Stolz zeigt Edgar Kownatzki die Vereinszeitung, die er alle drei Monate herausbringt. In der anderen Hand hält er die Vereins-CD.
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Stolz zeigt Edgar Kownatzki die Vereinszeitung, die er alle drei Monate herausbringt. In der anderen Hand hält er die Vereins-CD.

Ehrung für Edgar Kownatzki

Ein Glücksfall für den Gesangverein

Am 10. Dezember feiert der Gesangverein Einigkeit 1898 seine traditionelle Adventsfeier. In diesem Jahr soll dabei nicht nur gesungen und gesellig Kaffee getrunken werden. Denn der Vorsitzende des Vereins, Edgar Kownatzki, wird auch für seine 65-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt.

Fröhlich und gut gelaunt öffnet Edgar Kownatzki an diesem November-Morgen die Haustür. „Ich bin gerade von der Gymnastik gekommen. Eigentlich hätte ich unseren Termin besser eine halbe Stunde später gelegt“, sagt der rüstige Senior zur Begrüßung. „Als wir telefoniert haben, habe ich gar nicht daran gedacht. Meine Frau hat mich an die Gymnastik erinnert“, sagt Edgar Kownatzki lachend.

Seine Frau Ursula steht neben ihm und grinst. „Aber es hat ja noch gut geklappt“, sagt Edgar Kownatzki und bittet in das geräumige und gemütliche Wohnzimmer des Ehepaars. Am 10. Dezember feiert der Gesangverein Einigkeit 1898 sein traditionelles Adventssingen. Dabei soll Edgar Kownatzki für seine 65-jährige Vereinszugehörigkeit geehrt werden. Acht Tage davor, am 2. Dezember, feiert der Rentner seinen 81. Geburtstag. Doch damit nicht genug. Denn in diesem Jahr begeht der passionierte Sänger in der Stimmlage Bass auch das 41. Jahr als Erster Vorsitzender des Gesangvereins. Seit drei Jahren wird er von seiner Frau Ursula im Amt der Zweiten Vorsitzenden dabei unterstützt.

„Das waren turbulente und schöne Zeiten im Chor“, erinnert sich Edgar Kownatzki. „Der Verein hat sich während meiner Vereinszugehörigkeit sehr verändert. Früher waren wir ein reiner Männerchor. Dann kam 1984 der erste Frauenchor dazu. Heute singen wir meistens gemischt“, erzählt Edgar Kownatzki.

Ein besonderer Glücksfall sei gewesen, dass der Verein Sebastian Laverny als Chorleiter gewinnen konnte. „Seitdem singen wir nicht nur, sondern gestalten unsere Auftritte auch szenisch“, berichtet der Vereinsvorsitzende. Dabei hält es ihn kaum auf dem Sessel. Er springt auf und macht vor, wie die Chormitglieder beim letzten Auftritt in kleinere, schauspielerische Rollen schlüpfen mussten. „Wir mussten uns während des Konzerts mehrmals umziehen. Wir probieren viel Neues aus und singen zum Beispiel auch Schlager.“

Zum Singen und zum Gesangverein Einigkeit sei er durch seine Familie mütterlicherseits gekommen, berichtet Kownatzki. „Ich hatte einen Onkel, der war Opernsänger. Er war ein wirkliches Vorbild für mich.“

Dass der Verein und das Singen eines der wichtigsten Dinge im Leben von Edgar und Ursula Kownatzki sind, wird spätestens dann klar, als sie erzählen: „Wenn wir in den Urlaub fahren, dann nie mehr als eine Woche. Denn wir versuchen, möglichst keine Chorprobe ausfallen zu lassen.“

Die Mitgliedschaft beim Gesangverein Einigkeit sei im Laufe der Jahre nicht sein einziges musikalisches Projekt gewesen. „Ich habe in den 1950er Jahren im Extrachor in Mainz gesungen. Dann habe ich 1958 die Gesangsgruppe „Kolibris“ gegründet. Dreiundzwanzig Jahre, bis zum Ende der Gruppe, war ich da ebenfalls dabei“, erzählt der Jubilar. Dann steht er auf und geht zu einem Sekretär in einem anderen Zimmer der Wohnung. „Schauen sie, ich mache auch alle Vierteljahre die Vereinszeitung für uns. Und eine CD haben wir auch schon einmal aufgenommen.“ Stolz hält Kownatzki das Werk in die Höhe.

Er freue sich auf die Adventsfeier. Seine Ehrung sei ihm dabei nicht so wichtig. Nebenbei erwähnt Edgar Kownatzki noch, dass er den Bürgerpreis der Stadt Ginsheim-Gustavsburg erhalten hat. „Er ist immer so bescheiden“, stellt Ursula Kownatzki fest und fügt hinzu: „Dabei hat er die Ehrung wirklich verdient. Wer ist heutzutage einem Verein noch so lange treu?“ dan

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