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Ausgelassen feierten die fantastisch kostümierten Frauen.

Gustavsburger Carneval Club

Heiß, heißer, Damensitzung!

Beim GCC brannte die Hütte lichterloh. Klinikathleten gossen mächtig Öl ins Feuer. Damen feierten ausgelassen mit den Brandstiftern. Die Notausgänge bleiben bis nach Mitternacht ungenutzt.

Volles Haus hatte der Gustavsburger Carneval Club, kurz GCC, am Samstag Abend bei seiner Damensitzung im Bürgerhaus. 500 Besucherinnen feierten eine fröhliche und ausgelassene Party.

Schon eine Stunde vor der Sitzung herrschte Hochbetrieb im Saal. Der Geräuschpegel glich dem einer Bahnhofsvorhalle. Traditionsgemäß hatten viele der Besucherinnen prall gefüllte Tupperdosen mitgebracht, aus denen sie während des sechsstündigen Sitzungsmarathons eifrig naschten. Für Woody Feldmann, die nach der Pause frenetisch begrüßt wurde, waren die „Tupperdibscher“ natürlich ein „gefundenes Fressen“. „Ich ende irgendwann mal wie Margit Sponheimer“, lamentierte sie lautstark, festgelegt auf nur einen Hit, das „Tupperdipsche mit dem Deckel“ zur Melodie des Abba-Songs „Super Trouper“.

Das war nicht das erste Mal an diesem Abend, dass die Damen auf die Stühle stiegen. Aber der Reihe nach. Am Anfang legte die Showtanzformation „Atlantis“ aus Biebelnheim optisch und tänzerisch bereits die Lunte des Frohsinns. Genüsslich entzündete diese dann Jürgen Wiesmann mit seiner Kunstfigur „Ernst Lustisch“, der in diesem Jahr mit seiner Frau auf Reisen gehen musste. Das Malheur begann schon bei der Internetbuchung, wo es immer hieß „Punkt com“, obwohl er erst einmal fort wollte. Zuletzt ließ er das mit dem Internet bleiben mit der Begründung: „Wir hatten früher noch

Elan statt Wlan

.“

Uijuijui, jetzt brannte die Lunte. „Gebt mir ein H!, gebt mir ein U, gebt mir …“ – spätestens nach dem A brach das Inferno los. Thomas Neger entfachte das Feuer mit „Humba Tätärä“, und die Frauen standen zum ersten Mal auf den Stühlen. Das änderte auch der „Deutsche Michel“ Bernhard Knab nicht, der mit seinen politischen Pointen den Nerv der Damen traf. „Crazy Amerika, von Reagan, Bush zu Trump, das nächste Mal wählen die auch Forrest Gump!“, oder „Hört gut her, die Radfahrer sind die Hooligans im Stadtverkehr“, waren zwei von vielen Spitzen, die für schallendes Gelächter sorgten.

Das Männerballett „Horny Hornets“ fungierte als Brandbeschleuniger. Die Zeiten, in denen Männerballetts nur stoppelhaarig auf der Bühne standen, um Lacher zu erzeugen, gehören der Vergangenheit an. Die Hornets aus Biebelnheim überzeugten mit ausgefeilter Choreographie und dem geschichts-trächtigen Titel „Rotkäppchen und die Werwölfe“. Statt unrasierter Beine gab es ansprechende und aufwendige Kostüme zu bestaunen. Die Halle brannte bereits lichterloh, da gossen die Klinikathleten aus Mainz noch Öl ins Feuer. Hochleistungsakrobatik zu fetzigen Melodien präsentierten die 15 Freunde, von denen tatsächlich nur noch einer bei der Klinik beschäftigt ist. Sie erklommen Leitern und Podeste und hatten sogar einen Schlauch dabei, aber erst die Pause sorgte kurzfristig für Abkühlung.

Drei starke Frauen präsentierte der GCC in diesem Jahr. Neben Woody Feldmann und Gaby Elsener alias Appolonia war Jutta Hinderberger aus Speyer als „Kättl Feierdaach“ zum ersten Mal mit von der Partie und feierte mit ihrer Comedy ein großartiges Debüt.

Bei den „Atzmann Tornados“ aus Heidenrod Dickschied kam dann jede Hilfe zu spät, als sie „Bella Italia“ auf die Bühne brachten. Die Crème de la Crème im Herrenballett, legten die Tornados ein atemberaubendes Tempo vor und gaben zu „Volare“ und „Azzurro“ eine „Bella Figura“ ab.

Patrick Himmel gab kurz vor dem Finale ebenfalls ein bärenstarkes Debüt mit einem Udo-Jürgens-Medley. Die Herren von „First Generation“ und die „Spassmacher Company“ bestritten anschließend das furiose Finale.

Inmitten des Infernos gelang es Sitzungspräsidentin Andrea Fort, die hocherhitzten Gemüter aus den Glutnestern, wenn auch erst weit nach Mitternacht, zu den Notausgängen zu geleiten. Die 44. Damenjubiläumssitzung des GCC hat erneut Akzente gesetzt und bleibt das Aushängeschild des Clubs.

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