Eduard Trippel darf sich ins Goldene Buch der Stadt Rüsselsheim eintragen, Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode (links) und Oberbürgermeister Udo Bausch freuen sich mit ihm. FOTO: Rüdiger Koslowski
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Eduard Trippel darf sich ins Goldene Buch der Stadt Rüsselsheim eintragen, Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode (links) und Oberbürgermeister Udo Bausch freuen sich mit ihm.

Ehrung

Großer Bahnhof für einen großen Olympiahelden

Die Stadt empfängt ganz offiziell Judo-Silbermedaillengewinner Eduard Trippel. Eintrag ins Goldene Buch der Stadt.

Rüsselsheim -"Hallo", sagt jemand, als Eduard Trippel die Treppe zur Rüsselsheimer Großsporthalle hochkommt. "Servus", antwortet der Silbermedaillengewinner lässig. Einen Trainingsanzug trägt der Judoka. Dem jungen Mann bei der Registrierung nennt der Olympionike seinen Namen - erkennt der den Medaillengewinner etwa nicht?

Während die Zuschauerränge noch leer sind, der Tisch unten in der Halle für den Eintrag in das Goldene Buch der Stadt schon bereitet ist, beginnt Eduard Trippel im Foyer mit dem Schreiben der Autogramme und lässt sich ein ums andere Mal ablichten.

Das geht dann übrigens nach der rund anderthalbstündigen Veranstaltung so weiter - noch mal gut anderthalb Stunden. Er habe sich eigentlich mit den Menschen unterhalten wollen, kommentiert der 24-Jährige später im Gespräch mit dieser Zeitung den Abend. Natürlich habe er die Autogramme gerne gegeben, aber dies habe ihm eben etwas die Zeit weggenommen.

Nicht zu Wort gekommen

Schon zuvor war Trippel nicht zu Wort gekommen. Er bedauert es, dass ihm während der Veranstaltung nicht die Gelegenheit gegeben worden sei, ein paar Worte an die Gäste zu richten. Man habe ihm das Mikrofon nicht in die Hand gegeben. Er findet, dass dies durchaus angebracht gewesen sei, stellt er kritisch fest. Reden darf er noch am späten Abend, als er mit Vereinskameraden in ein Rüsselsheimer Lokal einkehrt.

Die Stadt hatte zu dem Empfang des Silbermedaillengewinners von Tokio in die Großsporthalle eingeladen. Gäste aus der Politik, der Wirtschaft und der Vereinswelt waren geladen. Es sei schön gewesen, alle Leute zu sehen, sagt Trippel. Die Leute, die ihn unterstützen. Er habe sich über die Worte des Dankes gefreut, und über die Feststellung, er habe Rüsselsheim über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt gemacht.

"Ich habe mich besonders auf den Eintrag in das Goldene Buch gefreut", erklärt Trippel. Er hatte sich bereits ins Goldene Buch der Stadt Frankfurt eintragen dürfen. Sicher, die Mainmetropole sei größer als Rüsselsheim. Aber er sei eben ein richtiger Rüsselsheimer, sei hier aufgewachsen. "Es ist cool, dass ich mich in das Buch eintragen durfte."

Oberbürgermeister Udo Bausch (parteilos) und Stadtverordnetenvorsteher Jens Grode (SPD) flankieren ihn bei der Unterschrift. Der OB und seine Frau Christine hatten sich zuvor schon im Foyer mit Trippel ablichten lassen. Der Sportler trug seine beiden Medaillen, die silberne im Einzel und die bronzene mit der Mannschaft um den Hals.

Politiker, Verbandsfunktionäre und Wegbegleiter drücken ihren Stolz aus, den sie mit dem erfolgreichen Judoka verbinden. Zwischendurch zeigt der Nachwuchs des Judo-Club Rüsselsheim sein Können. Auch Eduard Trippels Bruder Arthur zeigt, dass er mal in die Fußstapfen seines großen Bruders treten will.

"Du hast allen sehr viel Freude bereitet", begrüßt Moderatorin Anette Tettenborn, die Leiterin des städtischen Amtes für Sport und Bewegung, den erfolgreichen Sportler. In der Zeit der Pandemie habe er den Menschen ein Lächeln auf ihre Gesichter gezaubert.

Jens Grode bezeichnet den Erfolg als unglaublich, hob auch den Verein und seinen Trainer Andreas Esper hervor. Was bleibe? Er habe seiner Heimatstadt Rüsselsheim eine große Ehre erwiesen und dem Judosport Aufmerksamkeit gebracht.

Ein Stück Ewigkeit

Udo Bausch sagt, mit dem Eintrag in das Goldene Buch werde ein Stück Ewigkeit vermittelt. Er lobt die Konstanz und Treue zum Judo-Club, Trippel sei seit 20 Jahren im gleichen Verein. Fundierte Arbeit im Breitensport sei die Basis für erfolgreichen Leistungssport. Der Rathauschef erinnert auch daran, dass mit Hockeyspielerin Pauline Heinz gleich zwei Rüsselsheimer Olympioniken in Tokio waren.

Peter Kreuzer, Vorsitzender des Sportbundes Rüsselsheim und selbst Judoka, fühlt sich geehrt, die Leistung Trippels würdigen zu dürfen. "Hut ab vor dem, was Du in Tokio auf die Matte gezaubert hast", zeigt er sich beeindruckt von der Leistung des Silbermedaillengewinners.

Willi Moritz, im Judo-Club Rüsselsheim groß geworden und Präsident des Hessischen Judoverbandes, verlieh Eduard Trippel die Goldene Ehrennadel und den dritten Meistergrad Dan. Seinem Trainer Andreas Esper sprach er den vierten Dan zu. Rüdiger Koslowski

Hochdekoriert: Eduard Trippel präsentiert seine olympische Silber- und Bronzemedaille.

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