Rund 2000 Tonnen Salz lagern in einer Halle auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Rüsselsheim. Stefan Hodes (links), Stabstelle Kommunikation der Autobahn GmbH des Bundes, und Sebastian Stirn, Leiter der Autobahnmeisterei, gewähren einen Blick ins Innere. FOTO:dit
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Rund 2000 Tonnen Salz lagern in einer Halle auf dem Gelände der Autobahnmeisterei Rüsselsheim. Stefan Hodes (links), Stabstelle Kommunikation der Autobahn GmbH des Bundes, und Sebastian Stirn, Leiter der Autobahnmeisterei, gewähren einen Blick ins Innere.

Verkehr

Gut gerüstet für den Winter

  • Dorothea Ittmann
    VonDorothea Ittmann
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Autobahnmeisterei nimmt neue Werks- und Fahrzeughalle in Betrieb

Rüsselsheim -Sie sorgen dafür, dass der Auto- und Lkw-Verkehr auf den Autobahnen möglichst störungsfrei fließt, indem sie Streckenabschnitte prüfen, kleinere Straßenschäden ausbessern, Verkehrs- und Hinweisschilder warten, Grünstreifen pflegen und Rastplätze säubern. Jeder kennt sie, die Männer und Frauen in orangener Warnschutzkleidung der Autobahnmeistereien.

Sebastian Stirn leitet seit zwei Jahren die Autobahnmeisterei in Rüsselsheim. Die Mannschaft besteht aus 35 Leuten - von den Verwaltungsangestellten in den Büros über die Straßenwärter und Streckenwarte bis hin zu den Kolonnenführern, die jeden Tag auf den Autobahnen unterwegs sind.

"Meine Leute befinden sich ständig in der Gefahr, von einem Auto erfasst zu werden", weiß Stirn. In seiner Zeit als Leiter der Autobahnmeisterei Im Haßlocher Tann sei glücklicherweise noch kein Mitarbeiter tödlich verunglückt. Der jüngste glimpfliche Zusammenstoß sei aber noch gar nicht lange her. Bei Streckenwartungsarbeiten auf der A 67 war ein Transporter in einen Verkehrsleitanhänger gekracht. Der Streckenwärter im Führerhaus des Lastwagens sei unverletzt geblieben, erzählt Stirn und zeigt Kameraaufnahmen vom Unfall.

Die Rüsselsheimer Mannschaft ist täglich auf einer Gesamtstrecke von etwa 216 Kilometern unterwegs. Das Zuständigkeitsgebiet erstreckt sich südwestlich von Rüsselsheim über den gesamten Verlauf der A 60 bis zur rheinland-pfälzischen Landesgrenze, der A 671 folgend bis nach Wiesbaden, in südlicher Richtung entlang der A 67 bis Büttelborn und nordöstlich auf der A 3 vom Mönchhof-Dreieck bis auf Höhe Neu-Isenburg. Wenige Kilometer der A 5 und das Frankfurter Kreuz gehören ebenfalls zum Einsatzgebiet, wie Stirn auf einer Straßenkarte zeigt.

Zeitfenster, um Staus zu vermeiden

Die Autobahnmeisterei stimme ihre Einsätze mit der Verkehrszentrale Deutschland ab. Sie vergibt Zeitfenster, in denen die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass sich Staus durch Wartungsarbeiten bilden. Grund für eine solche Organisation sei die hohe Belastung der Autobahnen heutzutage, insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, sagt Stirn.

Die Autobahnmeisterei verfügt nach Auskunft von Betriebsmechaniker Sascha Kraus über einen Fuhrpark mit elf Großfahrzeugen, fünf Transportern sowie Mannschaftswagen und diversen Anhängern. Fünf Großfahrzeuge werden in den nächsten Tagen in die neue, rund 565 Quadratmeter große Fahrzeughalle umziehen.

Am Dienstagmittag feierte die Autobahn GmbH des Bundes die Inbetriebnahme mit den Mitarbeitern der Autobahnmeisterei, Bauunternehmern, Architekten und Handwerkern. Nach ziemlich genau einem Jahr standen sowohl die Fahrzeug- als auch die benachbarte Werkshalle. Eine große Leistung, bedenkt man, dass Hessen-Mobil das Bauprojekt am 1. Januar 2021 mitten in der Umsetzung an die Autobahn GmbH übergeben hatte. Grund dafür waren wechselnde Zuständigkeiten: Die Landesstraßenbaubehörde übergab damals alle Autobahnen in die Verantwortung des Bundes. Das befürchtete Chaos blieb aber aus, sind der Leiter der Autobahnmeisterei und seine Gäste erleichtert. Und noch etwas Positives gibt es zu berichten: "Wir sind unter dem geplanten Budget geblieben", bemerkt Sebastian Stirn in seiner Ansprache. Von den veranschlagten 2,4 Millionen Euro für die beiden Hallen sind knapp zwei Millionen Euro verwendet worden.

Mit der Fertigstellung der beiden Hallen richtet sich der Blick von Sebastian Stirn nun auf die arbeitsreiche Zeit in den kommenden Monaten. "Der Winterdienst hat für uns oberste Priorität. Dann arbeiten wir in 24-Stunden-Bereitschaftsdiensten, was für die Mannschaft eine große Belastung ist." Wenn es auf den Autobahnen droht glatt zu werden, rücke die Autobahnmeisterei in den frühen Morgenstunden zwischen 2 und 3 Uhr aus, um Sole und Salz auf den Fahrbahnen zu verteilen. Stirn zeigt auf ein Silo, das rund 200 Tonnen Salz fassen kann. Von hier werden die Lastwagen mit Streusalz befüllt.

Sole-Salzgemisch für glatte Straßen

Die Salzhalle steht direkt daneben. Darin lagert die Autobahnmeisterei etwa 2000 Tonnen des weißen Streumittels. "Im vergangenen Winter haben wir die Halle leer gemacht", erzählt Stirn. Auf dem Hof stehen zudem zwei Tanks, die mit je 80 000 Litern Sole - einem Gemisch aus Salz und Wasser - gefüllt sind. "Bei der vorbeugenden Streuung auf trockener Fahrbahn verwenden wir Sole. Sie haftet besser auf der Straße", erklärt der Leiter. Ansonsten bringe die Autobahnmeisterei ein Sole-Salzgemisch aus, was die beste Wirkung entfalte.

Gut gerüstet dürften die Männer und Frauen in orange-leuchtender Arbeitskleidung in die kalte Jahreszeit gehen. Sebastian Stirn hofft auf eine unfallfreie Saison - sowohl für seine Mitarbeiter als auch für die Autofahrer auf Hessens Straßen.

Dorothea Ittmann

In der neuen Fahrzeughalle ist Platz für fünf Lastwagen.

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