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An der Orientierungstafel der Helen-Keller-Schule erklärt Dejan Pavlovic der stellvertretenden Schulleiterin Brigitta Dais und Bürgermeister Dennis Grieser das neue Farbleitsystem

Grün ist die Turnhalle

Ein neues Farbleitsystem gibt es an der Helen-Keller-Schule in Königstädten. Am Dienstagvormittag wurde es offiziell der Schule übergeben, an allen 17 Schulen in Rüsselsheim soll es bis 2020 eingeführt sein.

Von MARC SCHÜLER

Rüsselsheim. Bereits vor den Weihnachtsfeiertagen waren die roten, grünen, gelben und blauen Laschen an den Türen der Helen-Keller-Schule in Rüsselsheim zu sehen, die alle Räume nach dem neuen Farbleitsystem markierten. Dass es dennoch bis Mitte Februar dauerte, ehe dieses System in Betrieb genommen wurde, lag an der Aufstellung der Orientierungstafel, die der Schlüssel zu diesem System ist.

„Durch An- und Umbauten in den vergangenen Jahrzehnten haben in manchen Einrichtungen Nummerierungen der Gebäude ihren Sinn verloren. Wir markieren als Basis unseres Systems die Gebäudekomplexe farblich und grenzen sie so voneinander ab“, erklärte der Entwickler dieses Systems, der Rüsselsheimer Unternehmer Dejan Pavlovic. Mehr als 120 Schulen hat er mit seinem Unternehmen bereits geplant und ausgerüstet, in Zukunft sollen auch Flüchtlingsunterkünfte diese Farbleitplanung erhalten.

„Meistens hören wir: ,Das geht nicht, wir können doch nicht einfach die Nummern ändern!’ Aber meistens sehen die Verantwortlichen dann schnell ein, dass es doch geht und sogar sinnvoll ist“, berichtet Pavlovic. Dabei stelle er sicher, dass auch die alten Nummerierungen noch zu finden sind, denn die Baupläne der Architekten und die Kabelpläne hätten meist eine andere nummerische Basis.

Grün markiert sind in der Helen-Keller-Schule die Räume der Turn- und Schwimmhalle, in der Farbe Rot sind die Räume der Verwaltung ausgewiesen, weitere Funktionsräume der Schule haben gelbe und blaue Markierungen bekommen.

„Wir haben dieses System 2009 entwickelt. Einsatzkräfte haben sich immer wieder beschwert, dass es schwer sei, jemanden bei einem Notfall in der Schule zu finden. Die Angabe ,Wir sind im Chemiesaal’ hilft da meist nicht wirklich weiter. Daher haben jetzt alle Türen diese Laschen bekommen, welche die Farbe des Gebäudekomplexes und die Raumnummer ausweisen. So sieht man bei einem Notfall innen und außen die entsprechende Raumnummer“, erklärte Pavlovic die Idee.

Auch die Polizei, Feuerwehr und die Rettungsdienste hätten einen eigenen Übersichtsplan für den Gebäudekomplex bekommen und könnten nun schneller reagieren, wenn bei einem Einsatz von einem Verletzten in „Blau 177“ die Rede ist. „Das ist im blauen Gebäudekomplex, die 1 sagt aus, dass der Raum im ersten Stock ist“, beschreibt Pavlovic die Systematik.

„Besucher können sich gleich am Eingang orientieren und finden so unsere Räume leichter. Es ist aber für uns auch eine Umstellung, an die wir uns gewöhnen müssen“, sagt die stellvertretende Schulleiterin Brigitta Dais. „Mit Symbolen an einzelnen Räumen helfen wir unseren Schülern auch weiter, und die Schüler, die schon länger hier sind, wissen sowieso, wo sie hinmüssen.“ 12 400 Euro hat die Einführung des Farbleitsystems gekostet, 5900 Euro wurden für die Laschen an den Türen und die Orientierungstafel ausgegeben.

„Wir haben einen Posten zu dieser Vereinheitlichung in den Haushalt aufgenommen und werden nach und nach alle Rüsselsheimer Schulen damit ausstatten. Die Otto-Hahn-Schule bekam das System bereits im vergangenen Jahr, als zweite Schule ist nun die Helen-Keller-Schule an der Reihe“, erklärte Bürgermeister Dennis Grieser (Grüne) die Planungen der Stadt gemeinsam mit der Fachbereichsleiterin Bildung, Betreuung und Schulwesen, Monika Glotzbach.

Fast fertiggestellt ist die Umsetzung bereits in der Eichgrundschule, bis zum Sommer soll auch die Immanuel-Kant-Schule folgen. Zum Jahresende will man mit der Hasengrundschule und der Schillerschule dann sieben der 17 Bildungseinrichtungen an diesen Standard angepasst haben.

Überhaupt soll in die Rüsselsheimer Bildungseinrichtungen viel investiert werden. Von einem zu behebenden Instandhaltungsstau von 40 Millionen Euro und notwendigen Investitionen in Höhe von 50 Millionen Euro berichtete Grieser. Dabei sollen auch barrierefreie Angebote entstehen.

Abgeschlossen werden soll das Projekt mit dem Umzug der Grundschule Innenstadt in die Parkschule. Das wird voraussichtlich im Jahr 2020 sein.

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