„Gewohnt suggestive Fragen“

Die Bürgerinitiative (BI) gegen Flughafenerweiterung hat sich in ihrer Monatsversammlung unter anderem mit der NORAH-Studie befasst.

Rüsselsheim. Im Zusammenhang mit der Veröffentlichung der NORAH-Studie (Untersuchung zur Auswirkung von Flug-, Straßen- und Schienenverkehrslärm) wirft die BI gegen Flughafenausbau und für volle Nachtruhe den „Fraport-Anhängern eine gezielte Öffentlichkeitskampagne“ vor. Die Fraport lasse eine Auftragsstudie publizieren, bei welcher auf „gewohnt suggestive Fragen“ genau die Ergebnisse herausgekommen seien, die man vorher habe verbreiten lassen, „egal ob diese wissenschaftlicher Prüfung standhalten oder nicht“, so die Vorwürfe der BI.

In einer Pressemitteilung bezieht sich die BI auch auf eine Forsa-Studie, an der ihrer Meinung nach

die Auftraggeber

keine Freude hätten, denn 62 Prozent der Befragten hätten die Fraport als Verursacher hoher Umwelt- und Lärmbelastung gesehen. Das sei fast ein Drittel mehr gewesen als 2014.

Kritisch sieht die BI auch die Tatsache, dass Oberbürgermeister Patrick Burghardt (CDU) bereits am 4. November (19 Uhr, Ratssaal) die Bürger über die NORAH-Studie informieren wird. „Dazu muss man wissen, dass diese bis dahin nur einem kleinen Kreis Auserwählter bekannt sein wird, so dass der OB bei dieser Präsentation sich der alleinigen Interpretationshoheit gewiss wähnen kann“, so die Bürgerinitiative. Kritische Nachfragen aufgrund eines anderen Textverständnisses seien so praktisch unmöglich.

Die BI kündigt an, eine eigene Veranstaltung zu diesem Thema zu organisieren, allerdings mit etwas Abstand, wenn die kritische Verarbeitung dieser Studien eine bessere Beurteilung erlaubten.

In ihrer Monatsversammlung beschäftigten sich die BI-Mitglieder auch mit dem Engagement von Raunheims Bürgermeisters Thomas Jühe gegen das kommunale Fluglärmmonitoring. Jühe habe offensichtlich kein Interesse an einer qualitativen Verbesserung dieser Untersuchungen, sondern er versuche, das ganze Projekt „niederzumachen“.

Nur kurz konnte über die Messergebnisse der Konzentration ultrafeiner, lungengängiger Partikel in Raunheim gesprochen werden. Die Mitglieder erinnerten sich daran, dass ihre Forderung nach einer neuerlichen Messung der Luftverschmutzung in Rüsselsheim von der Stadt damit abgeschmettert worden sei, dass die Rüsselsheimer und Raunheimer Ergebnisse praktisch identisch seien, so dass die dortigen Messungen ausreichten.

Die Gegner der Flughafenerweiterung wollen die

Klimakonferenz

in Paris zum Anlass für Hauswurfsendungen Ende November/Anfang Dezember nehmen, in denen der Zusammenhang zwischen Flugverkehr und Klimaschäden dargestellt werden soll. Wer sich daran beteiligen möchte, sollte sich vor dem 16. November bei Michael Flörsheimer, E-Mail mm.floersheimer@gmx.de, Telefon (0 61 42) 6 84 99, melden. red

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare