Ein gelungener Abend

Eine relativ junge Tradition ist das Sommerkonzert der Gustav-Heinemann-Schule. Dennoch bescherte es den Zuschauern ein sehr abwechslungsreiches Programm mit ganz unterschiedlichen musikalischen Formationen. Und ein Problem, das sonst fast alle Chöre haben, ist hier offensichtlich kein Thema.

Von MARAIKE STICH

Von klassischem Chorgesang über Musical und Popmusik bis hin zum Jazz reichte das Repertoire des Sommerkonzerts an der Gustav-Heinemann-Schule, dargeboten wurde es in ganz unterschiedlichen Formationen. Den Anfang machte der Chor, bei dem jedem etwas aufgefallen sein müsste, der sich für Chorgesang interessiert. Es standen gleich viele männliche wie weibliche Sänger auf der Bühne – zehn von jedem Geschlecht. Während anderswo die Männerstimmen händeringend gesucht werden, war an diesem Abend nicht nur beim Chorgesang viel Mann-Power am Start. Auch als Solisten standen gleich mehrere junge Herren im Programm.

Der Schulchor präsentierte schönen mehrstimmigen Gesang, engagiert dirigiert von der neuen Kollegin in der Fachschaft Musik, Katharina Grossardt. In den klassischen Chorstücken meisterte der Sopran gekonnt die Höhen, die Musical-Songs kamen locker und leicht über den Bühnenrand. Tobias Laut fiel positiv auf mit seinen Solo-Einsätzen bei „The Time Warp“.

Mohamed Idrisi bewies Mut und Können. Er sang alleine zwei aktuelle Popsongs. Zu „Payphone“ wurde er gekonnt mit Cajon und Gitarre unterstützt. Musiklehrer Hanno Kirschs Klavierbegleitung zu „Seven Years“ war vom Original kaum zu unterscheiden. Im Publikum wurden leuchtende Handys hochgehalten, es wurde mitgeklatscht, zum Schluss gab es tosenden Applaus.

Weiter ging es mit einem Herzensanliegen von Kirsch: einer veritablen Jazzband. Lange schon habe er versucht, eine auf die Beine zu stellen, jetzt habe die Schule ausreichend gute Musiker, die zudem auch noch harmonierten. „Das Feuer in mir ist schon ein bisschen auf die jungen Leute übergesprungen“, erzählte er dem Publikum. Das konnte sich davon überzeugen. Die Begeisterung stand dem Musiklehrer ins Gesicht geschrieben, jedes Mal wenn er sich nach einem Lied dem applaudierenden Publikum zuwandte. Mehrere Jazz-Klassiker brachte die sechsköpfige Band zu Gehör, fast alle instrumental, nur bei „On Broadway“ erwies sich der Gitarrist Francesco Tatone auch noch als hervorragender Sänger.

Zum Abschluss sang der Chor gemeinsam mit Mitgliedern der Theatergruppe zwei Lieder aus dem Musical „Reefer Madness“, mit dem die Schule kürzlich bei den Schultheatertagen in Wiesbaden aufgetreten war. Mit toller Stimme und ausdrucksstarkem Gesang überzeugte David Martin Gil in der Rolle des Jesus. Dass er seinen Auftritt aufgrund einer Verletzung sitzend absolvieren musste, tat seiner Bühnenpräsenz keinen Abbruch.

Katherina Lattemann übernahm es abschließend, den Kollegen aus der Fachschaft Musik und den Schülern und Schülerinnen für den gelungenen Abend zu danken und Blumen für die Solisten zu überreichen. Das Publikum spendete kräftig Applaus, fast schon ekstatisch war der Beifall der Schüler für Musiklehrer Hanno Kirsch und auch für die neue Musiklehrerin Katharina Grossardt. Die beiden hatten das Konzert zusammen mit ihrem Kollegen Thomas Möller auf die Beine gestellt.

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