Symbolische Schlüsselübergabe: Stadtrat Nils Kraft (links) freut sich mit Schulleiterin Beate Thierolf-Seida und Stefan Sauer (Mitte) sowie den Landtagsabgeordneten Sabine Bächle-Scholz (Zweite von links) und Kerstin Geis (ganz rechts). Foto: ok

Bauen

Ein guter Tag für den Schulsport

  • Olaf Kern
    vonOlaf Kern
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Von der Decke bis zum Boden alles neu in der Halle der Borngrabenschule. Ein Jahr wurde daran gearbeitet und am Ende lagen die Baukosten sogar leicht unter dem Budget. Vorerst können die Schüler aber ihre lang ersehnte Sportstätte trotzdem nicht betreten.

Haßloch-Feuchtigkeit, die über das undichte Dach kam, Löcher im Hallenboden und Duschen, die teilweise schon längst nicht mehr funktionierten - alles vorbei. Die Borngrabenschule in Haßloch hat wieder eine funktionierende Sportstätte. Endlich, muss man hinzufügen. Der Bau, der zwei separate Einfeld-Sporthallen beherbergt, war seit Jahren sanierungsbedürftig. Hinzu kam, dass das Haus als vorübergehende Unterkunft von Flüchtlingen diente, die 2015 ins Land kamen. Ein Jahr lang musste damals der Sportunterricht für die 130 Schüler der ersten bis zehnten Klasse in umliegenden Schulen stattfinden.

So wie zuletzt bei der aufwendigen Instandsetzung, die ebenfalls ein Jahr lang dauerte und bei der es sich genau genommen um eine Kernsanierung handelte, musste das Haus aus dem Baujahr 1973 also in den Rohbau-Zustand zurückversetzt und neu aufgebaut werden.

Besuch aus dem Bundestag

Am Montag wurde die fertig sanierte Sporthalle wieder an die Schule übergeben. Weil der Bund bei der Finanzierung des bereitgestellten Budgets über drei Millionen Euro mit 1,34 Millionen Euro aus dem Kommunalinvestitionsprogramm unter die Arme griff, war auch der Bundestagsabgeordnete für den Landkreis Groß-Gerau, Stefan Sauer (CDU), nach Haßloch gekommen.

Dass es bei Bauprojekten für gewöhnlich meist teurer wird als ursprünglich überschlagen, betonte Baustadtrat Nils Kraft (SPD) bei dieser Gelegenheit noch einmal, dass man mit 150 000 Euro unter der veranschlagten Summe für diese Sanierungsmaßnahme geblieben ist. Ein hübscher Betrag. Umso erstaunlicher, wenn man bedenkt, was dafür seit dem vergangenen Sommer alles an Arbeit in das Gebäude hineingesteckt wurde.

Außen angefangen wurde die Fassade mit einem neuen Wärmedämmverbundsystem versehen. Die Flachdächer über dem Mittelbau wurden erneuert. Die Turnhallen erhielten so genannte Pultdächer. Sämtliche Fenster, Türen und Glasfassaden an den Turnhallen wurden ausgetauscht. Die veraltete Gebäudetechnik ist zudem auf den neuesten Stand gebracht worden, damit verbunden war die Erneuerung der Gasheizzentrale und der Einbau eines Blockheizkraftwerkes sowie der Einbau einer Lüftungsanlage. Künftig wird in den Turnhallen zudem von oben über eine Deckenstrahlheizung wohlige Wärme erzeugt.

Innen wurde ein völlig neuer Hallenboden eingezogen. Die Beleuchtung wurde auf LED-Technik umgestellt und an die Decke versetzt. Wo vorher Holzvertäfelungen an den Hallenwänden waren und auch blanker Beton der Gebäudepfeiler, ist jetzt blau-türkisener Filz angebracht, um die Verletzungsgefahr im Falle eines Aufpralls abzumildern.

Sanitärbereich ist barrierefrei

Die sanitären Anlagen im Bau verfügen jetzt über eine barrierefreie Toilette, einschließlich einer Dusche. Die Duschräume an sich wurden etwas verkleinert.

In zwei separaten Räumen sind nun jeweils vier Duschköpfe angebracht. Zum einen war dies notwendig, um Platz zu schaffen für zwei zusätzliche, anschließende Abstellräume. Zum anderen, weil weniger Duschen bei der ständigen Gefahr durch Keimbelastungen laut Stadtrat Kraft besser instand zu halten sind.

Wann zum ersten Mal Schüler der Borngrabenschule wieder den Hallenboden betreten dürfen, ist allerdings noch offen. Bereits in dieser Woche hätte Schulleiterin Beate Thierolf-Seida laut offiziellem Stundenplan Sportunterricht geben sollen. Bis auf weiteres findet der aber wegen Corona weiter im Freien statt. Neben den Schülern nutzen auch Vereine - etwa der TV Haßloch und der SV Disbu Rüsselsheim - die Halle sowie einige Freizeitsportgruppen. Von Olaf Kern

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