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Georg Sturmowski (? 93)

Leben für die Demokratie

Gründer der CDU Groß-Gerau im Alter von 93 Jahren gestorben

Der CDU-Grandseigneur Georg Sturmowski ist im Alter von 93 Jahren gestorben. Politiker im Landkreis trauern.

Georg Sturmowski ist in der Nacht zum Mittwoch in seinem Haus in der Elisabethenstraße im Alter von 93 Jahren gestorben. Noch Ende März war Sturmowski – Grandseigneur der CDU in Groß-Gerau, langjähriger Landtagsabgeordneter und Vizepräsident des Hessischen Landtages – mit dem Zug nach Zell am See gefahren, um gemeinsam mit seinen Enkelkindern einen Urlaub zu verbringen.

Nach der Rückkehr erlebte er im Kreise seiner Parteifreunde, wie Ingo Kalweit mit Bischofsheim das zehnte von 14 Rathäusern im Kreis für die CDU eroberte. Für Sturmowski eine besondere Genugtuung: Im Jahre 1948 hatte er die CDU in Groß-Gerau aus der Taufe gehoben, damals mit so wenigen Mitstreitern, dass man sie an einer Hand abzählen konnte.

Trotz seines hohen Alters war Sturmowski noch immer bei den großen und kleinen Ereignissen in der Stadt anzutreffen. Man achtete ihn, er war Ansprechpartner und Ratgeber gleichermaßen. Geprägt von Krieg und den Folgen der Naziherrschaft, wurde der gebürtige Danziger zu einem glühenden Verfechter der Demokratie. Gegnerschaft war ihm fremd, für ihn gab es höchstens politisch Andersdenkende.

In Vorträgen, die er noch in den letzten Monaten hielt, warnte er junge Menschen: „Schützt unsere Demokratie, wehrt Euch gegen Extremismus.“ Von dieser Einstellung war sein politisches Leben geprägt: Zehn Jahre als Kreistagsabgeordneter, dann 32 Jahre im Kreisausschuss, 21 Jahre im Hessischen Landtag, zuletzt als Vizepräsident. Zahlreiche Orden und Auszeichnungen begleiten seinen Weg.

Georg Sturmowski ließ es sich bis zuletzt nicht nehmen, die Mitgliederversammlungen seiner Partei zu besuchen. „Er sparte nicht mit Kritik, wenn ihm etwas missfiel. Aber er gab in vielen Gesprächen auch wertvolle Ratschläge und war in schweren Zeiten Mutgeber“, sagte CDU-Vorsitzender Erhard Walther. Noch vor 14 Tagen habe Sturmowski ihn scherzhaft aufgefordert, „doch künftig die Termine mit seiner Urlaubsplanung abzustimmen“.

Auch die SPD trauert um Sturmowski. Landrat Thomas Will teilte in einer Pressemitteilung mit: „Herr Sturmowski war eine herausragende Persönlichkeit und ein aufrechter Demokrat, der über Parteigrenzen hinweg geachtet wurde. Von seiner großen Erfahrung haben viele, vor allem auch junge Menschen, noch bis zuletzt profitieren dürfen.“ Der Kreis Groß-Gerau werde ihn vermissen, so Thomas Will.

Beisetzung Donnerstag, 13. April, Friedhof Klein-Gerauer Straße, nach einem Gottesdienst in der Kirche St. Walburga. miko

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