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Einen Präsentkorb überreichten Eilert Kuhlmann, Leiter der GPR-Seniorenresidenz, und seine Mitarbeiterin Andrea Heun und dankten Fotograf Egon Bornwasser für sein Engagement. FOTO: RALPH KEIM

Fotograf Egon Bornwasser

Das Gedächtnis von Rüsselsheim

Er ist sozusagen das Gedächtnis von Rüsselsheim: Der begeisterte Hobbyfotograf Egon Bornwasser feierte kürzlich seinen 80. Geburtstag. In der GPR-Seniorenresidenz „Haus am Ostpark“ hält der rüstige Senior seit 1982 regelmäßig Diavorträge.

Eine Digitalkamera? Nein, danke! Wenn Egon Bornwasser durch seine Heimatstadt geht oder beispielsweise im Odenwald wandert, schaut der rüstige Rüsselsheimer immer wieder durch den Sucher einer ganz normalen Spiegelreflexkamera der Marke Minolta, in der dann stets ein „36er“ Film eingelegt ist. So macht er das seit vielen Jahrzehnten. Gut 1800 Fotos und Dias allein über Rüsselsheim hat Egon Bornwasser, der kürzlich seinen 80. Geburtstag gefeiert hat, im Laufe der Jahre zusammengetragen.

Seinen Schatz teilt der Rüsselsheimer gerne mit seinen Mitmenschen. In der GPR- Seniorenresidenz „Haus am Ostpark“ hält er seit 1982 regelmäßig Vorträge. Exakt 60 sind es bislang gewesen. Zahlreiche weitere werden noch folgen, etwa am kommenden Montag. Für dieses ehrenamtliche Engagement überreichte ihm Residenzleiter Eilert Kuhlmann gestern einen Präsentkorb.

Auf die Welt kam Egon Bornwasser 1936 in Wiesbaden, wo sein Vater als Elektriker im Kurhaus beschäftigt war. Da dieser jedoch zwei Jahre später einmal den damals gültigen Gruß mit ausgestrecktem Arm „vergaß“, wurde er entlassen. „Daraufhin hat mein Vater bei Opel angefangen. Deshalb sind wir nach Rüsselsheim gezogen“, erzählt der rüstige Senior. Auch Egon Bornwasser kam später zu Opel, war bei dem Unternehmen als Werkzeugmacher beschäftigt. „30 Jahre lang war ich in dieser Sparte der Ausbildungsleiter.“

Opel der Beruf, die Fotografie das Hobby. Und da Egon Bornwasser schon immer interessiert war, wie sich seine Heimatstadt Rüsselsheim entwickelt, wurde er irgendwann gefragt, ob er denn nicht einmal einen Vortrag halten könnte. Daraus wurde eine weitere Passion. Neben den durchschnittlich fünf bis sechs Vorträgen in der GPR-Seniorenresidenz ist Egon Bornwasser auch bei zahlreichen Vereinen, Jahrgängen sowie Seniorennachmittagen ein gerngesehener Gast. „Die meisten Zuhörer kommen, wenn ich Vorträge über das Rüsselsheim von früher halte.“ Egon Bornwasser kennt noch die alte Opelbrücke, die Dammgasse oder auch die Gaststätte „Arche Noah“ nahe des Mains. Und zu allem erzählt er Geschichten und Anekdoten. Aber auch über Ostfriesland oder den Odenwald kann Egon Bornwasser Vorträge halten, er hat mehr als 2000 Bilder zur Hand, die er außerhalb der Opelstadt geschossen hat. Fit hält sich das „Gedächtnis von Rüsselsheim“ zum einen durch Hausarbeit. „Außerdem gehe ich jeden Tag eine gute Stunde spazieren.“ Dabei darf die alte Minolta selbstverständlich nicht fehlen.

Der Vortrag „Rüsselsheimer Erinnerungen“ am Montag beginnt um 15 Uhr in der GPR-Seniorenresidenz, Schlesienstraße 1. Gäste sind willkommen. rke

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