Auch das GPR-Klinikum steht wegen der Corona-Pandemie täglich vor neuen Herausforderungen.   archivfoto: maik reuss
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Auch das GPR-Klinikum steht wegen der Corona-Pandemie täglich vor neuen Herausforderungen. archivfoto: maik reuss

Corona

GPR sieht sich für die Feiertage gut vorbereitet

  • Olaf Kern
    vonOlaf Kern
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Noch sind ausreichend Pflegekräfte für die Versorgung der Corona-Patienten vorhanden, sagt Klinik-Chef Achim Neyer. Aber die Belastung ist auch in Rüsselsheim für die Mitarbeiter anhaltend hoch.

RÜsselsheim -"Wir werden über die Feiertage im Krisenstab die Situation eng beobachten und uns stetig austauschen, so dass im Falle von kurzfristig notwendigen Veränderungen diese auch rasch umgesetzt werden können", sagte gestern GPR-Klinikchef Achim Neyer im Hinblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest unter Corona-Bedingungen. Das Personal sei auf die Situation vorbereitet. Neyer fügte hinzu: "Und ich bin wirklich unglaublich beeindruckt, mit welchem Engagement und welcher Motivation unsere Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit erledigen."

Zum einen hätten die Kolleginnen und Kollegen eine enorm hohe Belastung durch die Versorgung der Covid-19Patienten, die therapeutisch schon sehr anspruchsvoll sei, zu leisten. Das Ganze gehe jetzt, mit einer kurzen Entlastung, auch schon seit dem Frühjahr und treffe ohnehin auf eine Situation, in der die Pflege in Deutschland insgesamt personell nicht gut aufgestellt sei, obwohl Kliniken und andere Ausbildungsträger und Ausbildungsbetriebe die Ausbildungsplätze in den letzten zehn Jahren massiv ausgeweitet hätten (von 51 400 Auszubildenden im Jahr 2009 nach 71 300 Auszubildenden im Jahr 2019, ein Plus von 39 Prozent).

Es fehlt die Entlastung

Zum anderen fehle im privaten Umfeld die nötige Entlastung. Durch das eingeschränkte soziale Umfeld fehle es schlicht an der Möglichkeit, auch einmal abzuschalten, und das Thema Corona sei dann ja auch noch medial nach der Arbeit und auf dem Weg zur Arbeit ebenso omnipräsent.

Gleichzeitig sorge man sich um Familienmitglieder und hoffe, dass sich niemand infiziert. Und wenn dann sogar auch noch eine Quarantäne aufgrund eines Kontaktes verhängt werde, dann leidet man mit den Kolleginnen und Kollegen, die dann die Patienten alleine weiter versorgen müssen. Neyer: "Ich halte dies in der Kombination für eine wirklich sehr, sehr große Erschwernis für die ärztlichen und pflegerischen Kolleginnen und Kollegen in der ersten Reihe. Und ich fürchte, dass einige, und hier schaue ich insbesondere auf die Pflegekräfte in den Kliniken, am Ende zu Recht sagen würden: ,Das war es Jetzt! Ich muss sagen, ich könnte das sogar verstehen.'" Derzeit werden 27 Corona-Patienten im GPR-Krankenhaus behandelt, davon 22 auf der Normalstation und 5 auf der Intensivstation (Stand. 17. November).

Station in Reserve

Die Anzahl der Mitarbeitenden in Quarantäne steige indes, da sie häufiger als Kontaktperson identifiziert würden. Dennoch stünden im Moment ausreichend Intensiv-Pflegekräfte für die aktuelle Situation zur Verfügung. Das Krankenhaus musste im Bereich der Gefäßchirurgie sowie ganz wenige, nicht dringliche Operationen in der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und in der Urologie in das neue Jahr verschieben.

Weiterhin steht eine Reservestation für Corona-Patienten zur Verfügung. Da die Kreisklinik in Groß-Gerau die Kapazitäten für Covid-Erkrankungen nun in vollem Umfang anbiete, gehe man davon aus, dass man diese aber voraussichtlich nur gelegentlich benötigen werde. In der Klinik besteht gemäß der Rechtsverordnungen ein Betretungsverbot. Neyer hofft, dass durch die Impfungen ein ausreichender Schutz der Menschen erreicht wird und die pandemische Situation dann im Laufe des Jahres immer stärker in den Hintergrund tritt. Der Lockdown werde in den nächsten zehn Tagen eine Wirkung zeigen, glaubt er. Dennoch: Das System komme zumindest regional in ganz verschiedenen Bereichen ans Limit. Im Unterschied zur Grippewelle 2017/2018, bei die angespannte Situation rund drei Wochen angedauert habe, befinde man sich hier schon in der zweiten Welle und in der achten Woche. ok

1901 Corona-Fälle in Rüsselsheim

In Rüsselsheim sind derzeit 1901 bestätigte Corona-Fälle registriert (Stand: 17. Dezember). 587 Personen sind aktuell infiziert. Damit steigt die Zahl von Covid-19-Übertragungen weiter an. Im gesamten Kreis sind es aktuell 6144 Corona-Fälle (das sind 101 mehr als am 16. Dezember). 1908 befinden sich in häuslicher Quarantäne. Die Zahl der Todesfälle im Kreis Groß-Gerau liegt bei 90. 4056 gelten als genesen. Die Sieben-Tages-Inzidenz liegt bei 195,5. red

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