Nach „Comedy-Klatscher“

Große Zukunftspläne: Stadionshow

Die Resonanz war riesig. Vor zwei Wochen geriet die Vorstellung der „Comedy-Klatscher“ in Raunheim zu einem Überraschungserfolg. Jetzt hat das Echo mit den Veranstaltern gesprochen. Darüber, wie sie den Abend erlebt haben und wie es weiter gehen soll.

Wären Elyas Boussouf und Hicham El Hamdaoui Bäcker, kleine Brötchen wären ihre Sache nicht. So verdienen die beiden 24-Jährigen selbige dann auch im Baumarkt beziehungsweise als angehender Immobilienmanager. In ihrer Freizeit versuchen sie sich zudem als Veranstalter von Comedy-Shows. Und das ebenso ambitioniert wie vielversprechend.

Vor zwei Wochen veranstalteten die Raunheimer erstmals einen Ableger des Formats „Comedy-Klatscher“. Sechs Künstler traten damals in der Heinrich-Press-Halle auf, darunter Stars der Szene wie Khalid Bounouar. Auf die Bühne durften sie deutlich später als geplant. Schuld war der große Andrang. Eigens mussten zusätzliche Bänke am Rand der ausverkauften Halle aufgestellt werden. 430 Besucher kamen.

„Es lag eine riesige Last auf unseren Schultern“, erinnert sich Bossouf im Gespräch mit dem Echo. Doch mit jedem Zuschauer, der die Halle betrat, wurde sie geringer. Lange hatte Boussouf bedenken, ob genug Leute kommen. Der Vorverkauf verlief zunächst nur schleppend. Die Wende kam plötzlich. „Die letzten Tage vor der Show hat mein Handy nicht mehr aufgehört zu klingen“, blickt er zurück. Die Nachfrage sei extrem groß gewesen, ergänzt El Hamdaoui. „Wir hatten das doppelte an Tickets verkaufen können“, versichert er.

Der Abend startete turbulent. Zum Beispiel funktionierte der Ton in der Halle bis kurz vor Beginn nicht. „Der DJ war auch erst gar nicht da“, erzählt Boussouf. Am Ende ging doch alles gut. Keiner der Künstler musste sich die Seele aus dem Leib schreien, damit das Publikum ihn verstand.

 

Mit der Show wollten sie einerseits neben den erfahrenen auch jungen Künstlern ein Forum geben, zum Beispiel Senay Duzcu, die auch die einzige Frau auf der Bühne war. Andererseits wollten sie auch einen

Beitrag zur

Integration

leisten. Die Küstner hatten alle, wie die Veranstalter auch, einen Migrationshintergrund. Doch während der Show sollte das keine Rolle spielen. „Alle Lachen gemeinsam. Jeder vergisst seine Sorgen. Das ist ein Hammer-Gefühl“, äußert sich Boussouf euphorisch.

Ursprünglich kommt die Reihe „Comedy-Klatscher“ aus Düsseldorf. Als sie eine der Veranstaltungen dort Anfang des Jahres besuchten, trafen die beiden Raunheimer die Gründer des Formats, Marouane Boukily und Abdelmajid Bounouar. „Wir sind alle auch Fußballer. So sind wir ins Gespräch gekommen, haben uns direkt gut verstanden und unsere Telefonnummern ausgetauscht“, berichtet Boussouf. Einige Wochen später kam der Anruf. Die Düsseldorfer wollten ins Rhein-Main-Gebiet expandieren. „Da haben sie uns gefragt, sonst kannten sie hier wohl niemanden“, erzählt Boussouf. Sofort sagten sie zu, ohne genau zu wissen, was sie erwartet. Doch bekamen sie aus Düsseldorf viel Hilfe. So erhielten sie sämtliche Kontakte zu den Künstlern vermittelt. „Wir brauchten dann nur noch bei ihnen anzurufen“, erzählt Boussouf.

Was das Organisieren von Comedy-Shows angeht, wollen die beiden jetzt hoch hinaus. Zurzeit sind sie dabei, die nächste Veranstaltung zu planen. In ihrer Heimatstadt werden sie aber wahrscheinlich vorerst nicht noch einmal Station machen. „Unser Ziel ist es, tausende Menschen zu erreichen“, erklärt El Hamdaoui. Als nächsten Schritt wollen die beiden eine Show im Rüsselsheimer Theater ins Auge fassen. Langfristig denken sie in größeren Dimensionen. „Die Commerzbank-Arena wäre ein Traum“, sagt El Hamdaoui und lacht.

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