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Tamara Dauenhauer auf dem Bahnhofsplatz

Förderung

Hannah Wehrum erhält Stipendium

Lange stand auf der Kippe, ob die Stadt sich in diesem Jahr die Vergabe eines Kultur-Förderstipendiums überhaupt würde leisten können. Nun ist klar, dass die Finanzierung steht. Und auch, wer in den Genuss des Stipendiums kommen wird. Hannah Wehrum hat schon zahlreiche Bühnen in Rüsselsheim kennengelernt.

Die Sprechkünstlerin Hannah Wehrum erhält im Jahr 2017 das Kultur-Förder-stipendium der Stadt Rüsselsheim. Das mit 4200 Euro dotierte Stipendium läuft ein Jahr und dient der Nachwuchsförderung. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten beteiligen sich mit einem künstlerischen Projekt am öffentlichen kulturellen Leben in Rüsselsheim und dokumentieren ihre Arbeit.

Die diesjährige Preisträgerin Hannah Wehrum legte ihr Abitur an der Immanuel-Kant-Schule in Rüsselsheim ab und studiert derzeit an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart.

Die 26-jährige Rüsselsheimerin hat in den zurückliegenden Jahren bereits zahlreiche Erfahrungen in Theater- und Bühnenkunst sammeln können. Sie blickt auf zahlreiche Engagements in ihrer Heimatstadt zurück.

Schon als Schülerin spielte Wehrum im „Jungen Ensemble“ am Theater Rüsselsheim. Und sie stand für das weit über die Grenzen Rüsselsheims hinaus wirkende Theaterhaus „Sechzig 90“ auf der Bühne. Zudem wirkte sie in mehreren Stücken des „Verdammten Volkstheaters“ mit, zuletzt 2015 im „Tartüff auf Hessisch“.

Für das „Verdammte Volkstheater“ war Wehrum darüber hinaus auch als Co-Regisseurin tätig. Über mehrere Jahre hinweg brachte sich die neue Stipendiatin zudem mit theaterpädagogischen Projekten bei den Rüsselsheimer Ferienspielen ein. Im Jahr 2017 betreute die Sprechkünstlerin etwa ein schulisches Lyrik-Projekt. Aktuell wirkt sie im Rahmen ihres Studiums bei der Synchronisation eines Kinderfilms mit.

Die frisch gebackene Stipendiatin sagt: „Ich finde das natürlich sehr schön und freue mich.“ Zwei weitere Bewerberinnen habe es um die Förderung gegeben, beide kenne sie persönlich. „Beide sind super. Da dachte ich gar nicht, dass es direkt klappt“, ist Wehrum noch immer etwas überrascht von der Würdigung, die ihr zuteil wird. Im Studium laufe es gut für sie. „Außerdem wirke ich gerade an einer Produktion in Schottland mit, die nicht finanziert wird. Dass man sich so ein Vergnügen dann leisten kann, ist toll“, sagt sie.

Dennis Grieser (Grüne), Bürgermeister und Kulturdezernent der Stadt Rüsselsheim, ist von der Vielseitigkeit und vom Engagement der frisch gekürten Stipendiatin angetan: „Hannah Wehrum hat bereits in ihrer Schulzeit die kulturellen Angebote der Stadt für ihre künstlerische Entfaltung genutzt. Es freut mich, dass das kreative Umfeld in unserer Stadt der Ausgangspunkt für ihre Künstlerlaufbahn ist und sie in ihrer Entwicklung bestärkt hat.“

Mit dem Kultur-Förderstipendium der Stadt werden besonders herausragende Leistungen junger Künstlerinnen und Künstler in den Sparten Tanz, Musik, Literatur, bildende Kunst, darstellende Kunst, Architektur, Film/Video, künstlerische Fotografie, Gestaltung, Medien- oder Modedesign gefördert.

Vergeben wird es von einer Jury, die sich aus Vertretern der Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung, Kulturpreisträgern, ehemaligen Förderstipendiaten sowie einem Vertreter des städtischen Eigenbetriebs Kultur 123 zusammensetzt. Hannah Wehrum ist die 26. Förderstipendiatin der Stadt und folgt auf die Performance-Künstlerin Tamara Dauenhauer, die das Stipendium 2016 erhielt.

Dass das Stipendium in diesem Jahr erst so spät vergeben werden konnte, lag an der lange währenden Unsicherheit aufgrund der vorläufigen Haushaltsführung. Die macht es der Stadt eigentlich unmöglich, Geld für sogenannte freiwillige Leistungen auszugeben, für die keine vertragliche Verpflichtung besteht.

Erst nachdem die Stadtkämmerei und der Stadtkämmerer vor circa zwei Monaten grünes Licht gaben, konnte die Jury erneut zur Entscheidungsfindung geladen werden. Auflage ist jedoch, dass die Richtlinien für die Vergabe des Förderstipendiums und des Kulturpreises so geändert werden, dass die Bewerbungsfristen für beide Auszeichnungen zukünftig im zweiten Halbjahr enden und ein Vergabeverfahren nur dann begonnen wird, wenn auch ein genehmigter Haushalt vorliegt. Somit hängen zukünftig die Vergaben des Förderstipendiums und auch des Kulturpreises der Stadt an der Genehmigung des städtischen Haushalts. red

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