassenerhalt: mit einem 1:1 im Nachholspiel gegen Topclub Chelsea London.

Wer sich das Testspiel heute Abend gegen Zweitligist Dynamo Dresden anschauen will, sollte ausreichend Zeit für einen Fußweg vom Parkplatz zum Stadion einplanen. Da der Parkraum vor dem Stadion begrenzt ist, wird die Zufahrt vom Rugbyring aus einer Mitteilung der Veranstalter zufolge geschlossen, sobald keine Parkplätze mehr zur Verfügung stehen.

Die nächsten Parkmöglichkeiten sind das Parkhaus in der Frankfurter Straße oder die Parkflächen am Landungsplatz und Mainufer (Zufahrt über die Mainstraße). Zuschauer aus Rüsselsheim sollen am besten mit dem Fahrrad, dem Bus (Linie 1) oder zu Fuß kommen.

Die Partie wird vom SC Opel Rüsselsheim ausgerichtet, dessen Vorsitzender Michael K. Theis über seine Kontakte zu einer Hamburger Agentur von dieser für die Austragung des Spiels angefragt worden ist. Die Agentur organisiert die komplette Saisonvorbereitung von Huddersfield Town, zu der am kommenden Sonntag auch ein Spiel gegen den SV Darmstadt gehört. Heiko Engel wird sich sowohl die Partie in Rüsselsheim als auch die in Darmstadt nicht entgehen lassen, um die Mannschaft seines alten Bekannten anzufeuern.

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