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Grünanlagen mit Hundekot verdreckt

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Immer mehr Hundekot finden die Mitarbeiter der Grünpflege des Städteservice Raunheim-Rüsselsheim bei ihrer Arbeit. Das ist nicht nur unangenehm, sondern auch gesundheitsgefährdend.

Es passiert beim Mähen, beim Freischneiden, bei allen möglichen Arbeiten in den Grünanlagen der beiden Städte: Die Mitarbeiter der Abteilung Grünpflege des Städteservice Raunheim-Rüsselsheim (STS) greifen oder treten in Hundehaufen. „Die Verschmutzung mit Hundekot hat in den öffentlichen Grünanlagen in den vergangenen Jahren ständig zugenommen, und das Problem betrifft das komplette Stadtgebiet“, sagt Ilona Rössinger, Vorarbeiterin der Kolonne Innenstadt Rüsselsheim.

„Vielen Hundehaltern ist es offenbar egal, was ihre Tiere im öffentlichen Raum hinterlassen“, sagt Michael Eggerding, Leiter Grünpflege des STS. Dabei sind die Kothaufen nicht nur eine eklige Angelegenheit, sondern die Fäkalien können auch verschiedene Krankheitserreger und Parasiten wie Würmer übertragen. Zu finden sind die Hundehaufen im Stadtpark und Ostpark genauso wie in den Staudenbeeten entlang der Rüsselsheimer und Raunheimer Straßen. Auch Kinderspielplätze werden von der Verunreinigung nicht verschont.

In Satzung geregelt

Dabei ist die Sache eigentlich klar: In der Rüsselsheimer Satzung zum Schutz der öffentlichen Anlagen heißt es: „Tierfäkalien sind vom Tierhalter unverzüglich zu entfernen.“ Entsprechend fordert auch die Raunheimer Abfallsatzung, dass Abfälle auf öffentlichen Straßen, Wegen und Flächen in dafür aufgestellte Behältnisse zu entsorgen sind. Konkret heißt es dazu: „Dies gilt insbesondere für Hundekot, Speiseabfälle, Papiertaschentücher, Zigarettenkippen und so weiter.“ Wer sich daran nicht hält, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Deshalb gibt es insgesamt 34 Spender für Hundekotbeutel in den Stadtgebieten von Rüsselsheim (31) und Raunheim (3). Die Vorräte werden regelmäßig von den Mitarbeitern nachgefüllt.

Tüten in der Natur

„Wir sind alles andere als Hundehasser“, machen Rössinger und Eggerding klar. Aber sie werben im Namen aller Mitarbeiter für Verständnis – und für einen verantwortungsvollen Umgang mit den tierischen Hinterlassenschaften. Davon sind derzeit aber viele Hundebesitzer noch weit entfernt. Denn selbst wenn der Hundekot in Tüten aufgenommen wird, werfen viele Menschen diese in die Natur, statt sie im Abfalleimer zu entsorgen.

Mit dem gleichen Problem haben viele Kommunen zu kämpfen, weiß Eggerding aus Gesprächen mit Kollegen. Die Stadt Worms beispielsweise ließ sich dazu jüngst eine drastische Maßnahme einfallen und markierte mit 8000 Fähnchen die Hundehaufen im Stadtgebiet, um auf den Umfang der Verschmutzung aufmerksam zu machen. red

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